Nur eine Frage: Seit wann essen wir mit der Gabel?

(Foto: Lupo/pixelio.de)
Es antwortet Kathrin Stern, Museumspädagogin im Thüringer Landesmuseum Heidecksburg in Rudolstadt. Sie kennt sich mit den herrschaftlichen Tafelsitten aus.

Erst ab dem 16. Jahrhundert hatte jede Person an einer herrschaftlichen Tafel auch eine eigene Gabel beim Gedeck liegen. Zuvor wurde nur mit einem Messer und den fünf Fingern der rechten Hand gegessen. Über die Einführung der Gabel am französischen Königshof gibt es unterschiedliche Angaben in den historischen Quellen. Bereits Katharina von Medici soll 1533 die Gabel von Italien nach Frankreich an den Hof gebracht haben, andere sprechen erst von der Verwendung ab dem Ende des 16. Jahrhunderts.

Ursprünglicher diente die Gabel wohl zum Aufspießen klebrigen Konfekts, bald war jedoch ihr Gebrauch für alle Arten von Speisen üblich. Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert veränderte sie sich von einer zweizinkigen Gabel zu einer mit fünf Zinken. Von Frankreich aus verbreitete sich diese Sitte an den anderen europäischen Fürstenhöfen. Ludwig XIV., der Sonnenkönig, soll sich jedoch zeitlebens geweigert haben, eine Gabel zu verwenden und nahm stattdessen die Finger und Brot, wie es vorher auch in adeligen Kreisen jahrhundertelang üblich war.
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