Ratgeber Verkehrssicherheit - Vor Weihnachten steigt die Unfallgefahr

 
Unfälle zur Weihnachtszeit
Autofahren und Glühwein passen auch in der besinnlichen Weihnachtszeit nicht zusammen.
Wer auf dem Weihnachtsmarkt gerne Glühwein oder Feuerbowle trinkt, sollte das Auto besser stehen lassen, darauf weist der Kreisvorsitzende vom ACE-Kreis Thüringen Süd, Klaus Hollmann, hin. Denn die Vorweihnachtszeit gehört zu den gefährlichen Zeiten für Autofahrer. Das hat eine Auswertung der Unfallzahlen des Statistischen Bundesamts ergeben. Ursachen sieht der ACE unter anderem im höheren Verkehrsaufkommen durch Urlaubs- und Reiseverkehr sowie in der schlechteren Sicht durch Dunkelheit und Wettereinflüsse. Auch der Alkoholkonsum auf dem Weihnachtsmarkt oder Jahresabschlussfeiern könnte eine Rolle spielen: Denn auch der prozentuale Anteil der Alkoholunfälle mit Personenschaden lag in vier der vergangenen fünf Jahre im Dezember jeweils über den Jahresmittelwerten. Insgesamt gab es im Jahr 2014 37.956 durch Alkohol verursachte Unfälle. Dabei wurden 17.116 Menschen verletzt und 260 getötet.

Polizeiliche Schwerpunktaktion gegen rote Nasen am Steuer


Aufgrund der immer noch hohen Anzahl an durch Alkohol verursachten Unfällen führt die Polizei nicht nur an den Feiertagen, sondern den gesamten Dezember hindurch schwerpunktmäßig Alkoholkontrollen durch. Gepustet werden muss häufig an Abenden, schließlich finden zum Jahresende auch die Feste und Weihnachtsfeiern von Unternehmen und Vereinen statt. Besondere Vorsicht sollten Autofahrer an den Tag legen, wenn es um den Alkoholkonsum auf Christkindlmärkten geht: Glühwein, Grog oder Punsch mit Schuss können schneller zu Ausfallerscheinungen führen, als man denkt. „Rechenspiele“, wie viele Gläschen man sich bis zur gesetzlichen Verbotsgrenze erlauben könne, sind laut ACE meist sinnlos. Die tatsächliche Alkoholmenge im Blut kann man nicht an Tabellen ablesen, sondern hänge von zahlreichen individuellen Faktoren ab. Einfluss habe beispielsweise Körpergewicht, Trinkdauer, Mageninhalt, Geschlecht oder Gesundheitszustand. Gewöhnliche „Promillerechner“ seien nicht in der Lage, diese und andere medizinisch relevante Faktoren in der gebotenen Differenziertheit abzubilden.
Auch der Restalkohol am nächsten Morgen sollte laut ACE nicht unterschätzt werden. Wer es abends übertreibt, sollte morgens das Fahrzeug stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel vertrauen. Kontrolliert wird nämlich erfahrungsgemäß auch vor Schichtbeginn am frühen Morgen.

Rechtliche Folgen


Die Konsequenzen einer Alkoholfahrt sind gravierend: Wegen Trunkenheit im Straßenverkehr können motorisierte Verkehrsteilnehmer bereits unter dem Schwellenwert von 0,5 Promille belangt werden. Nämlich dann, wenn sie mit 0,3 bis 0,5 Promille im Blut einen Fahrfehler begehen oder Ausfallerscheinungen zeigen. Ist das Gericht später der Ansicht, dass der Fahrfehler im nüchternen Zustand nicht passiert wäre, wird neben einer Geldstrafe in der Regel auch die Entziehung der Fahrerlaubnis ausgesprochen und eine mindestens sechsmonatige Sperrfrist für die Wiedererteilung verhängt. Kommt es zu einem Verkehrsunfall, drohen drei Punkte im Fahreignungsregister; eine Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) sowie Führerscheinentzug mit einer Sperrfrist von mindestens sechs Monaten.
Fahrer, deren Blutalkoholwert zwischen 0,5 und 1,09 Promille liegt, werden mit einem Bußgeld von 500 Euro, zwei Punkten im Fahreignungsregister und einem Fahrverbot von einem Monat bestraft. Wiederholungstäter müssen mit einem Bußgeld von bis zu 1.500 Euro und einem Fahrverbot von drei Monaten rechnen. Dies gilt allerdings nur dann, wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit festgestellt werden.
Nicht erst bei einem Unfall, sondern schon bei Fahrfehlern geht die Gesetzgebung von einer strafbaren Handlung aus. Drei Punkte in Flensburg, eine Geld- oder Freiheitsstrafe (bis zu 5 Jahre) und eine Sperrfrist von sechs Monaten folgen.
Ab 1,1 Promille gilt der Zustand der absoluten Fahruntüchtigkeit. Wer dennoch Auto fährt, begeht eine Straftat. Konsequenzen sind eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe. Der Führerschein ist weg und kann erst nach einer vom Gericht verfügten Zeit und nach Absolvierung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) erneut gemacht werden.
Fahranfänger, die vor Vollendung ihres 21. Lebensjahres und in der Probezeit mit bis zu 0,5 Promille im Blut gestoppt werden, erwartet ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro. Dazu kommt ein Punkt in Flensburg.
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