In Weißensee wird es chinesisch

So soll der Eingang zum alten Johanniterhof und neuen chinesischen Garten einmal aussehen. (Foto: Stadtverwaltung Weißensee)
Weißensee: Johanniterhof | Das Projekt „Chinesischer Garten" stößt auf geteilte Meinungen in der Landgrafenstadt. Thomas Stolle von der Unabhängigen Weißenseer Wählergemeinschaft ist beispielsweise kein Fürsprecher des Gartens und äußerte dies auch am Montag im ZDF-Magazin „WISO".

Dagegen ruhen derzeit auf dem Gelände des Johanniterhofes, wo der Garten entsteht, die Bauarbeiten auf Grund des Wintereinbruchs. Der Tiefbau erfolgt durch einheimische Firmen. Die chinesischen Anlagen wie die Holzhäuser und Steinskulpturen werden allerdings in China hergestellt. Dort laufen die Arbeiten emsig weiter. Auf Nachfrage bei Bürgermeister Peter Albach belegt er die Aussage mit Fotos direkt aus China, die ihm von Architekt Jens-Christian Wittig - er hat den Garten entworfen - vom Weimarer Planungsbüro per iPhone zugesendet werden. „Er ist ab und an vor Ort, um die Arbeiten in China zu begutachten", erzählt Peter Albach. Das Weimarer Architekturbüro vermittelte schon die Kontakte nach China und leistete entsprechende Vorarbeit für das Projekt.

Vor zwei Monaten wurde von Bürgermeister Albach und Thüringens Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, der Grundstein für den Chinesischen Garten gelegt. Er soll als Verbindung zwischen historischer Altstadt und Gondelteich entstehen. Das Gelände erstreckt sich von der Schäfergasse bis zur sogenannten Pfaffengasse. Peter Albach beschreibt den Garten, der mehr als 5000 Quadratmeter umfassen wird, als ein „Ensemble aus Wasser, Holz, Stein und Grün". Der Zugang soll über ein chinesisches Tor erfolgen. Zum Garten gehören Skulpturen, Pavillions, Terrassen, Teich, Laubengang und wegen der als Drache gestalteten Anlage geschwungene aber behindertengerechte Wege. Auf dem Gondelteich ist ein Wasserpavillion geplant. Vom Garten aus werden die Besucher durch ein weiteres chinesisches Tor an der historischen Stadtmauer das Naherholungsgebiet um den Gondelteich auch direkt erreichen können. Umgekehrt sind sie schneller in der Altstadt. „Damit wäre das Besucherproblem, was mir seit Jahren zugetragen wird, gelöst", verweist Peter Albach auf den Zweck des Durchgangs. Zwei Millionen werden von Stadt, Bund und Land in das gesamte Projekt investiert. Wann erste Bauten von den chinesischen Firmen aufgebaut werden, hängt vom Winter ab. Im März ist geplant.

Stellt sich noch die Frage wo im fast 800 Jahre alten Weißensee die Verbindung zwischen China und der Stadt liegt. „Die sehe ich in der Geschichte der Stadt und unserer Weltoffenheit", begründet Peter Albach die Wahl, der dem Garten letztlich auch noch einen Namen geben möchte, der Philosophie entsprechend. Einen festlichen Ort für Trauungen soll der chinesische Garten ebenfalls bilden. Dabei denkt Albach an den zukünftigen Pavillion der Freude. „Die erste deutsch-chinesische Hochzeit wird es im August 2011 geben", verkündet der Bürgermeister. Einen genauen Termin für die Fertigstellung nannte er aber noch nicht. Doch bis zum Jubiläum „800 Jahre Stadt Weißensee" im Jahr 2012 soll der Garten seine Türen auf jeden Fall für die Öffentlichkeit öffnen. Der Bürgermeister verspricht sich vom Projekt eine Belebung des Tourismusses in Weißensee. „Die Industrie ist bereits hervorragend", so Albach.
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