Nur eine Frage: Warum können Vögel auf Stromleitungen sitzen?

Die Vögel stört der Strom unter ihren Füßen nicht. (Foto: Dirscherl/Pixelio.de)
Es antwortet Martin Schreiber, Sprecher Thüringer Energie, Erfurt AG:

Vögel machen gerne einmal ein Päuschen auf einer Hochspannungsleitung. Doch egal, wie viel Volt unter ihren Füßen ist, es scheint sie nicht im Geringsten zu stören - durch ihren Körper fließt kein Strom. Das ist ein gut sichtbarer Beweis für die Wirksamkeit von physikalischen Gesetzen.

Die elektrische Spannung ist von der physikalischen Definition her der Potenzialunterschied zweier Pole. Bei Gleichstrom kann eine Spannung nur zwischen einem Plus- und einem Minuspol gemessen werden. Zwischen zwei Minuspolen oder zwei Pluspolen ist es im wahrsten Sinne des Wortes unspannend. Die einzelnen Leiterseile einer Hochspannungsleitung stellen ebenfalls solche Einzelpole dar. Die lebensgefährliche Hochspannung ergibt sich erst aus dem Potentialunterschied – in diesem Falle der Erde als „Minuspol“. Würden die Vögel also rein theoretisch die Erde und das Hochspannungsseil gleichzeitig berühren, würden sie sofort durch den fließenden Strom verbrennen. Da die Leitungen aber viele Meter hoch in der Luft hängen und an den Masten mit großen Isolatoren befestigt sind, können sich die Vögel problemlos darauf setzen. Da sie nur einen Pol berühren gibt es keinen elektrischen Potenzialunterschied. Deshalb ist es für die Vögel ungefährlich.

Eine Hochspannungsleitung kann für einen Vogel nur zur tödlichen Gefahr werden, wenn er beispielsweise mit einem Flügel gleichzeitig den Hochspannungsmast oder ein zweites Seil berührt – dabei bekommt er einen tödlichen Schlag.
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1 Kommentar
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Eberhard :Dürselen aus Weimar | 01.07.2015 | 20:05  
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