Bier als Zahlungsmittel: Narrengericht in Königsee hat lange Tradition

Aus Rainer Voigt wird ab dem 11. 11. wieder „Muffel vom Matinshorn“. Der Vizepräsident der Karnevalgesellschaft „Unweiser Rat Königsee seit 1391“ zeigt einen Schatz des Vereins: Die mehr als 700 Seiten umfassende Chronik. Denn die Ursprünge des „Unweisen Rates“ reichen nachweislich bis in das Jahr 1391 zurück.
Königsee: Unweiser Rat | „Ein senatus desipiens war einst der Unweise Rat. erklärt Rainer Voigt, Vizepräsident des Karnevalvereins „Unweiser Rat Königsee seit 1391“. Im Mittelalter war es üblich, das Gericht durch ein Narrengericht zu parodieren. Über die Frevler wurden hohe Strafen mit Tonnen von Gold verhängt, die aber zum Glück mit einigen Kannen Bier abgegolten werden konnten.“ Viel Interessantes aus der über 600-jährigen Geschichte des Unweisen Rates in Königsee lässt sich in dem kleinen Museum in der Schwarzburger Straße entdecken. Der Chronist Jochen Baumann hat in jahrelanger Arbeit und unendlich vielen Recherchen gemeinsam mit vielen Mitstreitern wertvolles Material zusammengetragen und aufgearbeitet. Die Ursprünge liegen im Mittelalter, nachweislich im Jahr 1391. „Damit sind wir älter als die Wasunger. Diese haben sich damit abgefunden“, sagt Voigt. Weitere Schätze im Museum sind sehenswerte Requisiten, Narrenkappen oder ein original Ornat eines Bauern vom rheinländischen Dreigestirn aus Brauweiler – ein Geschenk des dortigen Vereins.

Leider ist in Königsee durch die Wirren der Geschichte und einige Brände viel wertvolles Material vor allem aus dem Mittelalter verloren gegangen. Es gibt keine genauen Aufzeichnungen mehr, worüber einst genau gerichtet wurde. „Wir sind noch immer auf der Suche nach den Kirchenbüchern aus jener Zeit. Wir vermuten, dass sich im Vatikan oder in Konstanz noch etwas finden lässt. Unsere Recherchen gehen weiter.“

„Dumm gelaufen“ ist in Königsee ebenso einiges, ist es doch auch das Motto der 622. Saison. Alltägliches und Geschehnisse aus der Stadt werden auf die Schippe genommen. Das genaue Programm wird in den nächsten Tagen zusammengestellt. Die 140 Vereinsmitglieder stehen sozusagen in den Startlöchern. Wer in diesem Jahr das Prinzenpaar sein wird, bleibt bis zum 11.11. noch geheim, wird es doch nur vom Präsidenten ausgewählt.

Termine:
11. November, 11.11 Uhr: Proklamation des Prinzenpaares und Schlüsselübergabe auf der Rathaustreppe
15. November, 21 Uhr: Unweise Rockparty, Waldhaus
16. November, 20.11 Uhr: Narrensitzung, Waldhaus
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