Mein Dorf: Mit Spaß etwas lernen - Im Gespräch mit Silvia Schellhorn und Eberhard Junge

Auskunftsbereit über ihren Ort und den Verein: Silvia Schellhorn und Eberhard Junge.
Reichmannsdorf: Rotschnabelnest | Mit Spaß etwas lernen oder zwischen Kultur und Zukunft

Das „Rotschnabelnest“ und der Förderverein „Reichmannsdorfer Goldbergbau“ e. V.

REICHMANNSDORF. „Viel Leben ist hier bei uns, im ländlichen Raum, in den letzten Jahren verloren gegangen. Es gibt keine Geschäfte und Einkaufsmöglichkeiten mehr. Wer mobil ist, fährt in die Stadt. Andere warten auf die Verkaufswagen, welche das Dorf ansteuern“, beschreibt der Vereinsvorsitzende des Fördervereins „Reichmannsdorfer Goldbergbau“ e. V., Eberhard Junge, die momentane Situation im Ort.
Doch einige Vereine versuchen das Dorf am Leben zu halten. Zu diesen gehört auch der „Reichmannsdorfer Goldbergbau“, unter dessen Regie das Museum „Rotschnabelnest“ steht.
„Es geht nicht alleine darum, beispielsweise die Jugend im Ort zu verankern, zu halten. Es geht auch darum, unseren Ort richtig in der Öffentlichkeit zu präsentieren, ihn über die Grenzen hinaus bekannt zu machen, Touristen anzulocken“, so die „gute Seele des Hauses“, Silvia Schellhorn.
Seit der Einweihung des Museums im Oktober 2000, hat sich das alte Schulgebäude zu einem besonderen Anziehungspunkt entwickelt.
„Nach einer Konzeption der Reichmannsdorfer Kinderbuchautorin Johanna Kirschstein, entstand diese wohl einmalige Attraktion. Sie prägte auch den Satz: „Mit Spaß etwas lernen.“, welcher heute noch vom gesamten Verein umgesetzt wird, so der Vereinsvorsitzende.
Dass, was heute in den Ausstellungsräumen präsentiert wird, ist dem Engagement der Vereinsmitglieder aber auch einzelnen Bürgern des Ortes und vor allem der Gemeindeverwaltung und der Unterstützung der Sparkasse zu verdanken“, erläutert Frau Schellhorn. „Die Vereinsmitglieder haben an der Arbeit ihre Freude, helfen unaufgefordert mit, sagen niemals „nein“, wenn sich beispielsweise kurzfristig eine Busgesellschaft zum Besuch angesagt hat“, ergänzt Eberhard Junge.
Doch wen möchte man mit dem Museum erreichen?
„Die Antwort darauf ist sehr einfach. Alle Menschen, jung und alt“, wird betont.
Kinder möchte man spielerisch zu einem Ausflug in die Welt der Berufe, der Märchen und Sagen einladen und damit ihre Vorstellungskraft fördern. Für die anderen Generationen sind eher das historische Klassenzimmer, die Goldstube sowie die Heimatstube von Interesse.
Neben den Touristen geht es dem Verein aber auch darum, Menschen aus der Region zu einem Besuch des „Rotschnabelnestes“ zu animieren.
„Sie sollen nicht nur das Museum besuchen, wenn sie einmal Gäste zu Besuch haben. Mit ständig wechselnden Sonderausstellungen sind wir diesem Ziel einen Schritt näher gekommen“, resümiert Herr Junge.
Doch die Vielfalt der Einrichtung kann aber auch nicht über eine Problematik hinweg täuschen. Dazu der Vereinsvorsitzende Eberhard Junge: „Die zwanzig Mitglieder des Vereins sind in der Alterklasse 55 plus angesiedelt. Wir können dringend junge Leute in unseren Reihen gebrauchen. Denn wenn wir nicht mehr sind, ist dann wohl auch für das „Rotschnabelnest“ Feierabend…“


INFORMATIONEN:

Reichmannsdorf ist eine Gemeinde im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie gehört der Verwaltungsgemeinschaft Lichtetal am Rennsteig an.
Der Ort liegt an der Schnittstelle zwischen Saalfelder Höhe und dem Thüringer Schiefergebirge.
Das „Rotschnabelnest“ befindet sich in der Saalfelder Straße 93, 98739 Reichmannsdorf.
Hier bekommt man auch nähere Informationen zum Förderverein „Reichmannsdorfer Goldbergbau“.
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