Im Gespräch: Heinz Zak der Akrobat der Berge

Wann? 29.01.2012 19:00 Uhr

Wo? Meininger Hof, Alte Freiheit 1, 07318 Saalfeld/Saale DE
Heinz Zak auf einer Slackline an der Zugspitze. (Foto: Angelika Zak)
 
(Foto: Angelika Zak)
Saalfeld/Saale: Meininger Hof | Der Akrobat der Berge

AA-Redakteur Andreas Abendroth im Gespräch mit Heinz Zak, dem Pionier des Sportkletterns

Die Berge sind die Welt des Tirolers Heinz Zak. Er ist Extremkletterer, Slackliner, Bergführer und Fotograf. Ende der siebziger Jahre brachte er die Idee des Sportkletterns vom amerikanischen Kontinent in seine österreichische Heimat mit, half bei der Erschließung von Klettergebieten. Mit Erstbegehungen und spektakulären Aktionen zeigte er, dass er zu den Großen im Sportklettern gehört. Am Sonntag, 29. Januar, kann man den „Akrobaten der Berge“ im Rahmen des Thüringer Diafestivals life im Meininger Hof erleben. Im Vorfeld sprach ich mit dem Pionier des Sportkletterns.

Wie wird man vom Lehrer zu einem der bekanntesten österreichischen Extrembergsteiger?

Ab dem 15. Lebensjahr waren Klettern und Bergsteigen meine großen Leidenschaften. Ohne Berufsausbildung wollte ich dennoch nicht im Leben stehen. Der Lehrberuf machte mir auch Spaß, aber die vorgeschriebene Arbeitszeit zeigte mir schnell, dass sich das nicht vereinbaren ließ mit meinen Zielen als Extremkletterer. Ausnahmsweise gewährte mir mein Land mehrmals ein Karenzjahr. In dieser Zeit erfolgte ein gleitender Übergang in meinen Beruf als Kletterer und Bergfotograf.

Wenn man in einer Gebirgsregion, Sie wurden in Wörgl in Tirol geboren, das Licht der Welt erblickt, wird einem die Leidenschaft des Kletterns mit in die Wiege gelegt?

Mit drei Jahren konnte ich Schi fahren. Mit meinen Freunden verbrachte ich jede freie Minute im Wald, auf den Bäumen - wir spielten Tarzan... In den Sommermonaten war ich immer mit meinen Großeltern auf einer Alm in den Bergen. Zudem war mein Vater mal Kletterer, der seine Leidenschaft bei meiner Geburt aufgeben musste. Klettern hatte 1958 einen sehr schlechten Ruf - Klettern war unter Umständen schnell mal tödlich!

Was macht das Erlebnis „Klettern“ aus?

Klettern hat für mich heute viele verschiedene Gesichter: Als Jugendlicher machten wir die gefährlichen Routen. Es klingt fast unfassbar, aber wenn wir uns am Einstieg die Hand schüttelten und „mach‘s guat“ sagten meinten wir auch: pass bizze auf, dass wir nicht gemeinsam aus der Wand fallen. Ich könnte haarsträubende Geschichten erzählen. Leistung wurde in unserer Gruppe nicht am Schwierigkeitsgrad, sondern an der Gefährlichkeit gemessen. Heute bin ich immer noch mit meinem besten Freund und Kletterpartner aus den ersten Jahren unterwegs. Wir haben Spaß, klicken die Bohrhaken im Klettergarten oder in der Kletterhalle und reden über Frauen, Beruf etc. Nach dem Klettern gehen wir Essen. Das intensivste Erlebnis habe ich nach wie vor im äußersten Extrembereich in einer großen Wand, bei einer Erstbegehung oder einer ganz schwierigen Route. Dort, wo man nicht genau weiß, ob man hinaufkommt, wo man sich auch mal was zutrauen muss, wo man richtig hart um ein Ziel kämpfen muss. Da spüre ich mein Leben besonders intensiv.

Sie gelten als Pionier des Sportkletterns. Wie hat sich dieser Sport seit den 80er Jahren verändert?

Zerschlissene Jeans oder weiße Malerhosen, lange Haare und ein unkonventionelles Leben war Erkennungszeichen für viele Spitzenkletterer. Mit der Umformung und Reglementierung des Kletterns zum Sport bekamen die Kletterer auch ein anderes Erscheinungsbild. Ich empfinde diese Weiterentwicklung positiv. So viele Jugendliche haben heute schon in der Schule die Chance, eine richtige Lebensader für sich zu entdecken. Und Klettern hat heute den Vorteil, dass es so vielseitig ist: Spaß in der Halle, gut gesichertes Sportklettern am Limit, oder einfach rein in eine wilde alpine Wand, wo man psychisch und physisch an die Grenze kommt.
Klettern hat „all inclusiv“!

Danke, für die interessanten Einblicke in Ihr Leben zwischen Himmel und Erde.


Thüringer Diafestival
Heinz Zak „Abenteuer in der Senkrechten“ 29. Januar, 19.00 Uhr, Meininger Hof, Saalfeld.
Heinz Zak nimmt sie mit in die abenteuerliche Welt der Kletterer, zu schroffen Graten, steilen Wänden, zu fremden Landschaften und fernen Kletterzielen.
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