Armin Mueller-Stahl: "Für mich ist es eine Ehre."

Enthüllung des neuen Namenzuges vor den Augen von Armin Mueller-Stahl (rechts im Bild). (Foto: Schule)
 
Armin Mueller-Stahl m Gespräch mit Antje Hochwind, Landrätin des Kyffhäuserkreises (Foto: Schule)
Armin Mueller-Stahl gibt der Gemeinschaftsschule in Heldrungen seinen Namen

HELDRUNGEN. Nicht Goethe, nicht Einstein, nicht Curie. Nein - ab sofort hat die private Gemeinschaftsschule in Heldrungen den Namen "Armin-Mueller-Stahl", von einem Mann der noch lebt. Aufgrund der künstlerischen Ausrichtung der Schule ist die Namenswahl kein Zufall. Denn Armin Mueller-Stahl ist nicht nur ein bekannter Schauspieler, der es selbst in Hollywood geschafft hat, sondern auch Musiker, Maler und Schriftsteller. "Wir wollten Armin Mueller-Stahl nicht ohne Grund. Er ist eine Person mit Vorbildcharakter", begründet Schulleiterin Babett Kadvány. Zur Namensgebung war der Künstler sogar persönlich anwesend. Armin Mueller-Stahl gibt seinen Namen zum ersten Mal für eine Schule. AA-Redakteurin Sandra Rosenkranz fragte beim ihm nach.


Warum geben Sie der Freien Gemeinschaftsschule in Heldrungen Ihren Namen?

Für mich ist das durchaus eine Ehre. Es ist eine Schule, wie ich gemerkt habe, die ihre Kinder sehr kreativ betreut. Und ich glaube, wenn die Kinder ins Leben entlassen werden, haben sie von dieser Schule etwas mitbekommen und werden dankbar zurückgucken. Wie auch ich auf meine Schule zum Teil dankbar zurückgucke, auf bestimmte Lehrer, die mein Leben in gewissem Grade geprägt haben. Die mir gesagt haben nicht rechtsrum, sondern linksrum. Und das, hoffe ich, wird an dieser Schule genauso sein. Insofern gibt es Parallelen zwischen mir und der Schule.


Wie fühlten Sie sich denn, als die Anfrage von Seiten der Schule kam?

Ach wissen Sie, ich bekomme so viele Anfragen und diverse Einladungen in meinem Leben und da war das darunter. Und ich dachte, das ist eigentlich eine sehr ehrenvolle Anfrage, die da gestellt wird. Die haben sich also Gedanken gemacht über die Person, die ich bin. Ich gehe davon aus, dass sie sich so gut informiert haben, um zu dieser Entscheidung zu kommen. Wir haben uns dann in Lübeck getroffen, haben miteinander gesprochen und die wussten über mein Leben mindestens so viel wie ich. Das fand ich würdig, nicht mehr darüber nachzudenken.


Normalerweise werden Namen von bekannten Personen vergeben, die verstorben sind. In Heldrungen suchte die Schule eine noch lebende Person, die Vorbild sein kann. Sind Sie das?

Ich kann mich doch nicht einschätzen, ich kann mich nicht als Vorbild sehen. Sondern erstmal lasse ich mir Zeit mit dem Sterben, wenn es geht. Und ich möchte nicht schon fünf Jahre tot sein, wenn geehrt wird. In Prenzlau beispielsweise, da wo ich zur Schule ging, wollten sie der Schule auch meinen Namen geben, wie ich dort von einem Polizisten erfuhr. Er sagte, dass er für mich gestimmt habe. Ich war, nebenbei gesagt, auch kein sehr artiger Schüler in der Schule. Dennoch lag auf dem Tisch das Angebot.


Also würden Sie ihren Namen jederzeit wieder geben, wenn beispielsweise von anderen Schulen etc. Angebote kommen?

Nein, das würde ich mir sehr genau anschauen. Es ist ja nicht so, dass ich ein sehr schneller Ja-Sager bin. Wenn die sich das alles genau überlegt haben. Dann ist das auch nicht up-to-me, sondern up-to them (ihnen überlassen).


Was geben sie den Schülern mit ihrem Namen mit auf den Weg?
Ich gebe ihnen das mit, was ich selbst mit auf den Weg bekommen habe. Gut fürs Leben vorbereitet zu werden, und dankbar auf die Schulzeit zurückzugucken, dass die Kinder sagen können "Sie hat mir viel gegeben." Sie sollen das Gefühl haben, dass sie an einer tollen Schule waren. Sie haben etwas gelernt, sie haben Hinweise bekommen und Stützen fürs Leben.



Auszug aus dem Leben und Wirken von Armin Mueller-Stahl

• am 17. Dezember 1930 geboren
• studierte Violine und Musikwissenschaften in Berlin
• 1960 begann seine Filmkarriere
• ging Ende der 1980er-Jahre in die USA, hatte damals kaum Englischkenntnisse
• lebt abwechselnd in Kalifornien - nahe der ehemaligen Wohnung von Thomas Mann - Berlin und an der Ostsee
• hat die doppelte Staatsbürgerschaft: Deutsch und Amerikanisch
• wichtige Filme: Illuminati (2009), Buddenbrooks (2009), Lola (1981), Momo (1986)
• ist Schauspieler, Synchronsprecher, Musiker, Maler und Autor
• 2010 erschien sein erstes Album "es gibt Tage…" unter Universal Music
• hat viele Auszeichnungen erhalten, zum Beispiel die Goldene Kamera (2011), Bremer Stadtmusikantenpreis (2009), Bambi (2007), Adolf-Grimme-Preis (2003),
• widmet sich seit Ende 2006 vorwiegend der Musik, der Förderung junger Künstler und der Malerei
• stellte seine Werke in mehreren Ausstellungen aus
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