WeltmeisterJohn Kallenbach: Zwischen Fight und Familie - Ein Leben mit dem Sport

Der Vater: John Kallenbach, hier mit Sohn Colin-Tyler, ist nicht nur ein harter Kampfsportler, sondern auch ein liebevoller Familienvater. Fotos: Andreas Abendroth
 
Der Kämpfer: John Kallenbach beim Training mit einem Sparring-Partner im Narong Gym Saalfeld.
Saalfeld/Saale: Algemeiner Anzeiger | Zwischen Fight und Familie - Ein Leben mit dem Sport

Plauderstunde mit dem WKA Weltmeister im Thaiboxen, John Kallenbach


Von Andreas Abendroth

Der Pößnecker John Kallenbach hat in seiner Sportlaufbahn bereits viele Titel erkämpft. WKA Internationaler Deutscher Meister, Amateur Europameister Kickboxen und als Krönung am 28. Januar diesen Jahres den WKA Weltmeistertitel im Thaiboxen. Zusammen mit seinem Sohn Colin-Tyler, trafen wir uns in der Redaktion des Allgemeinen Anzeigers zu einer Plauderstunde.

John, wie geht es dir?

Natürlich gut. Besonders, wenn meine Söhne Colin-Tyler und Nick-Elias, meine Frau und mein Bruder – einfach meine Familie um mich ist. Sie sind mein besonderer Rückhalt im Alltag.

Ist Alltag für dich nur der Sport?

Oh nein. Das wird von vielen Menschen falsch eingeschätzt. Ich gehe einer geregelten Arbeit nach. Ich bin Maschinenführer im Buchdruckbereich in Pößneck. Dann bin ich Familienvater und dann auch noch Sportler. Trainieren tue ich sechsmal die Woche. Alles unter einen Hut zu bringen ist oftmals gar nicht so einfach. Ich bin zwar erst 29, aber man muss auch an die Zukunft denken. Ich betreibe eine Randsportart, in der man keine Millionen verdient. Eher Ruhm und Ehre. Mit dem Sport kann es mal schnell vorbei sein. Außerdem muss ich in meiner Sportart oftmals mit unqualifizierten Vorurteilen klar kommen.

Kannst du das mal etwas genauer schildern?

Diese Vorurteile haben verschiedene Facetten. Es beginnt bei der Sportart. Brutal, wir treten und schlagen ja nur. Dann, dass ich ein Tattoo habe und auch noch Glatze. Besonders, wenn einige Menschen hören, dass man aus dem Ostbereich Deutschlands kommt, ist man sehr schnell in eine Richtung abgestempelt. Nur wenige fragen mal nach. So würden sie erfahren, dass beispielsweise meine nicht vorhandene Styling-Frisur auf Haarausfall zurückzuführen ist.

Wie ist es dir nach dem Profititelgewinn ergangen?

Ich hatte das Gefühl, dass viele mit mir zusammen richtig Stolz waren, als ich den Titel erkämpft hatte. Ich selber habe es auch erst einmal realisieren müssen. Ich habe mir Fotos und Videos angesehen. In der Zwischenzeit habe ich ja bereits wieder einige Kämpfe bestritten. Am Anfang stand ich richtig unter Druck. Alle haben eine gewisse Erwartungshaltung. Außerdem bekommt man nur noch starke Gegner. Doch ich habe gelernt, damit richtig umzugehen. Es ist auch etwas anderes vor heimischer Kulisse zu fighten, wo dich jeder Zweite kennt.

Ein neuer Herausforderer steht ja bereits in den Startlöchern. Wie bereitest du dich auf die Titelverteidigung am 24. November vor?

Ich muss körperlich und geistig fit sein. Es wird viel trainiert. Unter anderem habe ich als Sparring-Partner den derzeitigen Europameister Mario Schulze. Was das Mentale betrifft: Wenn ich in den Ring steige weiß ich, das man hart rangenommen wird. Prellungen und blaue Flecke gehören dazu. Ich muss von mir selbst überzeugt sein aber auch darüber klar sein, dass nicht jeder Gegner besiegbar ist. Und, dass Fairness ganz oben stehen muss. Es ist eben ein harter Sport.

John. Ich danke dir für deinen Besuch und deine so offenen Worte und Gedanken. Viel Glück bei den Vorbereitungen.



HINWEIS:

In 28 Tagen ist es soweit.
Am 24. November 2012 findet der Kampf um den Weltmeistertitel in Saalfeld statt.
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