Den Sitzendorfern ist an einem Tag im Jahr alles Worscht!

Der Lawerworschtkönig 2016 ist Uwe Böhme aus Unterwirrbach. Er ist Mitglied RGZV Schloßkulm u.U. (Foto: Gerd Pfanstiel)
 
Martin Möller ist ein begnadeter Hobbyfleischer. Er konnte bereits vier Mal den Titel „Lawerworscht-König“ erringen. (Foto: Schneider)
Sitzendorf: Brauchtumsverein |

Es geht um Thüringer Wurst - und letzten Endes um majestätische Ehren. Bratwurst? Fehlanzeige! Die Sitzendorfer frönen einer anderen wurstigen Spezialität: Der Lawerworscht, was hochdeutsch Leberwurst bedeutet. Hunderte Schaulustige kommen immer zusammen, wenn hier einmal im Jahr zum Lawerworscht-Kongress ins Schwarzatal gerufen wird - mit der Krönung des Lawerworscht-Königs. Damit sind die Sitzendorfer deutschlandweit fast einmalig. Stephan Schneider, Vorsitzender vom ausrichtenden Sitzendorfer Brauchtumsverein, stellt sich den Fragen von AA-Redakteurin Ines Heyer.

Leberwurst ist in aller Munde...
Bei mir auch. Ich esse sie sehr gerne. Egal ob mit Pellkartoffeln oder auf dem Brot – Leberwurst ist eine Delikatesse. Das sehen meine Vereinsmitstreiter ebenso. Deshalb wurde vor vielen Jahren die Idee des Lawerworscht-Kongresses geboren.

Ein Kongress für eine Wurst?
Wir knüpfen an die Tradition des Hausschlachtens an, wo Wurst noch selbst produziert wurde. Nur wenige haben heute noch das Wissen, wie ihr Brotbelag entsteht. Uns ist wichtig, dass die Zuschauer dies live mitverfolgen können und selbst als Jury agieren.

Da sind sicherlich einige Vorbereitungen nötig?
Ja, das ist richtig. Gegen fünf Uhr wird am Sportplatz bereits der große Kessel angeheizt. Fleisch, Speck, Leber und Zwiebeln werden kleingeschnitten, gekocht und durch den Fleischwolf gedreht. Von dieser Grundmasse erhält dann jeder Wettkampfteilnehmer gegen 10 Uhr fünf Kilogramm. Aus dem Rest der Masse wird gemeinsam Leberwurst gemacht. Da ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn viele Köche können auch schnell den Brei verderben.

Und wer stellt sich dem harten Urteil der Jury?
Sechs Hobbyfleischer werden aus dieser Grundmasse ihre ganz eigenen Leberwürste kreieren. Drei Stunden dürfen sie vor sich hin wursteln. Das Geheimnis sind dabei natürlich die Gewürze, wie Salz, Pfeffer, Majoran, Knoblauch oder Ingwer. Aber auch so manche geheime Würzmischung haben die Hobbyfleischer schon fertig in der Hosentasche.

Was macht die Besonderheit dieser Leberwurst aus?
Diese Lawerworscht ist grob, da sie durch den Fleischwolf gedreht wird und natürlich ganz frisch. Das kommt bei den Zuschauern gut an. Die rund 250 Leberwürste reißen uns die Leute fast aus den Händen. Sie sind persönlicher und geschmacklich vielseitiger. Zusätzlich kreiert Hans-Jürgen Schmidt im Vorfeld eine besondere Leberwurst-Delikatesse, in diesem Jahr die WhiPlLaWo. Mehr wird noch nicht verraten.

Sie übernehmen an diesem Tag welche Aufgaben?
Ich bin sozusagen der „Mann für alle Fälle“, sorge dafür dass alles reibungslos klappt und am Ende des Tages eine neue Majestät unsere Leberwurstkrone tragen kann. Übrigens, für alle, die jetzt Appetit auf ein Leberwurstbrot bekommen haben – der sollte unser Leberwurstbrot-Wettessen nicht verpassen.

Termin: Lawerworschtkongress in Sitzendorf findet jährlich einmal statt, Sportstätte „Willi Kaufmann“ (am Ortseingang von Schwarzburg kommend), mit Lawerworscht-Produktion, Krönung des Lawerwortsch-Königs, Lawerwortschbrot-Wettessen und vielem weiteren mehr rund um die Leberwurst, Ausrichter ist der Sitzendorfer Brauchtumsverein mit Unterstützung vom Rassegeflügelzuchtverein Schloßkulm.

Weitere Informationen: Brauchtumsverein Sitzendorf
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Renate Jung aus Erfurt | 24.10.2016 | 23:46  
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