Wertschätzende Kommunikation in der Familie

Ich erlebe, sowohl privat wie auch beruflich, wie anstrengend Familie sein kann. So sehr ich meine Familie liebe und die positiven Seiten überwiegen, gibt es einfach auch die Kehrseite. Die Tage, an denen nichts gelingen will, jeder das Wort in den falschen Hals bekommt und die Familienmitglieder dann maulend beim Abendbrot sitzen.

Die Familie, als kleinste Einheit der Gesellschaft, will gepflegt werden. In den meisten Fällen bedeutet das Arbeit. Von nichts kommt nichts, auch nicht in der Familie. So radikal wie sich das jetzt für dich anhört, so meine ich es auch.

Wie soll eine Familie funktionieren, wenn niemand etwas dafür tut?

Familie haben und Familie leben heisst: Jeden Tag etwas dafür zu tun.
Damit meine ich nicht die großen Dinge, sondern die kleinen. Hier eine Umarmung, dort eine kleine Aufmerksamkeit. Gemeinsame Erlebnisse schaffen. Gemeinsame Ritualen entwicklen. Jeden zu Wort kommen lassen. Jedem zu hören. Zeit haben. Bewusst.

Eine wertschätzende Kommunikation in der Familie ist für mich die Grundlage.

Die wertschätzende Kommunikation ist die Basis für:
- gemeinsame Gespräche und Absprachen in der Familie
- Konfliktklärung innerhalb der Familie
- Individualität der einzelnen Familienmitglieder
- die Kindererziehung
- die gelebte Partnerschaft mit Kindern
- die Stärkung des eigenen Ichs

Jede Familie ist Einzigartig. Ein Unikat.

So verschieden die Familien sind, so verschieden sind auch ihrer Werte, Ritualen, ihre guten Seiten und eben auch die Kehrseiten.

Ich möchte mir nicht anmaßen zu urteilen, was gut oder schlecht ist. Alles ist erlaubt, solange es allen gut geht. Aber manchmal ist gerade dass das Schwerste. Die Balance in der Familie zu finden und zu halten.

Mit einer wertschätzenden Kommunikation gelingt das nicht im Schlaf, allerdings ist es eine guter Anfang. Eine Basis auf der sich aufbauen lässt.

Wie kann sie nun gelingen, die wertschätzende Kommunikation in der Familie?

Meine Strategien für Dich:

1. Plane Zeit für Kommunikation in den alltäglichen Ablauf ein

Nimm dir bewusst Zeit für die Kommunikation deiner Familie. Ist ein Zeitfenster von Anfang an eingeplant, können sich alle Familienmitglieder darauf vorbereiten. Zudem gibt es Sicherheit, weil jeder weiss wann er gehört wird.


2. Sei präsent in deiner Kommunikation

Das bedeutet, unterlasse Tätigkeiten nebenbei.

Also, wenn ein Familienmitglied dir etwas zu erzählen hat, dann sei präsent. Unterlasse Nebentätigkeiten. Sie lenken dich vom Gespräch ab und wirken negativ auf dein Gegenüber.


3. Unterlasse Spitznamen und Kosewörter die zweideutig sein können

Wie oft höre ich Spitznamen für Kinder. Manche sind echt süss, andere dagegen wirken auf mich befremdlich. Warum? Weil sie zweideutig sind.

Beispiel gefällig?
- Hosenscheisser
- Madam, kleine Lady
- kleiner Teufel
- kleiner Schreihals
- Jammerlise
- …

Kinder können mit Ironie noch nichts anfangen. Und wird ihnen täglich gesagt, sie benehmen sich wie ein kleiner Teufel, dann werden sie zu einem. Ebenso ziehen wir uns kleine Divas ran, wenn wir sie immer kleine Prinzessin oder kleine Lady nennen. Du magst das vielleicht übertrieben finden. Ich erlebe allerdings in meiner Praxis wie sich die kleinen „Hosenscheisser“ aufführen und wie sie sich mit diesem Kosenamen fühlen.

Jedes Kind hat zur Geburt einen Namen geschenkt bekommen. Einen individuellen Namen, um den sich die Eltern meist viele Gedanken gemacht haben.

Warum benutzen sie ihn dann nicht?


4. Wer schreit hört auf, zu denken

So sagt der Volksmund.

Bevor du das nächste mal versuchst dir über die Lautstärke Gehör zu verschaffen: Erstmal innehalten und tief durchatmen. Einmal, zweimal, notfalls dreimal. Und dann in einem ruhigen Ton nochmal das eigene Anliegen vortragen. Erklären, warum es wichtig ist. Und was es mit dir macht, wenn dir nicht zu gehört wird oder ihr zu spät das Haus verlasst.


5. Achte auf deine Wortwahl

Bist du mit einem Familienmitglied im Gespräch, egal ob kurz oder lang, achte auf deine Worte. Worte können Waffen sein. Sie können verletzen, Vertrauen kaputt machen, Zorn & Groll schüren. Rede mit den Worten, mit denen du auch angesprochen werden möchtest. Verwende Bitte und Danke. Versuche eine positive Sprache zu entwickeln.



Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige