Nur eine Frage: Welcher Pilz ist in Thüringer Wäldern der Giftigste?

Der Nadelholzhäubling ist ebenso giftig wie der Knollenblätterpilz. (Foto: Annamartha /pixelio.de)
Es antwortet Gunter Jacob, Pilzsachverständiger aus Langewiesen.

Fragt man nach einem giftigen Pilz, wird oft der Rote Fliegenpilz genannt. Dieser ist allerdings im Vergleich mit den drei tödlich giftigen, dem Grünen, dem Weißen und dem Spitzhütigen Knollenblätterpilz, nur wenig giftig.

Glücklicherweise kommen diese Knollenblätterpilzarten selten in unseren Thüringer Wäldern vor. Am häufigsten ist noch der Grüne Knollenblätterpilz, in Laubwäldern unter Buchen, Eichen oder Birken, zu finden.

Ähnlich giftig ist allerdings der Nadelholzhäubling, der mit dem Stockschwämmchen verwechselt werden kann. Dieser tritt im Nadelwald meist an Nadelholz auf, wird aber als kleiner, brauner, wenig oder meist nicht büscheliger Lamellenpilz nicht gesucht.

Die Lebensgefährlichkeit sowohl des Grünen Knollenblätterpilzes als auch des Nadelholzhäublings beruht auf der irreversiblen Schädigung der Leber und der Nieren durch das Gift Amatoxin. Ohne Therapie führt es zum Tode des Betroffenen. Besonders tückisch ist der Verlauf der Vergiftung, da es nach anfänglichen Magen-Darm-Beschwerden zu einer trügerischen Besserung kommt. In der folgenden Zeit, meist am nächstem Tag, setzt allerdings die Wirkung des organschädigenden Giftes ein. Somit sind die beiden, der Grüne Knollenblätterpilz und der Nadelholzhäubling, die gleichermaßen giftigsten Pilze unserer Thüringer Wälder.
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