Nachgefragt: Fleppen für die Motorkettensäge?

Thomas Scheibel vom Forstbetrieb in Remda-Teichel bei der Fällung eines Baumes. „Ohne Schutzausrüstung geht bei uns gar nichts. Nur so kann man die Unfälle bei der Holzernte von vornherein minimieren“, betont der Forstprofi. Fotos: Andreas Abendroth
 
Kai Vöcking vom Internationalen Bund: "Über unser Bildungszentrum können Interessenten an einem Lehrgang zur Erlangung des Motorkettensägescheins teilnehmen."
Fleppen für die Motorkettensäge

Sicherer Umgang dient der Unfallverhütung / Ohne Schein geht es heute nicht mehr

Von Andreas Abendroth

RUDOLSTADT. Holz ist derzeit sehr begehrt. Doch die Zeit ist vorbei, wo man als privater Brennholzwerber mal schnell ein bisschen Holz für den heimischen Kamin sägen konnte. Seit Jahresbeginn gilt: In den zertifizierten rund 200.000 Hektar großen Wald des ThüringenForst sowie zertifizierten Privat- und Kommunalforstbereichen ist die Brennholzwerbung durch Private nur noch unter Nachweis eines Motorsägenscheins möglich.
Über die Gründe für die „Fleppe für die Säge“ gibt Kai Vöcking vom Internationalen Bund Auskunft. Sein Bildungszentrum bietet Kurse zum Erhalt des Motorkettensägescheins an.

Herr Vöcking. Warum ist diese Berechtigung notwendig?

Eine unumgängliche Maßnahme angesichts der Gefahren, die beim falschen Umgang mit dieser Technik ausgehen. Die Unfallstatistiken spiegeln eine traurige Bilanz wieder. Sie sind stumme Zeugen für Schwerverletzte und Tote bei der Arbeit mit der Kettensäge. Dies gilt gleichermaßen für Forstprofis wie auch für Privatleute. Bereits die Hersteller weisen mit Warnhinweisen auf den nicht ungefährlichen Umgang mit der Säge hin. Deshalb wird jetzt diese „Tauglichkeitsbescheinigung“ gefordert.

Gibt es Angaben, wovon die Gefahr ausgeht?

Ja. Im privaten Umgang ist es zumeist der völlig falsche Umgang sowie Selbstüberschätzung im Umgang mit der Säge. Da ist es nur eine Frage der Zeit, dass ein Unfall passiert. Bei den Forstprofis passieren die Unfälle durch eingeschlichene Routinefehler. Jahrelang ist es gut gegangen und dann passiert doch etwas. Ein weiterer Punkt betrifft die richtige Schutzausrüstung. Es geht ja um die eigene Sicherheit.

Was lernen die Teilnehmer bei Ihnen im Kurs?

Die Kurse werden bei uns vom Diplom-Forstingenieur Matthias Ciecka durchgeführt. Gelehrt wird alles, was zum sicheren Arbeiten mit der Motorsäge gehört. Beginnend mit den Sicherheitsvorschriften laut „Unfallverhütungsvorschrift Forsten“, über fachgerechtes Fällen von Bäumen bis zu den Grundregeln der Holzhaushaltung. Erst geht es um die theoretischen Kenntnisse, im weiteren Verlauf um die Umsetzung in der Praxis. Nach erfolgreichem Abschluss wird ein Zertifikat ausgestellt.

Für wen sind die Kurse gedacht und wo erfahre ich, wann und wo sie stattfinden?

Die Lehrgänge sind für alle Personen gedacht, die mit einer Motorsäge umgehen. Egal ob man im gewerblichen Bereich tätig ist, privat als Brennholzselbstwerber sein Holz schneiden möchte oder beispielsweise bei einem Rettungs- oder Bergungsdienst mit einer Kettensäge umgehen muss . Informationen erhalten Interessenten über meine Person unter Telefon: 0171/ 74 08 72 7.

INFORMATIONEN:

Der Motorsägenführer muss eine spezielle Schutzausrüstung tragen. Dazu gehören:
- Schutzhelm mit Gehör und Gesichtschutz
- Schutzhandschuhe
- Schnittschutzhose
- Sicherheitsschuhe mit Schnittschutzeinlage
Empfohlen werden:
- Sicherheitsweste mit Signalfarbe
- Verbandpäckchen
- Handy
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