Encausic - alte Malkunst neu belebt...

Einladung
 
Kathrin Hellmann

Encausic Dauerausstellung in Günstedt

Encaustic ist der Überlieferung zufolge eine der ältesten Maltechniken. Es gab sie lange vor der Erfindung der Ölmalerei. Das Wort leitet sich von „enkaio“- einbrennen ab. Zunächst wurde Wachs im Schiffsbau des alten Griechenlandes verwendet, da Wachs wasserabweisende Eigenschaften hat. Bei Ausgrabungen fand man ägyptische Mumienporträts mit Encaustic, die bis heute erhalten geblieben sind. Mit dem Niedergang des römischen Reiches geriet diese Maltechnik zur vergessenen Kunst. Leonardo da Vinci experimentierte erfolglos damit. Das größte Problem war es das Wachs aufzuschmelzen. Im späten 18.Jh. verwendete Vincent van Gogh Wachs in seinen Gemälden um Farbschichten mit durchscheinenden Schichten voneinander zu trennen. Erst im 20. Jh. gelang durch tragbare Heizmedien der Durchbruch zu einer leicht auszuführenden Maltechnik. Gemalt wird mit einem Maleisen, ähnlich einem Bügeleisen, einem Malpen, ähnlich einem Lötkolben mit verschiedenen Aufsätzen und einer farbigen Bienenwachs-Dammarharzmischung auf Malkartons, Leinwänden, Sperrholz und vielen anderen Untergründen. Die Farben sind schadstofffrei und duften sogar. Das aufgeschmolzene Wachs kann aber auch mit einem Pinsel aufgetragen werden. Wachs kann geritzt, modelliert, strukturiert, aufgetragen, wieder abgeschabt, mit Collageelementen verbunden werden.
Am Anfang, wenn man beginnt mit Wachs zu malen, kann man nur die Farben bestimmen und staunend beobachten, wie beim Verschmelzen neue Farben entstehen. Probiert man dann nach und nach die Grundtechniken aus, entstehen Formen. Es ist ein idealer Einstieg um der Kreativität, die in jedem Menschen steckt, einen Weg zu bahnen.
Yara Zegke, eine Künstlerin aus Erfurt, kam mit der Encaustic vor 22 Jahren durch Zufall in Berührung. Eine Kollegin kam mit einer Malkarte vom Malkurs. Sie war so begeistert von den leuchtenden Farben, dass sie ihr die Karte abschwatzte. Sie fing in einer damaligen Lebenskrise an zu malen. Die ewig kreisenden Gedanken wurden still. Das kreative Schaffen ersetzten die Therapie, die sie in Betracht gezogen hatte. Autodidaktisch eroberte sie sich Schritt für Schritt die Maltechnik, die Bilder wurden größer und feiner. Sie begann schließlich auszustellen. Heute malt sie oft nach Auftrag. Bei unzähligen Malkursen gab und gibt sie vielen Menschen die Encausticmaltechnik weiter.
Kathrin Hellmann hat die Grundtechniken bei Yara Zegke vor 6 Jahren erlernt und kann seitdem nicht mehr davon lassen. Sie malt auf Leinwand, erstellt Collagen und belegt alles, was ihr vor die Füße fällt mit Wachs: Holz, Stein, Metall…. Auch sie gibt Malkurse.
K. Hellmann über Encaustic:“Jedes Bild ist schon vorher da und ich bin das Werkzeug es hervorzubringen, wenn ich mich innerlich zurücklehne und geschehen lasse, kann ich mir selbst dabei zusehen… das ist ein entspannender Zustand, in dem Moment denke ich an gar nichts mehr….ich steuere auch, aber meistens lasse ich dem Zufall freien Lauf…“
Beide Künstlerinnen sind immer wieder begeistert von den unendlichen Gestaltungsmöglichkeiten, sie werden es nicht müde, Neues auszuprobieren und immer wieder Menschen daran teilhaben zu lassen.
Es bleibt weiterhin spannend….
Amy Royce, Encautic-Künstlerin:“…..experimentieren Sie, so viel, wie sie können, lassen sie sich gehen, machen sie Fehler, gehen sie Risiken ein und scheuen sie sich nicht , etwas zu vermasseln, seien sie nicht zu pingelig, denn genau dann passieren diese glücklichen Zufälle und Überraschungen, die sich dieses Medium vorbehält….“
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