Plötzlicher Herztod: Der richtige Zeitpunkt zum Handeln oder auch der Laie kann helfen

Thomas Spychalski mit einem Automatisch Externe Defibrillator.
 
Ein geöffnetes AED-Gerät
Der richtige Zeitpunkt zum Handeln

Im Gespräch mit Thomas Spychalski vom DRK Saalfeld über die Initiative „Herzsicheres Unternehmen - Heart Save Venture“


„Die Mitarbeiter im Unternehmen sind nicht nur das teuerste Gut, sie sind vor allem auch das wertvollste Gut des Unternehmens.“,
Thomas Spychalski, DRK Kreisverband Saalfeld


SAALFELD. Der plötzliche Herztod ist in Deutschland die Todesursache Nummer „1“ außerhalb von Krankenhäusern. Laut Statistischen Bundesamt versterben 160000 Menschen, dass heißt: 15 Menschen pro Stunde, daran. Mehr Todesfälle, als durch Verkehrsunfälle und Krebserkrankungen zusammen kommen. „Diese Zahlen müssten nicht sein, wenn Menschen schnell und gezielt handeln“, betont Thomas Spychalski vom DRK in Saalfeld.
Zur Sensibilisierung der Bevölkerung wurde die Initiative „Herzsicheres Unternehmen - Heart Save Venture“ ins leben gerufen.

Herr Spychalski. Was verbirgt sich hinter dieser Initiative?

In wohl jedem Unternehmen sind Feuerlöscher, auch ein Verbandskasten vorhanden. Für den Notfall. Neueste Erkenntnisse haben aber ergeben, dass viele Todesfälle, die mit plötzlichem Herzstillstand diagnostiziert werden, in der Arbeitsumgebung passieren. Immerhin hält sich der durchschnittliche Arbeitnehmer rund ein Drittel seiner Lebenszeit am Arbeitsplatz auf. Neueste Untersuchungen haben gezeigt, dass 75 Prozent der Personen gerettet werden könnten, wenn sofortige Hilfe durch Laienhelfer erfolgen würde. Wir wollen Unternehmen für dieses Problem sensibilisieren, gemeinsam Lösungen entwickeln und diese umsetzen.

Wie soll sie umgesetzt werden?

Man müsste zunächst das „Warum“ voran stellen. Alles hängt nämlich mit dem Zeitfaktor zusammen. Der Rettungsdienst benötigt rund 10 Minuten, um vor Ort zu sein. Dies bedeutet, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand bereits auf nur noch 10-30 Prozent gesunken ist. Eine frühzeitige Defibrillation durch Laien mit Hilfe eines AED-Gerätes (Automatisch Externe Defibrillatoren) ist daher von größter Bedeutung. Eine der wirklich gesicherten Maßnahmen im Rahmen der Wiederbelebung.

Wie funktionieren diese Geräte und kann man etwas falsch machen?

Das Falscheste was man tun kann, ist nichts zu tun. Diese Geräte sind seit 2003 in Deutschland im Einsatz. Besonders in Großunternehmen aber beispielsweise auch in der hiesigen Sparkasse findet man sie. Die jeweiligen Mitarbeiter vor Ort sind geschult. Die AED’s sind kompakt gebaut und Akkubetrieben. Nach der Öffnung des Gerätes erklärt eine Automatikstimme wie weiter zu verfahren ist. Der AED analysiert automatisch den Herzrhythmus. Falls eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung vorliegt, fordert das Gerät zur Defibrillation auf. Der lebensrettende Elektroschock wird dann vollautomatisch ausgelöst. Eine Fehlbedienung ist ausgeschlossen.


Symtome:
Betroffene Personen klagen über:

- ein Engegefühl in der Brust, meist verbunden mit starken Schmerzen, die in den gesamten Bereich des Oberkörpers ausstrahlen können.
- Angstsymptome
- Schwächegefühl
- Schwindel, Bewusstlosigkeit
- Atemnot

Weitere Symptome sind:

- plötzliches Zusammensinken oder Umfallen des Betroffenen
- nicht ansprechbar
- keine Reaktion auf Reize
- Atem- und Herzstillstand
- aschgraue Hautfärbung

Mehr Informationen zur Thematik „Herzsicheres Unternehmen“ beim DRK Rettungsdienst Saalfeld.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 08.10.2012 | 00:42  
Andreas Abendroth aus Saalfeld | 08.10.2012 | 07:55  
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