Keine Angst vor dem Notruf 112

Lehrrettungsassistent Peter Kopp (links) und der Bereichsleiter Rettungsdienst, René Mühlmann, bereiten einen Rettungswagen für den nächsten Einsatz vor. Foto: Andreas Abendroth
  Im Zweifelsfall lieber einmal zu oft wählen als einmal zu wenig

Nachgefragt beim Rettungsdienst der Johanniter-Unfall-Hilfe in Königsee/Rudolstadt

Von Andreas Abendroth

KÖNIGSEE/RUDOLSTADT. Ein Notarzteinsatzwagen, gefolgt von einem Rettungswagen, eilen mit Sondersignalen durch die Stadt. Meistens Jagd einem das Signal einen kalten Schauer über den Rücken. Schon wieder ein Unfall passiert, ein Mensch verunglückt, schießt einem durch den Kopf.

Doch wie kommt es dazu, dass professionell ausgebildete Menschen zur Hilfe eilen? Was muss der Bürger tun?
Ich habe bei den Rettern der Johanniter-Unfall-Hilfe nachgefragt. Und gleich am Anfang steht die Aussage: „Keine Angst vor der 112!“

In der Rettungswache in Rudolstadt treffe ich mich mit dem Bereichsleiter des Rettungsdienstes, René Mühlmann und dem Lehrrettungsassistenten Peter Kopp.
Auf meine Fragen haben die beiden Profis klare Aussagen.
„In medizinischen Notfällen sind viele Menschen überfordert. Wer zu einem Unfall kommt oder zufällig auf eine verletzte oder kranke Person trifft, zögert Manchmal sogar, den Notruf zu wählen. Dabei ist eine möglichst frühe Alarmierung professioneller Helfer in vielen Situationen lebensrettend“, betont René Mühlmann.
„Man sollte die 112 im Zweifelsfall lieber einmal zu oft wählen als einmal zu wenig“, wir von Peter Kopp ergänzt.

Wissen sollten die Menschen auch, das die Notrufnummer 112 in derzeit 27 EU-Ländern als einheitliche Rufnummer Anwendung findet. Und dies rund um die Uhr, das ganze Jahr lang. Einzig beachten sollte man, benutzt man ein Handy muss eine betriebsbereite SIM-Karte eingesetzt sein.
Dagegen sind Anrufe zur 112 von den meisten PIN-gesperrten Handys aus auch ohne Kenntnis des PIN-Codes der SIM-Karte möglich.

Doch was passiert nach der Wahl der Nummer?

„Am anderen Ende der Leitung meldet sich ein medizinisch geschulter Mitarbeiter der nächstgelegenen Leitstelle, der mit dem Anrufer einen festen Katalog an Fragen durchgeht. Im Vordergrund stehen dabei die Komplexe „Wo ist es passiert“, „Wie viele Menschen sind verletzt“ und „Wie ist deren gesundheitlicher Zustand“. Bevor nicht alle Fragen der Leitstelle beantwortet sind, sollte der Anrufer auf keinen Fall selbst das Gespräch beenden“, betont
Mühlmann.

Vergeht mit dem Fragen nicht zuviel Zeit?

„Nein Abfrage und Alarmierung der Einsatzkräfte verlaufen parallel. Wenn keine akut lebensbedrohliche Situation vorliegt, wird oft zunächst ein Rettungswagen losgeschickt, der mit nichtärztlichem Rettungsdienstpersonal besetzt ist. Nur wenn die Patienten zum Beispiel unter Atemnot leiden, starke Schmerzen haben oder bewusstlos sind, wird automatisch ein Notarzt mitalarmiert“, so Mühlmann.

Informationen:

• Ein Notruf kann von jedem Telefon aus immer kostenlos erfolgen. Dies gilt auch für Mobiltelefone. Hier wurden international im GSM-Standard die 112 als Notrufnummern eingeführt.

• Der Anrufer sollte erst auflegen, wenn die angerufene Leitstelle keine Fragen mehr hat und das Gespräch beendet.

• Solange Anrufer den Rettungskräften keinen bösen Scherz spielen, tatsächlich
eine Notsituation vorliegt, entstehen ihm auch keine Kosten für den Einsatz, e egal, ob Rettungswagen, Notarzt oder gar ein Hubschrauber zum Einsatzort ausrücken.
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