Tiere aus dem Tierschutz

    Saalfeld/Saale: Tierschutzverein | Sie alle kommen mit einem Koffer, der eine schwer, der andere etwas leichter zu tragen. Doch sie alle brauchen Zeit, Geduld und unsere Hilfe, um die Vergangenheit zu vergessen. Wir geben niemals auf, denn sie sind es in jedem Fall wert.
Liebe Tierfreunde und Tierfreundinnen, wir benötigen dringend eure HILFE. Seit Wochen laufen Kastrationsaktionen durch den „Tierschutzverein Saalfeld und Umgebung e. V.“ sowie den Tierschutzverein „Loquitztal und Umgebung e.V.“ Unsere ehrenamtlichen Mitglieder sind unermüdlich im Einsatz: Einfangaktionen, um wilde Katzen zu kastrieren, Betreuung von Futterstellen, unzählige Tierarztbesuche, Pflegestellen (dass heißt viele Mitglieder haben sowohl die Mütter als auch die Kitten in Pflege), Beratung, und das von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
Ein von Menschen gemachtes Problem. „Ach, warum soll ich denn meinen Kater kastrieren lassen?“ „Unsere Katze wirft jedes Jahr zwei Mal.“ Und was passiert dann mit den Kleinen? Ausgesetzt im Gebüsch, im Wasserfass ertränkt, erstickt, an die Wand geschleudert und diese Liste könnte ewig so fortgeführt werden. Die einzige adäquate Lösung ist die Kastration der Tiere, um der ungehemmten Vermehrung entgegenzutreten. Viele Gemeinden nehmen sich dieser Problematik bereits an. In Thüringen haben die Städte Jena, Arnstadt und Schleusingen mittlerweile eine Kastrationspflicht eingeführt. Auch bei uns im Landkreis wäre es aufgrund der hohen Anzahl von Katzen sinnvoll und wünschenswert die Kastrationspflicht einzuführen.
Die Gegner einer Kastration geben meist absurde Gründe an: „Meine Katze fängt dann keine Mäuse mehr, wenn sie kastriert ist.“ Oder anders: „Ich möchte meiner Katze einmal das Gefühl geben, Mutter zu sein.“ Ein weiteres Argument: „Wenn meine Katze keine Junge bekommt, dann bekommt sie Gebärmutterhalskrebs.“ Auch hier kann man die Auflistung der wiederlegbaren Anführungen der Kastrationsgegner endlos fortsetzen, sind es doch falsche Argumente und Ausreden von Menschen, denen die Kosten für eine Kastration/Sterilisation zu hoch sind, oder die Bequemlichkeit siegt. Lieber nimmt man das Töten von Jungtieren in Kauf und bedenkt dabei auch nicht, dass die Tier-schutzvereine helfen können, indem sie die Jungtiere aufnehmen (ohne hierfür eine Gebühr zu verlangen) und dann vermitteln. Die zu vermittelnden Katzen werden dann auch wie im Tierschutz üblich mit Schutzvertrag abgegeben und es finden Vor-und Nachkontrollen im neuen Zuhause statt, um sicherzugehen, dass es den Tieren gut geht. Andere wiederum lassen bewusst ihre Katzen werfen, obwohl der Markt gesättigt ist (und hierbei werden die Züchter noch nicht mitgezählt), um noch Gewinn aus den Kitten zu schlagen und diese dann beispielsweise auf Ebay-Kleinanzeigen verkaufen.
Unsere Pflegestellen sind dauerhaft überfüllt und es werden immer mehr Katzen, die wild geboren werden oder kein Zuhause haben. Eine Pflegestelle betreute zuletzt 18 Katzen. Der Tierschutz allein kann dies alles nicht mehr stemmen noch finanzieren, da die Vereine (Saalfeld und Loquitztal oder auch der Tierschutzverein Bad Blankenburg) auf Spenden angewiesen sind und keine finanzielle Unterstützung der Gemeinden erhalten.
WARUM IST DIE KASTRATION SO WICHTIG!
Seit Februar 2016 dürfen Thüringer Kommunen für Hauskatzen mit Freigang ab sofort eine Kastration vorschreiben. Mit der Verordnung soll verhindert werden, dass sich freilaufende Katzen in Thüringen ungebremst vermehren. Viele frei lebende Tiere sind unterernährt, krank oder verletzt. Die Katzenschutzverordnung ist somit ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz. Nach Darstellung des Sozialministeriums nehmen auch in Thüringen die Kolonien herrenloser, verwilderter Hauskatzen vehement zu. 2013 hätten bei einer Umfrage des Ministeriums 15 der 23 Kreise und kreisfreien Städte angegeben, dass sie ein Katzenproblem sehen und eine Kastrationspflicht befürworten. (Quelle www.mdr.de/thüringen, Mai 2016)
Auch bei uns im Landkreis, egal ob in den Städten, Dörfern und LPG´s, gibt es zu viele Katzen und ohne die unermüdliche Arbeit der Vereine, wäre das ohnehin schon große Problem ein noch Größeres.
PETA Deutschland und große Vereine wie Tasso e.V. setzen sich für eine Kastrations- und Registrierungspflicht ein, als wichtige Maßnahme gegen die Katzenüberpopulation und zur Eindämmung des unsäglichen Leids heimatloser Katzen. Die Stadt Paderborn in Nordrhein-Westfalen gilt hier als Vorreiter, sie hat bereits 2008 eine Verordnung mit der Katrationspflicht eingeführt und schreibt hierzu auf ihrer Homepage: „Jede ver-mehrungsfähige Katze, die frei draußen laufen darf, wird sich früher oder später vermehren und kann 2 mal im Jahr jeweils 4 bis 6 Nachkommen zeugen. Diese Nachkommen können selbst ab dem Alter von 6 Monaten wieder neue Katzen zeugen. Deswegen müssen männliche und weibliche Freigängerkatzen ab dem 5. Lebensmonat kastriert werden, um eine Vermehrung zu verhindern. Gleichzeitig bleibt Ihre Katze hierdurch gesünder, weil die Gefahr der Ansteckung mit Katzenkrankheiten ohne Geschlechtsverkehr und Revierkämpfe deutlich geringer ist. Das regelmäßige Füttern von unkastrierten Katzen unterstützt die unkontrollierte Vermehrung und ist genauso verantwortungslos und wenig tierschutz-gerecht. Deshalb muss auch derjenige, der regelmäßig Katzen füttert, für die Kastration der gefütterten Katzen sorgen (ggf. durch Mithilfe der Tierschutzvereine). Nur durch die Kennzeichnung kann die erfolgte Kastration nachvollzogen und geprüft werden. Außerdem ist die Kennzeichnung von Freigängerkatzen sinnvoll, um diese bei Abgabe im Tierheim einem Halter zuordnen und zurückgeben zu können.“(Quelle www.paderborn.de)
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Neben Futter- und Sachspenden suchen wir auch immer liebe Tierfreunde für Pflegestellen (Hunde, Katzen und Kleintiere) und freuen uns über finanzielle Hilfe, um die Tierarztkosten zu decken, die derzeit immens sind.
Spendenkonto des „TSV Saalfeld“ bei der Kreissparkasse Saalfeld/Rudolstadt: IBAN: DE51830503030000008087 BIC: HELADEF1SAR
Spendenkonto des „TSV Loquitztal“ bei der Kreissparkasse Saalfeld/Rudolstadt: IBAN: DE18830503030000211508 BIC: HELADEF1SAR
Unser Wort zum Abschluss. Bevor ihr euch dazu entschließt, ein Tier anzuschaffen, bedenkt, dass Tiere ihr Leben lang Geld Kosten. Sie brauchen ein warmes Plätzchen und das für immer. Sie brauchen Futter und ärztliche Versorgung, eine Urlaubsbetreuung und vor allem Zeit. Denkt genau drüber nach, ob ihr all das auf euch nehmen könnt und wollt und obendrein genug Liebe und Fürsorge für ein Tier übrig habt. Dann steht der Aufnahme eines Tieres aus unserem Verein oder dem Tierheim nichts im Wege.
10 Bitten eine Tieres an die Menschen
1. Mein Leben dauert 10-20 Jahre (oder mehr). Jede Trennung von dir wird für mich bedeuten, dass ich leide. Bedenke es, eh du mich anschaffst.
2. Gib mir Zeit zu verstehen, was du von mir verlangst.
3. Pflanze Vertrauen in mich, ich lebe davon.
4. Zürne mir nie lange und sperre mich zur Strafe nicht ein. Du hast deine Arbeit, dein Vergnügen, deine Freunde. Ich habe nur dich.
5. Sprich manchmal mit mir. Wenn ich auch deine Worte nicht ganz verstehe, so doch die Stimme die sich an mich wendet.
6. Wisse, wie immer an mir gehandelt wird, ich vergesse es nie.
7. Bedenke, eh du mich schlägst, dass jeder Schlag mein Herz zerschneidet. Zwar bleibt meine Liebe zu dir unerschütterlich, aber ich frage mich: „Warum?“
8. Ehe du mich schiltst „bockig oder faul“, bedenke vielleicht, war ich zu lange der Sonne ausgesetzt oder habe ich ein verbrauchtes Herz.
9. Kümmere dich um mich, wenn ich alt werde. Auch du wirst einmal alt sein.
10. Geh jeden schweren Gang mit mir. Sag nie: „Ich kann das nicht sehen oder es soll in meiner Abwesenheit geschehen.“

Juli 2016 Sarah Bähring, Saskia Grieser, , Anne Maierhofer, Claudia Merkl, Juliette Reinhold, Anne Reuße
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