Mit 300 Stundenkilometern unterwegs - Bundespolizei bereitet Prävensionsarbeit vor

Polizeihauptkommissar Ralf Tondok von der Bundespolizeiinspektion Erfurt besichtigt die neue ICE-Hochleistungsstrecke. Foto: Andreas Abendroth
 
Mitarbeiter einer Gleisunterhaltungsfirma setzten eine Draisine für Materialtransporte auf dem Gleiskörper um. Foto: Andreas Abendroth
Der Ausbau der ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse liegt im Plan / Bundespolizei leistet Aufklärungsarbeit

Von Andreas Abendroth

Polizeihauptkommissar Ralf Tondok steht auf dem neuen Gleisbett der ICE-Trasse oberhalb von Wümbach im Ilm-Kreis. Er blickt nachdenklich auf die zukünftige Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse. „Für die Sicherheit auf dieser Strecke sind wir später zuständig“, betont er. Mit „wir“ meint der Polizist seine Kolleginnen und Kollegen von der Bundespolizeiinspektion Erfurt. „Es ist ein sehr langer Abschnitt mit rund 107 Kilometern. Mit vielen Brücken und Tunneln. Und man darf nicht vergessen, die normalen ICE fahren heute mit maximal 160 Stundenkilometern. Hier werden sie später einmal mit bis zu 300 Stundenkilometern rollen“, erläutert Tondok.

Besonders zwei Faktoren spielen dabei eine sehr große Rolle. Einmal ist es die Sogwirkung bei der hohen Geschwindigkeit. Der andere Punkt: Die Züge fahren sehr leise. Tondok rät deshalb: „Der Sicherheitsabstand sollte immer mindestens dreieinhalb Meter betragen.“
Für die Beamten der Bundespolizei bedeutet dies viel Aufklärungsarbeit im Vorfeld. Denn ein sicherer Bahnbetrieb bedeutet nicht nur eine intakte Strecke und modernste Züge. Auch die Menschen müssen informiert werden, welche Gefahren eine solche Strecke mit sich bringt. „Wir werden in den Verwaltungsgemeinschaften und Städten entlang des Streckenverlaufs unterwegs sein. Werden mit Bürgermeistern und Lehrerkollegien sprechen. Sie sollen Multiplikatoren sein, uns bei der Aufklärungsarbeit der Bürger – im Besonderen der Kinder und Jugendlichen - unterstützen“, so der Polizeihauptkommissar.

Während ich mit dem Beamten der Bundespolizeiinspektion spreche, beginnt ein neuer Abschnitt im Ausbauplan der Strecke. Noch am gleichen Tag wird mit einem neuen Abschnitt im Ausbauplan der Hochleistungsstrecke begonnen. „Der Bau der Neubaustrecke zwischen dem thüringischen Erfurt und Ebensfeld in Oberfranken liegt voll im Zeitplan. Jetzt geht es um die nächste Etappe des wohl größten Verkehrsprojektes in Deutschland“, betont DB-Konzernbevollmächtigter Volker Hädrich.

Was der Außenstehende sieht und beobachten kann, sind die neuen Gleisanlagen, welche fast immer parallel zur Autobahn A71 verlaufen. Ein Blick aus dem Auto Richtung Bahnstrecke bestätigt es: Momentan werden hier die Schienen montiert. Eher im Verborgenen erfolgt die bahntechnische Ausrüstung der Strecke. Nahe Ilmenau begann jetzt dieser Abschnitt des Ausbaus durch den Thüringer Wald. Doch was sich hinter dem Begriff „bahntechnische Ausrüstung“ verbirgt, lässt auf eine große logistische Herausforderung schließen. Grob gesagt, es geht um den Strom. Innerhalb von zwölf Monaten werden auf den 107 Streckenkilometern 450 Kilometer Kabel – das entspricht der Strecke von Berlin nach Nürnberg – verlegt. Eine besondere Herausforderung: die 22 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 41 Kilometern. Dazu kommen 101 Gebäude und 33 Betriebsräume.

Bis der erste Reisende auf der Strecke unterwegs sein kann, gibt es noch viel zu tun. Die Inbetriebnahme ist für 2017 vorgesehen. Die Reisezeit zwischen Berlin und München soll dann etwa vier Stunden betragen.

Sicherheit durch Strom

Mit Strom versorgt werden müssen unter anderem:
- die Elektronischen Stellwerke (ESTW), bei denen der Datenaustausch zwischen der Betriebszentrale und dem Zugführer des kilometerweit entfernten Zuges erfolgt
- die GSM-R-Anlagen, welche das bahneigene Funknetz aufbauen
- die Heißläuferortungsanlagen (HOA), welche die Radsatzlager eines überfahrenden Zuges überprüfen
- die Sicherheitsinstallationen in den 22 Tunneln (Notbeleuchtung mit 3600 Notlichtversorgungsgeräten und rund 7000 Leuchten, Fluchtwegbeschilderung)
- die 68 Weichenheizungen auf dem Streckenabschnitt, welche einen sicheren Winterbetrieb gewährleisten.

Tipps und Ratschläge rund um die Thematik „Bahnanlagen sind kein Abenteuerspielplatz“ unter: http://www.meinanzeiger.de/saalfeld/ratgeber/bahna...
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1 Kommentar
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Harald Schnöde aus Apolda | 18.10.2014 | 12:50  
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