Nur eine Frage: Gibt es bei uns noch echte Schuhputzer?

Jürgen Nitschmann hält an alten Traditionen fest. (Foto: Nitschmann)
Es antwortet Jürgen Nitschmann, einer der wenigen aktiven Schuhputzer in Deutschland. Seit 1991 putzt der Krefelder mit seinen Kollegen im Stil der 20er Jahre die Schuhe.

Ja, neudeutsch ist dies dann der Event-Schuhputzer, der durchaus wieder Akzeptanz findet. In den 20er- bis 50er-Jahren waren in vielen Metropolen Deutschlands die Schuhputzer hoch angesehen und Kunden aller sozialen Schichten ließen sich die Schuhe pflegen. Keiner wäre damals auf den Gedanken gekommen, dass dies eine niedere Arbeit ist. Jeder respektierte den Schuhputzer – er war Teil einer funktionierenden Gesellschaft.

Das änderte sich mit dem Wirtschaftswunder Anfang der 60er-Jahre. Wer etwas auf sich hielt, ließ sich nicht mehr auf der Straße seine Schuhe pflegen. Das war unwürdig. Was sollten Freunde oder Nachbarn denken? Somit war der Untergang des Schuhputzers besiegelt.

In der heutigen Zeit gibt es kaum noch Schuhputzer in Deutschland, die davon leben können. Trotz allem gibt es noch einige Enthusiasten, die sich damit ein wenig Geld verdienen. Zu finden in Hamburg, am Münchener Flughafen, im KaDeWe oder Europacenter Berlin. Mitunter haben Firmen den Schuhputzer neu für sich entdeckt und wollen so ihren Kunden auf Messen und Tagungen Fürsorge, Service und Tradition vermitteln.

Weitere Informationen: www.der-schuhputzer.de
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