Modellbau-News: Unter die Lupe genommen - Der Motorsegler Calypso

Die Calypso unterwegs mit dem leistungsstarken Motorantrieb. Foto: Andreas Abendroth
 
Die Calypso unterwegs im Gleitflug. (Aufgenommen mit einer parallel fliegenden Drohne) Foto: Andreas Abendroth
 
Die Teilnehmer der Trainerausbildung des Luftsportverbandes Thüringen haben die "Calypso" (4. Modell v. rechts) in ihren Kreis integriert. Foto: Andreas Abendroth
Geschwenda: Flugplatz MFC |

Ein Traum für Modellflieger


RC-Piloten aus Thüringen testeten den Motorsegler

Von Andreas Abendroth

Motorsegler sind keine Seltenheit auf dem Modellflugsektor. Sie sind beliebt, denn mittels des Motors können sie in die Höhen des Himmels gebracht werden. Dort kann man diesen abstellen und die Gleit- und Thermikeigenschaften kommen zum Einsatz.

Und genau mit diesen und anderen positiven Eigenschaften überzeugte die "Calypso" Hobbico - Flyzone im Test. Nein, kein Testbericht a la Fachzeitschriften, wo eine Person im Geheimen ein Modell fliegen lässt.
In unserem Fall wird der Motorsegler von den Modellfliegern des MFC Geschwenda e.V. und von Modellpiloten aus Thüringer Vereinen, die sich zur Trainerausbildung des Luftsportverbandes Thüringen zusammengefunden haben, unter die Lupe genommen. Die gestandenen Modellflieger wollen ihr langjähriges, gesammeltes Wissen austauschen, um so noch mehr unerfahrene Piloten unterstützen und für den Flugmodellsport begeistern zu können.

Alles beginnt mit dem Zusammenbau der Calypso.

Gut verpackt wird die „Calypso“ geliefert. Ich habe mich für die Rx-R-Version entschieden. Hier sind bereits der Antriebsmotor, der Regler und die Servos enthalten. Der Aufbau beschränkt sich auf die Montage des Heckbereiches, der Tragflächen und den Einbau der RC-Komponenten.

Das Kid, bestehend aus Seiten- und Höhenruder wird ganz einfach zusammengesteckt. Bei der Montage auf dem Rumpf ist viel Gefühl angesagt. Die zwei Zapfen des Leitwerkes müssen in den Rumpf eingeführt und gleichzeitig das Seitenruder mit dem Ruder-Scharnier verbunden werden. Ist dies gelungen, werden alle Komponenten mittels Schraube miteinander gesichert.

Hier ist schon die hohe Qualität des aus Aerocell gefertigten Flugmodells auffällig. Am Ende des Rumpfes ist zum Schutz wurde ein Schleifsporn angebracht. Fortgesetzt wird der hohe Fertigungsgrad bei den Tragflächen. In jede Tragflächenhälfte wurde bereits ein Kohlefaserrohr eingearbeitet. Zusätzliche Stabilität verleiht den zusammengesetzten Tragflächen ein 10 Millimeter starkes Kohlefaserrohr.

Ist die Montage von Leitwerk und Tragflächen beendet, muss zunächst der Empfänger eingebaut und angeschlossen werden. Danach nur noch den Akku einlegen und mit der Programmierung kann begonnen werden. Gesteuert wird die „Calypso“ über Querruder, Höhenruder, Seitenruder und Motor. Sind alle Kanäle belegt, noch die Servo-Neutralstellung für Höhen- und Seitenruder einstellen und die Gabelköpfe der Steuergestänge mit den Ruderhörner verbinden. Die Sicherung erfolgt mittels kleinen Schrauben.

Nun muss noch der Schwerpunkt eingestellt werden. Danach kann die „Calypso“ erstmals in den Thüringer Himmel abheben.

Der erste Flug

Es ist die Stunde der Modellpiloten aus verschieden Vereinen des Freistaates. Bevor es abheben darf nehmen sie das Modell genau unter die Lupe.

Besonders die im Bugbereich angebrachte Rumpfschutzplatte, das riesige Bugrad und der stabile Aufbau der Tragfläche überzeugen auf den ersten Blick.

Per leichten Wurfstart wird die „Calypso“ auf ihre Luftreise geschickt. Der leistungsstarke Brushless-Motor zieht das Modell in den Himmel. Im Horizontalflug muss kaum Nachgetrimmt werden. Dann kommt der Moment, in welchem sich die Seglereigenschaften beweisen müssen. Und der „Calypso“ gleitet durch die Lüfte. Schnell kann man sich als Pilot entspannen. Präzise zieht das Modell in die Kurven, nur kleine Steuerausschläge sind in allen Achsbereichen notwendig. Sie werden ohne Verzögerung am Modell umgesetzt. Findet man einen Thermik-Spot, zieht es die „Calypso“ förmlich in die Höhe.

„Es ist sehr selten, dass ein Flugmodell beim Erstflug
so gut in der Luft liegt, keine Korrekturen notwendig sind“,
so das mehrfache Resümee der versierten Modellpiloten.


Die sehr guten Segeleigenschaften bekommen die Modellpiloten bei der Landung zu spüren. Der Motor mit der Klappluftschraube wird nur bei den ersten beiden Versuchen zum Durchstarten benötigt. Man hat das Gefühl, die „Calypso“ will in den Weiten des Himmels bleiben. Eine Rückkehr zum Boden: „Muss das wirklich sein?“.

Auch hier hat der Hersteller bereits mitgedacht. Optional kann man Landeklappen einbauen. Alles zum Einbau ist vorbereitet. Dazu wird ein Teil der Querruder abgetrennt. Eine eingestanzte Linie zeigt, wo sich der Servoschacht befindet. Auch die Stelle ist markiert, an der die Landeklappen-Ruderhörner eingeklebt werden müssen.

Der Motorsegler ist ein Flugmodell, welches nicht nur bestens dazu geeignet ist, Einsteigern in die Modellflugszene ein sicheres Gefühl für den Flug zu vermitteln. Auch langjährige Profis haben ihren Flugspaß mit der „Calypso“.

Das Fazit der zwei Tage-Tests:

- Die Fertigmontage war unkompliziert.
- Bei der „Calypso“ wurde eine hervorragende, aerodynamische Feinarbeit geleistet.
- Gegenüber vergleichbaren Modellen besticht der Motorsegler durch seine Stabilität, viele kleine Raffinessen und seine Ausstattung.
- Das Modell zeichnet sich durch eine ruhige und sehr stabile Fluglage aus.
- Im Test wurden Flugzeiten von 30 Minuten erreicht.
- Es ist ein Anfängermodell und gleichzeitig auch nicht. Denn, es machte auch gestandenen Modellfliegern richtigen Spaß.
- Der Motorsegler ist bestens für die Lehrer-Schüler-Ausbildung in Flugvereinen geeignet.
- Mit der „Calypso“ ist Segelkunstflug möglich.

Technische Daten:

- Spannweite ca. [mm] 1855
- Länge ca. [mm] 1195
- Tragflächeninhalt ca. [dm²] 33.9
- Fluggewicht ca. [g] 820 - 880
- Flächenbelastung ca. [g/dm²] 24
- RC-Funktionen Seit, Höhe, Quer, Motorregelung, optional Wölbklappen
- Motor 28x30 1300 kV Außenläufer
- Regler 18A ESC
- Luftschraube 9 x 5 Klapp-Propeller
- Bauweise Fertigmodell aus Schaum (Aerocell)
- Hersteller Hobbico (Revell)/ Flyzone

Lieferumfang:

- komplett aufgebautes Modell
- Brushless-Motor und Regler bereits eingebaut
- eingebaute Servos

Benötigt wird:

- Sendeanlage mit mindestens 5 Kanälen (zum Einsatz mit optionalen Wölbklappen)
- dazugehöriger Empfänger
- LiPo-Akku, mindestens 11,1 V, 3S, 1300 mA (im Test kam ein LiPo mit 1800 mA zum Einsatz)

Optional:
- Anlenkset für optionale Landeklappen (Hobbico FLZA6008)
- 2 Stück Micro Servo Switch (FLZA6013)

Mehr Informationen:

Bei den Modellflugvereinen, im Modellbaufachhandel und im Internet unter http://www.hobbico.de.
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