Es dreht sich alles ums Geld

Holger Biehl und Walter Knappe vom Aktionskreis "Kirche in Not" bereiten die nächste Benefizveranstaltung für das Unterwirbacher Gotteshaus vor. Foto: Andreas Abendroth
Es dreht sich alles ums Geld

Der Aktionskreis „Kirche in Not“ im 1000 Seelen-Dorf Unterwirbach rüttelt die Bürger wach

Von Andreas Abendroth

UNTERWIRBACH. „Um diese Kirche dreht sich momentan unser ganzes Engagement“, betonen Holger Biehl und Walter Knappe.
Die beiden Männer gehören, gemeinsam mit weiteren sieben Personen, dem Unterwirbacher Aktionskreis „Kirche in Not“ an.
„Im Mittelpunkt unseres Handelns steht die Sankt-Gangolf-Kirche. Und der Aktionskreis zeigt sehr deutlich, um was es geht. Wollen wir die Kirche retten, müssen alle an einem Strang ziehen“, so Biehl.
Und dies tun momentan der Gemeindekirchenrat, der Pfarrer sowie drei engagierte Bürger des Dorfes. Sie sind sprichwörtlich der harte Kern.
„Im Aktionskreis hat jeder sein spezielles Aufgabengebiet. Von der Planung von Aktionen, über behördliche Antragstellungen bis hin zur kulinarischen Versorgung bei den Veranstaltungen“, wird berichtet.
Ganz oben stehen aber auch die Aufklärung der Bürger und die Gewinnung von Mitstreitern und Sponsoren. So zeigte ein Heimatabend, dass die Ortsansässigen großes Interesse an ihrem Heimatort haben.
„Es geht um ihren Ort und eine marode Kirche, die mitten im Ortskern steht. Eine Ruine als Aushängeschild? Und dazu noch an der Hauptverbindungsstraße zwischen Bad Blankenburg und der Kreisstadt Saalfeld… Das geht keinesfalls“, erläutert Holger Biehl.
Und Organisator Walter Knappe ergänzt: „Wir haben die Bürger wachgerüttelt. Und es hat sich ausgezahlt. Alle Vereine des Dorfes, Einzelpersonen und Firmen engagieren sich mittlerweile. Ein tolles Ergebnis für ein Einzelobjekt.“
Der Aktionskreis spielte gegenüber den Bürgern und Interessierten mit offenen Karten.
„Wir haben ausführlich über die massiven Schäden, die notwendigen Sanierungsarbeiten und über die enormen Kosten informiert. Trotz Verbindungen zur Landeskirche und dem Fördermitteltopf des Freistaates Thüringen würden die Mittel für eine grundhafte Instandsetzung nicht ausreichen. Eine unaufbringbare Summe bleibt für die Gemeinde übrig.“
Beim Aktionskreis geht es um das jetzt und heute und nicht darum, was die Pflichten des Eigentümers gewesen wären, damit sich die Schäden am Gotteshaus nicht so immens entwickelt hätten. Immerhin wusste man seit 2003 von den massiven Bauwerksschäden, doch bis 2010 hat man nur viel geredet und nicht viel zur Rettung getan.
Das änderte sich mit der Gründung des Aktionskreises. So wurden beispielsweise Konzerte organisiert, Schrottsammlungen und Trödelmärkte veranstaltet.
„Wir müssen nach vorne blicken. Die Unterstützer, aber auch staatliche Behörden und landeskirchliche Stellen sollen sehen, hier setzen sich viele Menschen gemeinsam ein, geht es voran. Und dabei sprechen wir momentan nur von der Außenhülle der Kirche. Sind die Sicherungsarbeiten hier erledigt, geht es im Innenraum weiter“, so Holger Biehl.
„Auch für das Jahr 2013 steht auf jeden Fall fest, wir machen weiter“, wird ergänzend durch die beiden Organisatoren des Aktionskreises betont.
Und zu guter Letzt, wenn die Kirche einmal fertig gestellt ist und im neuen Glanz erstrahlt, sollen alle Helfer und Unterstützer mit Stolz sagen können: Ich habe hier mitgeholfen!


INFORMATIONEN:

Kirchen sind die Verbindung vom Gestern zum Heute. Die Orte des Glaubens und der bewahrten Kultur, gelten nicht zu Unrecht oft als die Aushängeschilder der Städte und Dörfer, deren Zentren sie prägen. Dies trifft auch auf die evangelische Kirche St. Gangolf zu. Sie ist eine der ältesten Fachwerkkirchen Thüringens. Zum Erhalt des Bauwerkes werden 284000 Euro benötigt. Mehr Informationen rund um die Ehrenamtsinitiative „Kirche in Not“ unter www.dk-unterwirbach.de.
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