Die Schritte sind verinnerlicht: Andreas Wunder trainiert die Rudolstädter Line Dancer

Zweimal in der Woche treffen sich die Rudolstädter Line Dancer zum Training. Aus beruflichen Gründen können nicht immer alle anwesend sein.
Rudolstadt: Line Dancer | Im Proberaum in Rudolstadt/Schwarza erklingt moderne Musik. Die Tänzer stehen in zwei Reihen. Jeder führt die gleichen Schrittfolgen aus, tanzt alleine. Und doch bildet die Gruppe eine Einheit – alle Bewegungen sind synchron. Andreas Wunder gibt bei einem neuen Lied die Zählzeiten vor. Es ist Trainingsabend bei den Rudolstädter Line Dancern.

„Bei einem Volksfest 2004 habe ich Line Dance kennengelernt. Ich war sofort begeistert, belegte zeitnah einen Kurs in der Volkshochschule, erlernte Grundschritte“, erzählt der Rudolstädter. Um diesen Sport weiter zu betreiben, gab es in der Region damals keine Möglichkeit. So gründete er 2006 gemeinsam mit seiner Frau Annette die „Rudolstädter Line Dancer“. Gleichgesinnte waren schnell gefunden, über die Jahre kamen und gingen allerdings viele Mitstreiter. Den harten Kern der Gruppe bilden heute acht Frauen und zwei Männer.
Was für den Zuschauer oft einfach aussieht, ist nicht immer leicht zu lernen. Jeder einzelne Tanz besteht aus einem speziellen Schrittmuster. Die Schrittfolgen werden zu einer bestimmten Anzahl von Takten, Counts genannt, getanzt und wiederholen sich regelmäßig. Dabei erfolgen ein oder mehrere Richtungsänderungen bis das Lied zu Ende ist. „Für jedes Musikstück gibt es eine eigene Choreografie. Einfache verfügen über 20 Counts, wie „Achy Breaky Heart.“ Unser anspruchsvollster Tanz zu „Mony, Mony“ hat 128 Counts“, sagt Wunder. Dafür ist ein sehr gutes Taktgefühl notwendig, um als Gruppe synchron zu sein. Dafür wird zwei Mal in der Woche trainiert. Damit keine Langeweile aufkommt, ist der Trainer ständig auf der Suche nach neuen Tänzen, meist aus dem Internet. „Ich probiere diese aus, lerne und perfektioniere sie dann mit den anderen Gruppenmitgliedern.“ Zu einer Erfurter Choreografin, Gudrun Schneider hat Andreas Wunder gute Kontakte, mehr als 30 ihrer Tänze gehören bei den Rudolstädter Line Dancern zum Repertoire. Dieses ist über die Jahre stetig angewachsen, es umfasst heute mehr als 500 Tänze. 190 davon sind sogar im Internet als Videos bei Youtube hochgeladen.

Auf unterschiedlichen Veranstaltungen zeigen die Line Dancer ihr Können, wie bei Stadtfesten in Rudolstadt oder Saalfeld, der Kirmes in Schwarza, auf Betriebsfeiern oder Geburtstagen. „Den am weitesten entfernten Auftritt hatten wir in einer amerikanischen Countrykneipe. Da kein Sitzplatz mehr im Raum war, haben wir einfach zur Musik zwischen den Tischen getanzt. Spontan wurde für uns ein Tisch hergerichtet, wir bekamen Getränke und Speisen frei. Mit unserem Können haben wir die Amerikaner sichtlich begeistert. Es klickten viele Fotoapparate.“ Auch beim erfolgreichen Line-Dance -Weltrekordversuch gemeinsam mit 1048 Tänzern im vergangenen Jahr in Chemnitz war die Gruppe mit dabei.

Der Spaß am Tanzen hält die Rudolstädter Line Dancer zusammen. Im Jahr 2013 schafften sie es, für den Line-Dance-Star-Award - für das beste Teamvideo - nominiert zu werden, kamen unter die besten fünf. „Leider haben wir nicht gewonnen. Unser große Ziel ist es, 2014 diesen Preis nach Rudolstadt zu holen.“ Dafür wird fleißig geübt. So manches Paar Tanzschuhe ist schon durchgetanzt.

Am Ende des Abends legt Andreas Wunder ruhige Klänge mit „Heart of an Angel“ von Modern Talking auf. Elegant gleitet er mit seiner Frau Annette im Walzertakt über das Parkett. „Line Dance ist zu jeder Musik möglich, von Country, über Pop bis hin zu Schlager und Hardrock. Und wenn es sein muss, tanzen wir auch zu Blasmusik.“
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