Wertschätzende Wörter für unsere Kinder

Wie erziehen wir unsere Kinder? Klar, nach unseren Werten. Werte, die uns mit auf den Weg gegeben wurde. Werte, die wir vermittelt bekommen haben von Menschen aus unserer Umwelt. Werte, die wir gelesen haben und für gut befunden haben. Werte, die wir uns in den letzten Jahren selber aufgebaut und für wichtig eingestuft haben.

Wie reden wir mit unseren Kindern? So, wie wir es gelernt haben. Wie unsere Eltern und Großeltern mit uns sprachen. So, wie es pädagogisch wertvoll sein kann und soll. So, wie uns der Schnabel gewachsen ist.

Wahrscheinlich von allem ein bisschen, fließt in unsere Kommunikation mit Kindern rein.



Meine Frage

Ich frage dich, wie bewusst bist du dir über deine Worte die du verwendest in der Kommunikation mit deinem Kind? Ich frage dich, welche Worte wurden als Kind zu dir gesagt und sagst du nun zu deinem Kind? Ich frage, bist du dir im Klaren darüber, was die Worte deiner Eltern mit dir gemacht haben und welche Macht sie auf dich ausüben? Ich frage, wenn du die gleichen Worte von damals deinem Kind gegenüber anwendest, macht dass das gleiche mit ihm wie mit dir?

Jeder von uns hat in seiner Kindheit Worte gehört, die ihm gut taten. Wörter, die Lob und Stolz ausgedrückt haben. Wörter, die Zuneigungen und Geborgenheit ausstrahlten. Wörter, die eine Geheimsprachen waren, als Zeichen der Verbundenheit. Diese Wörter und Sätze von Eltern und Großeltern haben uns geprägt. Und in manch sentimentaler Stunde sind sie wieder da und geben Kraft und Sicherheit. Sicherheit dafür, dass alles gut wird.

Was aber ist mit den Worten die nicht positiv und schön waren? Worte, die uns weh getan haben oder uns verletzt haben. Worte, in denen wir uns gedemütigt fühlten? Worte, die uns trafen, die wir aber nicht ansprechen konnten. Warum? Weil wir zu klein waren, um zu erkennen was gerade geschieht. Weil wir Kinder waren und aus Respekt (oder Angst?) vor dem Alter keine Widerrede uns trauten. Weil wir selbst als Erwachsene noch darunter leiden solche Worte gehört zu haben.
Weil wir nicht verstehen könne, warum liebende Menschen so etwas sagen.

Bewusste Kommunikation

Wer bewusst kommuniziert, der weiß um seine Sätze. Weiß, was sie mit einem gemacht haben. Weiß, das diese Sätze nicht hilfreich waren für die Stärkung des Selbstbewusstseins.
Und trotzdem verwenden Eltern eben genau diese Sätze bei ihren eigenen Kindern. Sagen dieselben schlimmen Wörter, mit der gleichen Wirkung. Und warum? Weil sie es so erlebt haben. Weil es ihnen nicht geschadet hat. Sicher? Ganz sicher?

Nur weil es schon immer so war, heißt es nicht, dass es gut ist.
Nur weil deine Eltern so mit dir gesprochen haben, heißt das nicht, dass es spurlos an dir vorbeigegangen ist.

Die eigenen Verletzungen anzuschauen, dass macht nun wirklich keine Freude. Zu erkennen, dass die eigenen Eltern auch nur Menschen waren und Fehler gemacht haben - da platzt so manche Fantasieblase. Allerdings sollte uns das Wohl unserer Kinder genau das wert sein.

Worte können Waffen sein. Nach innen und nach aussen. Im Guten, wie im Bösen. Werden dieselben Wörter von damals verwendet, dann schwingt da diese Energie mit. Diese Energie von Wut und Demütigung. Von der Ohnmacht, nichts dagegen getan zu haben bzw. zum damaligen Zeitpunkt nichts ausrichten zu können. Enttäuschung darüber, dass diese Worte unsere/ deine Ohren erreichten.
Mit Worten werden Emotionen verbunden und diese durch das Weiterverwenden auch weitergetragen. Diese Energie erreicht dann deine Kinder, die von deinen Verletzungen nichts wissen. Die von der Macht der Worte nichts wissen.
Es ist dann, als würde eine rohes Ei nicht nur auf den Boden fallen, sondern als würde die Person, der das Ei aus der Hand gefallen ist im Schlusssprung nochmal drauf springen. Schön ist das nun wirklich nicht!!!

Schlusswort

Ich wünsche mir, dass Eltern, Großeltern, Pädagogen und all die Menschen die mit Kindern zu tun haben, sich darüber bewusst sind. Das sie sich ihre Vergangenheit anschauen und die Worte die diese geprägt haben. Das sie erkennen, dass das eben so war und sie es nun in der Hand haben es anders zu machen. Das kleine Kinderseelen so zart sind, dass es uns wert sein sollte, unsere Sprache sorgsam zu wählen. Das es ein Privileg ist, mit Kindern zu leben und diese Beziehungen nicht leichtsinnige auf die Probe gestellt werden sollte.

Auch wenn jetzt - am Ende meiner Gedanken - einige Leser meinen, ich sei zu esoterisch oder zu Freud-lastig mit meinen Aussagen. Es geht immer noch um Kommunikation und all unser Tun oder Nicht - Tun wirkt. Bei uns und beim Gegenüber und erst recht bei Kindern. Das allein reicht mir, um so einen Beitrag zu verfassen und aufzurütteln. Und natürlich darf es auch weh tun - schließlich wollen wir alle an unseren Erfahrungen wachsen und reifen und für unsere Kinder gute Kommunikationsvorbilder sein!

Das Miteinander darf leicht sein und Kommunikation auch!
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