Anno Dazumal

Else Ehrich mit ihrem Lieblingsstück: ein Pillendreherbrett aus dem 18. Jahrhundert

Das Lieblingsstück des Museumschefs: Auf Ehrich´s Erlebnishöfen ticken die Uhren anders.

BRETLEBEN. "Es gibt nichts was es hier nicht gibt", verspricht Else Ehrich, die sowohl Namensgeberin als auch Vorsitzende des Vereins "Erich´s Hof" ist. Wer einen Rundgang plant, sollte sich eine gehörige Portion Zeit mitbringen, denn dieses Museum durchläuft man nicht einfach so. Es ist ein Ort, wo Anfassen ausdrücklich erwünscht ist und die Geschichten über die Ausstellungsstücke, welche Frau Ehrich auf ihren Rundgängen erzählt, sind es allemal wert gehört zu werden. Auf zwei Hektarn, fünf Höfen, sechs Hallen und in zwei Häusern findet der Besucher Zeitgeschichte aus drei Jahrhunderten. Unter den zirka 5000 Exponaten befinden sich sehr außergewöhnliche Stücke wie beispielsweise ein Röntgegenapparat aus dem Jahre 1929, ein zum Paddelboot umgebauter Zusatztank deutscher Jagdflugzeuge, sämtliche Autotypen, Fahrräder, Mopeds und Motorräder der DDR, ein Leichenwagen aus dem Jahre 1890 mit Sarg oder der Mähdrescher Marke Eigenbau aus den 60er Jahren. Letzterer ist Einzigartig und noch immer voll funktionstüchtig. Stolz präsentiert Else Ehrich eine Apotheke aus dem 18. Jahrhundert, wofür sie extra einen Raum hat bauen lassen. "Das ich es geschafft habe diesen Raum zu bauen, macht mich glücklich", verrät sie und präsentiert - zwischen Medizinschränkchen, Salbentöpfen, mit Kräutern gefüllte Fächer, Destille, Mikroskop, Glasbehältern und Registrierkasse ihr persönliches Lieblingsstück: ein Pillenbrett, mit dem der Apotheker von einst seine Pillen noch selbst herstellte. Wie viele Pillen die "Pillendreher - Zunft" wohl auf diesem Brett gerollt haben ist nicht gewiss, aber es wäre kein Rundgang mit Else Ehrich, wenn sie nicht genau wüsste - wie die Prozedur von damals vonstattenging. Mit verschiedenen Hilfsstoffen wie einer Mischung aus Wasser und Glycerin sowie Hefeextrakt und Laktose - wurde der Wirkstoff zu einem Brei verarbeitet. Auf dem Pillenbrett wurde dieser schließlich zu einem gleichmäßigen Strang gerollt. Durch die Rillen auf dem Brett, wurde der Strang in kleine Stücke geschnitten, woraus letztlich die Pille gerollt wurde. Damit die Pillen nicht miteinander verklebten, wurden sie - vor dem trocknen, beispielsweise mir Bärlapp Sporen, Zucker, Harnstoff oder sogar mit Gold und Silber bestäubt. "Apotheker aus Hamburg und Berlin, waren schon hier zu Gast und da habe ich selbst noch viel dazugelernt", berichtet die die rüstige Rentnerin begeistert, die sich auch in der Zukunft auf zahlreiche Gäste aus Nah und Fern freut.

Öffnungszeiten:
täglich ab 10 Uhr oder nach Vereinbarung
Bretleben, Hauptstraße 167, Telefon: 034673/91323


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5 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 08.10.2014 | 13:21  
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Gabriele Wetzel aus Zeulenroda-Triebes | 08.10.2014 | 21:53  
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Renate Jung aus Erfurt | 08.10.2014 | 22:25  
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Hannelore Grünler aus Artern | 10.10.2014 | 15:55  
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