Keine Angst vor Hunden: Auch Nichthundebesitzer benötigen Grundwissen im Umgang mit Hunden

Die neue Broschüre gibt wichtige Tipps im Umgang mit Hunden - für alle Nichthundebesitzer.
Peter Koppenhagen liebt Hunde. Er hat viele Jahre aktiv als Ausbilder im Rudolstädter Hundeverein mitgewirkt und war mehrere Jahrzehnte als offizieller Zuchtwart im internationalen Rassehundeverband für alle anerkannten Rassen tätig. In der Fachliteratur kennt er sich sehr gut aus und hat dabei ein Manko aufgedeckt: Diese Bücher wenden sich alle nur an Hundebesitzer oder solche, die es werden wollen. Es ist nicht zu erfahren, wie sich Nichthundebesitzer bei einem meist ungewollten Zusammentreffen richtig zu verhalten haben, um auf beiden Seiten Stress zu vermeiden. Somit hat der Rudolstädter selbst zur Feder gegriffen und sein erstes Buch veröffentlicht, „Die etwas andere Hundebroschüre“. Im Gespräch mit AA-Redakteurin Ines Heyer deckt Peter Koppenhagen Irrtümer auf und erläutert, wie jeder ganz entspannt im Alltag mit Hunden umgehen kann.

Wie groß ist die Chance einem Hund zu begegnen?
In Deutschland gibt es momentan über fünf Millionen angemeldete Hunde. Sie begegnen uns somit täglich, angeleint, freilaufend, mit oder ohne Führer.

Wie sieht das typische Verhalten von Passanten aus?
Hundehalter, besonders von mittelgroßen oder großen Hunden, begegnen täglich Menschen, die deutlich erkennbare Angst vor deren Hunden haben. Es wird weiträumig ausgewichen oder sogar die Straßenseite gewechselt. Kinder werden an die Hand genommen oder schützend hinter sich versteckt.

Was bewirkt dieses Verhalten?
Viele Erwachsene erreichen durch ihre übertriebene Vorsicht bei den Kindern eine prägende Wirkung, die bis hin zu panischer Angst vor Hunden sein kann. Und genau diese Angst kann wesentlich zu einer unbewussten Provokation von Hunden beitragen.

Welche Art von Bewegungen reizen Hunde?
Bei einem schnellen Weglaufen wird der Jagd- und Spieltrieb geweckt. Die dann einsetzende Verfolgung kann im Extremfall zum Haltebiss führen. Beim Zappeln, Arme heben oder Schreien spüren viele Hunde die Angst –Angstbisse können die Folge sein. Wer in einem Bogen ängstlich um den Hund herumläuft, gibt ihm das Gefühl der Überlegenheit. Bei entsprechender Aggressivität des Hundes kann dieses Verhalten zum Beißen motivieren. Wer nach einem Hund schlägt, riskiert ebenfalls, gebissen zu werden. Entweder beißt der Hund aus Angst oder er wird dadurch kämpferisch motiviert und beißt zu.

Wie verhält man sich richtig gegenüber freilaufenden Hunden?
Freilaufende Hunde, die irgendwo außerhalb ihres Reviers auf uns zulaufen, und uns ohne Grund beißen, obwohl wir uns ganz normal verhalten, gibt es nicht. Sie beißen nur, wenn sie gereizt werden oder sich in die Enge getrieben fühlen. Verhalten wir uns ganz normal, beachten den Hund nicht und laufen ruhig weiter, kann nichts passieren. Denn Hunde sind nie mit aggressiven Absichten gegenüber uns Menschen unterwegs.

Wie kann man sich durch vernünftiges Handeln wirksam vor fremden Hunden schützen?
Egal, ob ein Hund mit Führer oder allein unterwegs ist, ruhiges Weiterlaufen oder ruhiges Stehenbleiben ist immer richtig. Dabei aber nie dem Hund starr in die Augen sehen. Das könnte er als Bedrohung auffassen. Wenn er uns beschnuppert, ihn einfach gewähren lassen und freundlich auf ihn einreden. Treffen wir beim Joggen auf einen freilaufenden Hund, gehen wir ebenfalls zu einer normalen Gangart über und beachten den Hund nicht. Springt uns unvermittelt ein Hund an, bleibt nur die laute direkte Ansprache mit negierenden Kommandos, wie beispielsweise „Nein“, Pfui“ oder „Aus“. Auf keinen Fall nach dem Hund schlagen.

Viele Hunde sehen sehr niedliche aus und verleiten damit zum Streicheln. Sollte man fremde Hunde anfassen?
Da man als Laie nicht den Wesenstyp eines Hundes erkennen kann, ist dies sehr gefährlich. Kinder sollten immer wieder davor gewarnt werden, Hunde zu streicheln ohne den Besitzer vorher zu fragen.

Was möchten sie mit ihrem Buch erreichen?
Mir ist es ganz wichtig, die oft unbegründete Angst vor Hunden abzubauen. Das lässt sich aber nur erreichen, wenn jeder einzelne mehr über das Verhalten der Hunde weiß. In meinem Buch gebe ich umfangreiche Tipps und erläutere an vielen selbst erlebten Beispielen richtiges und falsches Verhalten. Weiterhin stelle ich die besonderen Fähigkeiten und Eigenschaften der Hunde und ihrer vielseitigen Verwendungszwecke und "Berufe" zur Unterstützung der Menschen dar. Das Wissen darüber, kann zu mehr Achtung gegenüber dem "Ältesten Freund Helfer der Menschen" beitragen. Eltern und Lehrer sollten dieses unbedingt an ihre Kinder weitergeben.

Buchtipp:
„Die etwas andere Hundebroschüre“, Peter Koppenhagen, 89 Seiten, erhältlich in der Thalia-Buchhandlung Rudolstadt und im Tierheim Pflanzwirrbach
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