Einmal Schweiz und zurück

Christel und Werner Herzig aus Sömmerda, haben Deutschland für fünf Jahre den Rücken gekehrt.
SÖMMERDA. "Ich wandere aus", dieser Satz wurde bereits von vielen Thüringern ausgesprochen. Die Gründe dafür, dass man Deutschland den Rücken kehrt sind vielseitig, wobei Arbeitslosigkeit und mangelnde Perspektiven im eigenen Land eine Vorreiterrolle spielen.
Die Sömmerdaer Christel und Werner Herzig haben es vor fünf Jahren gewagt. Das Ehepaar hatte jedoch nie vor endgültig in der Ferne zu bleiben, denn sie wollten auf jeden Fall irgendwann zurückkehren.

Wann sind Sie ausgewandert?
Im April 2007.

Was hat Sie dazu bewogen, das Land zu verlassen?
Die Arbeitslosigkeit.

Weshalb die Schweiz?
Das war Zufall. Wir wurden aufgrund eines Flyers, mit Arbeitsangebot in der Schweiz, darauf aufmerksam und haben einfach mal eine Bewerbung dorthin abgeschickt.

Wussten Sie worauf Sie sich einlassen?
Wir wussten nicht auf was wir uns einlassen. Dadurch das unsere Töchter erwachsen und selbständig waren, sind wir ungebunden gewesen.
Christel Herzig: Meine Mutti hat gesagt: "Sieh es als Abenteuer".

Haben sich in der Schweiz all Ihre Hoffnungen erfüllt?
Es war sehr schön in der Schweiz. Wir haben Arbeit gefunden, Freunde und uns viel angeschaut. Wir haben ein schönes Leben gehabt.

Weshalb sind Sie zurück gekommen?
Heimweh und Zukunftsängste.
Die Geburt unseres Enkelkindes war dann der Punkt auf dem "i".

In welcher Form wurden Sie durch Ihr Leben in der Schweiz geprägt und inwieweit haben Sie sich durch das Leben im Ausland verändert?
Christel Herzig: Ich bin selbstbewusster und offener geworden.
Die Schweizer sind lockerer, nicht so verbissen. Dadurch das viele Ausländer im Baselland leben, ist alles bunter. In Deutschland wird man als erstes gefragt: " hast du Arbeit?". Diesen Satz gibt es in der Schweiz nicht. Aber auch das positive in Deutschland zu sehen. Zum Beispiel Kindergärten, Hort und das damit verbundene Mittagessen, die gesetzliche Krankenversicherung. In der Schweiz müssen die Kinder zum Mittagessen aus den Schulen und Kindergärten abgeholt werden.
Man sollte sich ruhig auch mal etwas zutrauen. Da gibt es ein schönes Sprichwort:" Am Ende wird alles gut und ist es noch nicht gut, ist es nicht das Ende."

Was würden Sie anderen Menschen, die selbst den Wunsch hegen, auszuwandern mit auf den Weg geben?
Erst einmal Unterstützung vom Arbeitsamt beantragen. Nicht nur auf den Vermittler verlassen, sondern selbst erkundigen. Am besten jemanden fragen, der schon dort gelebt hat oder noch dort lebt. Auch das Internet für Erkundigungen nutzen und vorher überlegen in welcher Gegend man wohnen möchte, denn da gibt es von Region zu Region vieles zu beachten. Mieten, Steuern, Krankenversicherung ...


Sie sind nun seit wenigen Wochen zurück in Deutschland. Was machen sie derzeit?
Christel Herzig: Mein Mann ist wieder fest in Arbeit und ich fange am 1. August beim ASB in einer Tagespflege für Senioren an.
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3 Kommentare
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Karin Jordanland aus Artern | 08.08.2012 | 17:46  
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Renate Jung aus Erfurt | 08.08.2012 | 19:22  
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Petra Seidel aus Weimar | 10.08.2012 | 19:57  
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