Der Kyffhäuser von jeder Seite - Ralf Rödger schrieb ein Buch über das geschichtsträchtige Denkmal

Ralf Rödger ist Leiter des Kyffhäuser- Denkmals und hat über den Kyffhäuser ein Buch geschrieben. Foto: Rosenkranz
Die 900-jährige Geschichte – Ralf Rödger hat ein Buch über das Denkmal, den Berg, die Burg und das Gebirge geschrieben


Bereits wenn er morgens in Tilleda aufsteht, sieht er den Kyffhäuser. Und nach dem Frühstück fährt er hinauf, fast jeden Tag, seit 1991. Ralf Rödger ist der Leiter des Kyffhäuser-Denkmals. "Ich bin noch nie hinaufgefahren mit dem Gedanken, dass ich auf Arbeit muss. Es ist eher eine Berufung für mich", sagt der 57-Jährige. Wie sehr ihm das Denkmal am Herzen liegt, zeigt auch sein neuestes Projektergebnis: das Buch "Der Kyffhäuser: Ein Gebirge - ein Berg - eine Burg - ein Denkmal".

Im vergangenen Winter hat Ralf Rödger begonnen, das Buch zu schreiben und es bis Juli vollendet. Keine leichte Aufgabe. Denn wenn man die erste urkundliche Erwähnung der Burg 1118 als Startpunkt nimmt, sind es fast 900 Jahre, die der Kyffhäuser in den Geschichtsdokumentationen auftaucht. "Ich habe angefangen zu schreiben. Aber dann musste ich kürzen. Die Historie bietet so viel Stoff und trotzdem wollte ich alles drin haben", sagt Rödger. Doch er hat es geschafft, die Geschichte des Kyffhäusers umfassend, detailliert, nicht zu lang, anschaulich, mit etwas Ironie und kurzweilig auf 64 Seiten darzustellen. "Es sollte", erzählt Ralf Rödger, "kein hoch wissenschaftliches Buch werden. Aber die Epochen habe ich ausführlich dargestellt." Erstmalig findet das 20. Jahrhundert Eingang in ein Buch. Etwa 90 Fotos, Grafiken und Zeichnungen veranschaulichen die Kapitel.

Rödger beschreibt unter anderem Idee und Bau des Denkmals, den Komplex Reichsburg - wer weiß schon, dass der Burgbrunnen der tiefste der Welt ist dreimal tiefer als der Denkmalturm hoch ist -, die Stauferherrschaft und die Barbarossasage. Selbst über die aktuelle Situation der Bauarbeiten und die Bodenbilder berichtet der Leiter des Kyffhäuser-Denkmals. Interessant sind auch das Gedicht von Friedrich Rückert von 1817, die Geschichten über Goethes Besuch, angeblich Skat spielende Besucher im Pferdebauch oder einen gestürzten Hindenburg, der als Denkmal zu hart für die Bohrlöcher war und nicht gesprengt werden konnte.

"Ich habe den Inhalt des Buches am Besucherinteresse ausgerichtet. Es wird beispielsweise oft gefragt, wie der Umgang mit dem Denkmal zu DDR-Zeiten war. Somit habe ich das bewusst mit aufgenommen", erzählt Ralf Rödger, der für die Informationen hauptsächlich auf das Archiv auf dem Kyffhäuser zurückgegriffen hat. In diesem hat er von 1991 bis 2000 selbst gearbeitet und damit den Grundstock für das Buch gelegt. Gemeinsam mit Petra Wäldchen war Rödger in Archiven und Museen unterwegs, auf der Suche nach geschichtlichen Dokumenten. Beide konzipierten damit auch Ausstellungen, denn zwei 100-Jahr-Feiern (Grundsteinlegung 1992 und Einweihung des Denkmals 1996 haben ebenfalls ihren Platz im Buch) durfte er als Leiter des Denkmals erleben. Das Arbeitspotenzial ist laut Rödgers aber nicht erschöpft. Material gebe es noch in den Staatsarchiven in Rudolstadt, Weimar, Merseburg, Magdeburg oder im Heimatmuseum Bad Frankenhausen.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten sind die Besucherzahlen am Kyffhäuser-Denkmal im vergangenen Jahr stark zurückgegangen, die finanzielle Situation ist dramatisch, ein Insolvenzverfahren läuft. Ralf Rödger wünscht sich dennoch, dass die Besucherzahlen im nächsten Jahr wieder steigen. "Es wäre toll, wenn es 200 000 werden würden." Der Kyffhäuser sei nicht nur für ihn einzigartig. 21 Millionen Besucher seit der Einweihung 1896 sprechen für sich.


Zur Sache

• Vom Tourismusverband Kyffhäuser initiiert und beauftragt erschien im Verlag Schnell & Steiner in der Reihe "Große Kunstführer" das Buch "Der Kyffhäuser: Ein Gebirge - ein Berg - eine Burg - ein Denkmal".

• Es umfasst die 900-jährige Geschichte des Kyffhäusers.

• Das Buch ist für 12,95 Euro am Denkmal, in den Touristinfos Bad Frankenhausen, Kelbra, Sondershausen und Sangerhausen sowie im Internet erhältlich. (www.kyffhaeuser-denkmal.de)

• Aktuelle Ausstellungen auf dem Kyffhäuser:
- über dessen Geschichte und Nationaldenkmäler in Europa (im Denkmal)
- über die mittelalterliche Geschichte des Berges, also Reichsburg Kyffhausen und Barbarossasage (im Burgmuseum)
- über die Bodenbilder vom Kyffhäuser und eine Ausstellung zum Bergfried (im Bergfried)



Die Kur & Tourismus GmbH ist seit 1. April 2014 der neue Betreiber des Kyffhäuserdenkmals. Das Interview mit Geschäftsführer Thomas Knorr finden Sie hier.
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 15.12.2013 | 20:01  
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