Das Lieblingsstück des Museumschefs: Die erste Zeitung in Bad Frankenhausen

Dr. Ulrich Hahnemann mit der Titelseite der ersten Ausgabe ­„Wöchentliches Frankenhäusisches Intelligenz-Blat“ vom 2. Januar 1765. Foto: Rosenkranz
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Regionalmuseum |

Heute: Dr. Ulrich Hahnemann vom Regionalmuseum in Bad Frankenhausen

Die erste Ausgabe erschien am 2. Januar vor 249 Jahren, hatte acht Seiten im A5-Format und wurde in der Druckerei Cöler, damals vor den Toren der Stadt, gedruckt. Die Rede ist vom ersten „Wöchentlichen Frankenhäusischen Intelligenz-Blat“ von 1765. Der gebundene Jahrgang mit über 413 Seiten von einer der ältesten Zeitungen in Thüringen ist das Lieblingsstück von Dr. Ulrich Hahnemann, Museums­chef des Regionalmuseums Bad Frankenhausen. „Ich habe ein Faible für Überlieferung und Historie. Deswegen ist das Medium Zeitung hochinteressant und mein liebster Gegenstand.“

Für Dr. Hahnemann ist diese alte Zeitung das Sinnbild der Überlieferung von Zeitgeschehen. Und was damals in der Zeitung stand, kann man mit heute durchaus vergleichen. Ein Beispiel ist die Schulentwicklung. „Es gibt keine bewegenden Unterschiede. Auch heute steht die Frage im Mittelpunkt, welche Schule ist die beste“, fasst Dr. Hahnemann zusammen.

Vor 250 Jahren war diese Zeitung ein sehr wichtiges Informationsblatt. Es gab noch kein anderes Instrument, um etwas öffentlich zu machen. Doch man musste dafür auch Lesen können. Natürlich spielte die Zensur eine Rolle – eine fürstliche durch Schwarzburg-Rudolstadt – und selbst Werbung fehlte nicht. Damals stand eine Liste mit Produkten im Blatt.

„Die Entwicklung dieses Mediums ist das, was mich fasziniert. So habe ich beispielsweise festgestellt, dass je älter die Ausgabe ist, desto intensiver und ausführlicher sind die Themen recherchiert worden. Jeder Hinweis wurde aufgenommen“, sagt der Museumschef. Beim Vergleich mit Urkunden werde die Genauigkeit deutlich.

Zudem sieht Dr. Hahnemann die Zeitung als gute Möglichkeit, den heutigen jungen Leuten historische Fakten zu vermitteln. „Die Schreibschrift von damals kann ohne Hilfe kaum jemand lesen. Die Druckschrift kann selbstständig gelesen werden und macht präzises Rechchieren in der Zeitgeschichte möglich.“ Ein Vorteil ist, dass die alten Seiten so gut zu lesen sind. Dr. Hahnemann begründet das mit der Qualität. „Das Papier hat einen hohen Anteil an Lumpen, ist also wesentlich stabiler als heute.“

Der erste Jahrgang vom „Frankenhäusischen Intelligenz-Blat“ feiert 2015 Jubiläum. „Wir werden dann im Museum Geschichten des Zeitungswesens für Stadt und Region vorstellen“, verspricht Museumschef Hahnemann.

Kontakt
Telefon: 03 46 71 / 6 20 86
E-Mail: museum@bad-frankenhausen.de
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr

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2 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 25.06.2014 | 13:38  
Sandra Rosenkranz aus Sömmerda | 25.06.2014 | 13:47  
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