Lesung zu den Ofenbauern von Auschwitz

Wann? 10.03.2011 17:00 Uhr

Wo? Rathaus , Marktplatz, 99610 Sömmerda DE
Cover des Buches von Annegret Schüle (Foto: Verlag)
Sömmerda: Rathaus | Am 10. März stellt die Historikerin Frau Dr. Annegret Schüle ihr aktuelles Buch „Industrie und Holocaust. Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ vor. Ort der Vorstellung ist der Rathaussaal. Beginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Die Veranstalter bitten um eine Spende für den Förderkreis „Erinnerungsort Topf und Söhne e.V.“

Frau Annegret Schüle ist Leiterin des "Erinnerungsortes Topf & Söhne" in Erfurt. In Sömmerda stand ihr Name bislang für das Buch „BWS Sömmerda Die wechselvolle Geschichte eines Industriestandortes in Thüringen 1816 -1995“.
Zu ihrem neuesten Projekt gab die Autorin kürzlich in einem Telefongespräch Auskunft:



(im AUSZUG wiedergegeben)
Ist Sömmerda für Sie mit Rückblick auf Ihr BWS-Buch ein besonderer Leseort?

„Meine Arbeit, meine Forschungen und Recherchen in Sömmerda und an anderen Orten Thüringens zu diesem großen und die Stadt über viele Jahrzehnte bestimmenden, stark prägenden Betrieb mit seiner Vorgeschichte aus dem 19. Jahrhundert waren für mich persönlich der Beginn meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Autorin. Es war mein erstes großes Arbeitsfeld. Beim Umgang mit den Quellen und deren Wertung in meinem Buch musste ich eine große Verantwortung wahrnehmen
In dieser Zeit nach 1990 waren nicht nur in Sömmerda die Menschen vielfach im Aufbruch. Ihr Leben erfuhr große Veränderungen. Das war auch für mich seinerzeit stark spürbar. Gern erinnere ich mich an die Zeit meiner Arbeit in dieser Stadt, weil sie gepaart war mit viel Leidenschaft und Freude.“


Ist Industriegeschichte für Sie als Historikerin von besonderem Interesse, weil diese in Ihrem Buch über das Unternehmen „Topf & Söhne“ erneut thematisiert wurde?

„Technik ist nicht mein Hausthema. Industriegeschichte ist bei mir der Forschungsgegenstand, weil mich Betriebe als sozialer Raum interessieren. Dort findet man ein weitreichendes Beziehungsgeflecht in Reibung und Wirkung mit der Gesellschaft.
Betriebe sind zudem ein kultureller Mikrokosmos, ein Spiegel des Makrokosmoses der jeweiligen Gesellschaft. Es ist für mich spannend zu erfahren, wie dabei Menschen Verantwortung wahrnehmen oder diese ablehnen.“


Am 1. Dezember 2010 wurde Ihr Buch in Erfurt erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Am 27. Januar fand es im Rahmen der Eröffnung des „Erinnerungsortes Topf & Söhne eine große Würdigung. Göttingen und Wiesbaden sind weitere Leseorte für Sie.
Wie wurde Ihr Buch bei diesen Präsentationen von den Zuhörern angenommen?


„Das Thema wurde in vorheriger Zeit, auch von offiziellen Seiten, eher abgewehrt. Umso mehr war ich bewegt von der ersten Veranstaltung im Erfurter Rathaussaal. Die Zuhörer waren aufmerksam und konzentriert. Es wurde mir am Ende gedankt für die Aufarbeitung dieses Teils der Vergangenheit .
Mit dem stark Quellen fundierten Buch mit gut 1400 Fußnoten wird Geschichte differenziert dargestellt. Für mich als Autorin ist es wichtig, dass die Texte gut lesbar sind, dass mit Bildern ausreichend illustriert ist.
Nur so kann es gelingen, die Vielschichtigkeit des historischen Geschehens in all seinen Dimensionen, auch die Abgründe, angemessen zu vermitteln.
Letztlich hat es mich erfreut, dass besonders auch ältere Bürger, nicht nur von Erfurt, mir gedankt haben, dass dieses Kapitel nun aufgearbeitet ist. So können sie es als ihre Geschichte annehmen. Auf einem anderen, neuen Niveau beginnt die ältere Generation ihre eigene Lebenszeit erneut zu hinterfragen. Und dies ist für mich dann eine ganz spezielle Art der Wertschätzung meiner Arbeit und meines Buches.“
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