Ratgeber Hauptuntersuchung:

 
TÜV-Plakette
ACE: Lebensretter auf dem Prüfstand

ABS, Airbag, ESP und Co. – tausendfach haben sie Leben gerettet, nun kommen sie selbst auf den Prüfstand. „Ab dem 1. Juli setzen die Überwachungsorganisationen bei der Hauptuntersuchung einen Prüfadapter ein, der die Funktion der werkseitig eingebauten sicherheitsrelevanten Systeme testet“, erläutert Klaus Hollmann, ACE-Kreisvorsitzender (Thüringen Süd): „Wurde hier manipuliert oder liegt ein Defekt vor, gibt es keine Plakette.“
Der HU-Adapter wird dazu über die On-Board-Diagnose-Schnittstelle (OBD) mit dem Fahrzeug verbunden. „Auf diese Weise kann festgestellt werden, ob die elektronischen Sicherheits- und Assistenzsysteme eine Fehlermeldung zurückgeben oder ob diese gar manipuliert wurden“, beschreibt Hollmann die neue Kontrollmöglichkeit.

Bremsenprüfung wird geändert
Außerdem wird bei der geänderten Bremsenprüfung die am Rad erreichte Bremskraft mit dem Druck im hydraulischen System in Bezug gesetzt. Über den HU-Adapter kann der Prüfingenieur die Werte des Bremsdrucksensors im ESP auslesen. Die Software vergleicht auch hier die Ist-Werte mit den von den Fahrzeugherstellern vorgegebenen Soll-Werten.
„Ob die elektronischen Sicherheits- und Assistenzsysteme in unseren Fahrzeugen im Notfall wirklich ansprechen, konnte man bisher erst im Ernstfall feststellen“, beschreibt der ACE-Fachmann den bisherigen Stand: „Dabei sind die diversen Assistenzsysteme Lebensretter.“

Geschichtliches
Der erste große Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit im Auto war die Einbaupflicht für Sicherheitsgurte. Seither sank die Zahl der Unfalltoten trotz gestiegenem Verkehrsaufkommen. Neben passiven Lebensrettern wie dem Gurt wurden in den folgenden Jahren vermehrt elektronische Sicherheitssysteme in den Fahrzeugen verbaut. „Autofahren vor 40 Jahren war ein nicht ungefährliches Unterfangen“, erinnert Hollmann: „1970 gab es in der Bundesrepublik einen negativen Rekord bei den Verkehrstoten. Nahezu 20.000 Menschen ließen damals ihr Leben auf der Straße.“ Insbesondere mit der 1976 eingeführten Anschnallpflicht ging die Zahl rapide zurück. Einen weiteren großen Einfluss auf die Sicherheit der Fahrzeuge hatte die Einführung von elektronischen Sicherheits- und Assistenzsystemen wie Airbag, ABS (Anti-Blockier-System) oder ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm). „Sicherheitskomponenten, die anfänglich nur in Prototypen oder der Luxusklasse eingesetzt wurden, gibt es inzwischen in beinahe allen Fahrzeugklassen, allerdings lassen sich von Hersteller zu Hersteller immer noch Unterschiede in der Ausstattung finden“, schildert Hollmann seine Erfahrungen.

Notbremsassistent seltenes Extra
Das ESP gehört inzwischen zur Serienausstattung und ist seit 2011 in der EU sogar Pflicht bei Neufahrzeugen. „Andere moderne Fahrerassistenzsysteme sind dagegen noch nicht so stark verbreitet und oftmals teure Sonderausstattung, auf die schnell verzichtet wird“, kritisiert der ACE-Fachmann. Dazu zählt beispielsweise auch der Notbremsassistent, der bis zu 40 Prozent der Auffahrunfälle vermeiden kann. Doch der Hinweis von Hollmann gilt nicht nur den Herstellern. „Nach wie vor bestimmen Aussehen, Komfort, Leistung oder Preis hauptsächlich die Autokaufentscheidung. So sind moderne Fahrerassistenzsysteme wie ein Abstandsregler, Spurhalteassistent oder Notbremsassistent gerade einmal in zwei bis fünf Prozent der Fahrzeuge verbaut. Demgegenüber verfügen heute beispielsweise 47 Prozent unserer Autos über eine Sitzheizung, 63 Prozent über Leichtmetallfelgen und 67 Prozent über eine Metalliclackierung.“
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