Der Knopf von Dermsdorf

Fritz Schulze, Birgit Röhrig - Schulze, Sirko Schwarz, Sigrid Schwarz und Gemeindepfarrer Thomas Zaake mit dem Inhalt des Knopfs.
Zum Dorffest im Jahre 2005 war die Freiwillige Feuerwehr mit der Drehleiter vor Ort und gab den Gästen damit die Gelegenheit, die Gemeinde auch mal aus der Vogelperspektive zu betrachten. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Vorsitzenden des Kirchenbeirates Sigrid Schwarz ein Loch am Kirchturm bemerkte. Zunächst wurde der Schaden nur Notdürftig behoben, doch Dank einer Förderung und der Mittel verschiedener Sponsoren sowie von Gemeindemitgliedern wurde es möglich den Turm komplett zu sanieren. Da die Schwingung des Geläuts die Sicherheit des Gerüstes beeinträchtigen kann, steht die Glocke seit Beginn der Arbeiten vorerst still und der Knopf - in welchem oftmals historische Zeitzeugnisse schlummern, muss nach unten gebracht werden.
Am vergangenen Freitag war es soweit. Lars Tukai und Bauleiter Axel Unrein, demontierten den Knopf an der St. Johannes Baptist Kirche in Dermsdorf und damit taten sich viele Fragen auf. Denn bis zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand mit Bestimmtheit wann der Knopf das letzte Mal geöffnet wurde. Was wird wohl drin sein oder ist der Inhalt vielleicht ganz und gar verwittert? Gemeindepfarrer Thomas Zaage, Mitglieder des Kirchenbeirates Birgit Röhrig-Schulze sowie Sigrid Schwarz und einige Gemeindemitglieder verfolgten das seltene Ereignis mit Spannung. „Es ist jedes Mal anders“, verrät Dachdeckermeister Lars Tukai der das Geschehen rund um den Knopf bereits neun Mal begleitet hat. Aber die Dermsdorfer hatten Glück, der Knopf war so fest verschlossen, dass er mit einer Flex bearbeitet werden musste. Der Inhalt kam zunächst in einer Kupferröhre zu fassen. Ein Einmachglas, mit Aufschrift „Original Bade – Duplex“ was vermutlich aus dem Jahre 1928 stammt galt als dritter und letzter Schutzmantel für die Jahrhunderte alten Kostbarkeiten in Form von Münzen, Urkunden, Zeitungen, Papier – Not und Inflationsgeld ,ein Landtags – sowie ein Reichstagswahlschein und schriftliche Aufzeichnungen aus dem Jahre 1928. Alles war noch einmal separat verpackt und beschriftet. Das Schriftmaterial kann vielleicht sogar einige Lücken zur Geschichte des Ortes und der Kirche schließen und so wird es noch eine Zeitlang spannend bleiben, denn die Aufarbeitung des Materials wird sicherlich weitere Überraschungen parat haben.
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2 Kommentare
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Manuela Deutschland aus Sömmerda | 13.12.2011 | 18:12  
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Petra Seidel aus Weimar | 26.12.2011 | 19:54  
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