Mario Milde organisiert den Einsatz der 170 Thüringer Kampfrichter beim Biathlon Weltcup in Oberhof

Die Waffenkontrolle gehört vor einem Wettkampf mit zu den wichtigen Aufgaben eines Kampfrichters.
 
„Für mich ist es der Super-Gau, wenn sich am Wettkampftag mehrere Kampfrichter erst früh krank melden. Denn ich habe nur eine Stunde Zeit, qualifizierten Ersatz zu besorgen.“
Oberhof: DKB Arena Oberhof | Im Jahr 2004 stand Mario Milde erstmals als Zuschauer beim Biathlon-Weltcup in Oberhof an der Strecke – und war total begeistert. Für ihn stand schnell fest: Ich möchte hier mit aktiv tätig werden. Heute ist der Gräfenrodaer internationaler Kampfrichter der IBU (Internationalen Biathlon Union). Nach seiner Premiere im vergangenen Jahr ist er auch 2015 wieder als oberster Kampfrichter beim Weltcup Anfang Januar Einsatz. Seit mehr als einem halben Jahr plant und organisiert Mario Milde gemeinsam mit dem Organisationskomitee den Einsatz der 170 Thüringer Kampfrichter aus Vereinen in Luisenthal, Frankenhain, Oberhof, Tambach-Dietharz, Trusetal, Großbreitenbach und weiteren Orten. Die Einsatzmöglichkeiten der Kampfrichter sind vielfältig und erstrecken sich von der Anti-Doping-Kontrolle über Streckenposten, Schießstand und Wettkampfbüro bis hin zur Waffen- und Skimarkierung. Im Gespräch mit AA-Redakteurin Ines Heyer zeigt Mario Milde die verantwortungsvollen Tätigkeiten der einzelnen Bereiche auf, ohne die ein Biathlon-Weltcup gar nicht stattfinden könnte.

Antidopingkontrolle:
Zwei Stunden vor Wettkampfbeginn werden über ein Losverfahren zehn Sportler ermittelt, die zum Anti-Doping-Test müssen. Die Aufgabe der Kampfrichter ist nun, diese zu informieren, abzuholen und zur Kontrolle zu bringen. Nach dem Zieleinlauf müssen der Sieger und zwei ausgewählte Sportler der ersten sechs wieder zu Kontrolle gebracht werden.

Ski- und Waffenmarkierung:
Jede Waffe wird gewogen - 3,5 Kilogramm sind das Minimum. Weiterhin messen die Kampfrichter den Widerstand am Abzug. Er muss mindestens 500 Gramm betragen, damit sich ein Schuss nicht selbstständig lösen kann. Die Waffennummer wird notiert. Jede Waffe erhält einen Markierungsaufkleber, ebenso die Ski.

Start-Ziel-Bereich:
Hier geht es zuerst darum, Maße zu kontrollieren: Ist jede Startspur korrekt gelegt, stimmen die Streckenbreiten, werden alle Anforderungen im Zielkorridor erfüllt oder stehen die Fernsehkameras im genau vorgegebenen Abstand. Weiterhin überprüfen die Kampfrichter am Start und Ziel die Markierungsaufkleber. Im Ziel wird zusätzlich noch die Waffe kontrolliert: befindet sich kein Schuss mehr im Lauf, sind die Magazine leer.

Zeitmessung: Zusätzlich zur elektronischen Zeitnahme gibt es eine manuelle Messung – für den Fall, das die Technik ausfällt. Sechs Kampfrichter sind insgesamt hiermit betraut.

Streckenposten:
Hier arbeiten jeweils zwei Kampfrichter Hand in Hand. Es werden die Startnummern der vorbeikommenden Sportler in der entsprechenden Reihenfolge notiert. Ein Kampfrichter sagt an, ein weiterer schreibt.

Strafrunde:
Diese ist mit drei Posten je zwei Kampfrichtern besetzt. Einer sagt jeweils die Startnummern der Sportler an, ein weiterer notiert.

Schießstand: Am Schießstand stehen die meisten Kampfrichter. Es gibt drei Arten der Erfassung: eine elektronische und zwei manuelle. Bei der elektronischen Erfassung hat der Kampfrichter drei Stände zu beaufsichtigen. Bei der ersten manuellen schreibt ein Kampfrichter die Start- und Standnummer auf, zählt die Schüsse mit und zeichnet im Protokoll auf, wo die Fehler geschossen wurden. Er überwacht maximal zwei Stände. Die zweite manuelle Erfassung muss die Start- und Standnummer sowie die fehler notieren. Dieser Kampfrichter überwacht drei Stände.

Protokollläufer: Dieser Kampfrichter ist während des Wettkampfes ständig unterwegs. Nach jedem Schießen sammelt er die manuellen Protokolle von Schießstand 1 bis 30 und den Strafrundenposten ein und bringt sie ins Rechenbüro. Danach geht es schnell zurück, und die nächste Runde beginnt.

Rechenbüro: Hier gleichen zwei Kampfrichter die eingehenden Listen vom Protokollläufer danach ab, ob Schießfehler und gelaufene Strafrunden identisch sind. Diese Daten werden im Rechner gespeichert.

Wettkampfbüro:
Dieses ist der zentrale Anlaufpunkt für Mannschaftsführer und Trainer. Die Kampfrichter haben hier dafür zu sorgen, dass Startlisten, Zeitpläne, Wetterberichte oder Änderungen im Wettkampf jeweils rechtzeitig in den Fächern jeder Mannschaft liegen.

Bekleidungstransport: Die Säcke mit den Sachen der Sportler müssen vom Start zum Zielbereich transportiert werden.

Mobiles Einsatzkommando: Diese Kampfrichter richten im Vorfeld des ersten offiziellen Trainings den Unterbau aus Schnee am Schießstand her. Bevor die Schießmatten aufgelegt werden, muss alles absolut waagerecht sein – gemessen mit der Wasserwaage. Die Schießbahnmarkierungen werden aufgebracht und die Windfahnen massgenau aufgestellt.

Offizielles Training: Hierbei sorgen die Kampfrichter für Ordnung und Sicherheit.


Hintergrund:
Für jeden Bereich gibt es noch einmal einen entsprechenden Bereichsleiter.
Zu jedem Bereichsleiter gehört zusätzlich noch ein Kampfrichter der IBU, der alles genauestens überwacht.
Für die Waffe ist jeder Sportler selbst verantwortlich.
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