Moderne Kunst trifft auf altes Kriegerdenkmal

Der Entwurf von Sujin Lim erhielt 44 Stimmen.
Eine Ausstellung zur Umgestaltung des verwaisten Denkmals auf dem Kölledaer Rossplatz.

KÖLLEDA. Fast vergessen steht es da - das ehemalige Kriegerdenkmal am Rossplatz, dass derzeit zahlreiche Gemüter erhitzt.
Auf Initiative von Dr. Kurt Weinrich nahm die Idee, das Denkmal wieder ins Bewusstsein zu rücken, Gestalt an, sodass sich 15 Studenten der Bauhaus Universität Weimar ausführlich mit der Thematik beschäftigten. Ihre künstlerischen Entwürfe - für die Umgestaltung des Denkmals - wurden eine Zeitlang im Funkwerkmuseum, zur Abstimmung der Besucher als Jury, präsentiert und regten aufgrund ihres hohen künstlerischen Charakters die Diskussion rund um das - im Jahre 1927 von August Stösslein entworfene Denkmal - erst richtig an. Inspiriert von den Entwürfen brachte sich der Kölledaer Kunstkurs schließlich auch mit ein und legte einen eigenen Entwurf vor.
In einem Kommentar aus der Besuchermappe heißt es unter anderem: "Ich bin erstaunt, was Bauhausstudenten für Ideen haben. Der Vorschlag des Kunstkurses des Kultur - und Museumsvereins von Kölleda ist mir da eher realitätsnahe."
Hug Henrik, Geschäftsführer der DeutschenKriegsgräberfürsorge äusserte sich über die Entwürfe der Studenten wie folgt:"Für mich persönlich ist das keine Erinnerunsgkultur. Mir fehlt bei diesen Vorschlägen der individuelle und regionale Bezug zu Kölleda".
In einer öffentlichen Diskussion wurde letztlich deutlich, dass mit dem Projekt "Umgestaltung des Denkmals", das erste Etappenziel erreicht wurde, denn die kommunikative Auseinandersetzung mit der Thematik ist in vollem Gange.
"Was tun ... ?", wird im kommenden Jahr zum Thema im Kölledaer Stadtrat werden, dem die Entwürfe zur Beratung vorgelegt werden sollen.


Fazit:
Die Ausstellung war vom 11.07. bis 12.11.12 geöffnet. In dieser Zeit gab es 120 Besucher, von denen 84 für einen - von insgesamt 16 Entwürfen - gestimmt haben. Die Bauhausstudentin Sujin Lim erhielt für ihren Entwurf "Hügeliges Denkmal" 44 Stimmen.
Der Großteil der Einwohner kennt die Entwürfe lediglich aus der Presse und vom Hörensagen. Laut Besucherzahlen, stößt die Neugestaltung des Denkmals auf eher mangelndes Interesse, wenn man die Einwohnerzahl der Kleinstadt dagegenhält.

Was spricht für die Umgestaltung bzw. Verschönerung des Denkmals?
1. Die Erinnerung an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft wachzuhalten.
2. Die Kommunikation über Vergangenes wieder anzuregen und das Gedenken damit neu zu beleben.
3. Auseinandersetzung mit der Vergangenheit - sensibilisiert die Menschen für die Gegenwart.
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.11.2012 | 16:57  
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