Wahlkampfplakate contra Verkehrssicherheit

Große Ablenkungsgefahr für Autofahrer im Bereich Bahnhofskreuzung, in Saalfeld

ACE-Kreisclub Saalfeld-Rudolstadt kritisiert „politische Kundenstopper“

Der Kreisverband Saalfeld-Rudolstadt des ACE Auto Club Europa schlägt Alarm. In Vorbereitung der Landtagswahl, am 14. September, werden Straßen, Kreuzungen und Kreisverkehre mit Plakaten und Stellwänden wieder bestückt. Nach Ansicht des Clubs gehören Stellwände und Plakate der politischen Parteien in Wahlkampfzeiten zwar durchaus zum Straßenbild und auch zur demokratischen Kultur im Lande.
Doch im Bereich von Kreuzungen, Ampeln, Einmündungen, Zebrastreifen und in Kreisverkehren hätten Wahlplakate „überhaupt nichts zu suchen“. Das sagt der Vorsitzende des ACE-Kreises Klaus Hollmann. Nach seinen Worten „beeinträchtigen falsch angebrachte Wahlplakate die Verkehrssicherheit.“ Sie müssten daher demontiert werden. „Mir kommt es manches Mal so vor, als würden die politischen Parteien mit ihren Plakatwänden regelrechte Barrikadenkämpfe austragen wollen“, meint dazu ACE-Mann Hollmann. Er appellierte an die Parteien, ihre Materialschlacht besonders an neuralgischen Verkehrsknotenpunkten einzuschränken. „Kinder sind dort besonders gefährdet, wenn sie wegen Plakatierung an Gehwegen von Autofahrern nur spät wahrgenommen werden können“.

Informationsaufnahme und optische Reize


Im Normalfall können Kraftfahrer laut ACE drei bis fünf Informationen pro Sekunde aufnehmen. Kämen zusätzliche optische Reize, zum Beispiel Plakate, hinzu, würden Verkehrszeichen zwar noch wahrgenommen, aber erst dann, wenn der Fahrer sie bereits passiert habe. Schon im normalen Verkehr haben "Auswärtige Kraftfahrer" und auch Einheimische Probleme mit der Verkehrsführung, besonders am Bahnhof Saalfeld und den Kreisverkehren, jetzt werden sie auch noch durch die vielen Plakate "unbewußt" abgelenkt.

In Deutschland muss nach Angaben des ACE innerhalb geschlossener Ortschaften im Schnitt schon jetzt alle zehn Meter ein Verkehrszeichen beachtet werden. Bei dieser Dichte von Verkehrsschildern hätten Autofahrer bei Tempo 50 nur eine drei Viertel Sekunde Zeit, sich auf Ver- und Gebote einzustellen. Der ACE zieht daraus den Schluss, nicht nur den Schilderwald zu lichten, sondern auch Breschen in den Plakatdschungel der Parteien zu schlagen.
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