Immer weniger Tauben

Bernhard Hecker aus Ellersleben kennt die Märkte schon seit seiner Kindheit.
KÖLLEDA/BUTTSTÄDT.Gleichgesinnte treffen, kaufen, schauen, fachsimpeln und tauschen –all das verkörpert die traditionellen Taubenmärkte in Buttstädt und Kölleda. In Buttstädt feiert er in diesem Jahr seinen 150. Geburtstag, und weil die Stadt selbst auf sein 1225- jähriges Jubiläum blickt, wird die Saison am 2. Februar um 9 Uhr von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eröffnet. Kölledas erster Taubenmarkt fand im Jahre 1872 statt, und selbst das im vergangenen Jahr eingeführte Eintrittsgeld von einem Euro für Erwachsene (für Kinder ist der Eintritt frei), hat dem Besucherstrom keinen Abbruch getan. Den Kauf- und Schaulustigen wird eine ansprechende Rassevielfalt von Tauben Hühnern, Enten, Gänsen, Fasanen, Perlhühnern, Truthühnern, Wachteln, Zwergwachteln, Kaninchen und Kleinnagern präsentiert.

Bernhard Hecker aus Ellersleben kennt die Märkte schon seit seiner Kindheit. Mit dem sechsten Lebensjahr schenkte ihm der Vater zu Weihnachten die ersten Hühner, aus der Rasse der Federfüßigen Zwerghühner und weckte damit die Leidenschaft des damaligen Knaben für die Hühnerzucht. Mit zehn Jahren machte sich er sich mit seinem Federvieh allein auf den Weg nach Buttstädt und zählt mittlerweile unter die angestammten Züchter. An seinem Stand werden Zwerg Welsumer und Federfüßige Zwerghühner zu bestaunen sein. Letztere gehören zu den ältesten Zwerghuhnrassen der Welt. „Das Bestreben eines Züchters ist es, die Rasse und die Qualität zu erhalten und zu verbessern“, verrät er und sorgt sich – aufgrund der neuen Bestimmungen, die viele Halter und Züchter abschrecken - um die Zukunft der Taubenmärkte. „Der Fortbestand der Märkte ist aufgrund staatlich verordneter Veterinärbestimmungen, die zwar notwendig – aber zum Teil auch übertrieben und wenig effektiv sind, bedroht. Sie sollten rationeller – möglichst nach dem Flaschenhalsprinzip (Kontrolle an der engsten Stelle) angewandt werden. Dank und Anerkennung gebührt den Bürgermeistern Krumsdorf (nicht mehr im Amt) und Zweimann, für die Schaffung der materiellen und personellen Voraussetzungen.“

Von einem Händlerschwund bemerken die Besucher der Märkte jedoch bislang nichts, es fällt lediglich auf, dass es zwar immer weniger Tauben - aber dafür eine größere Vielfalt an Kaninchen zu bestaunen gibt.
Für das leibliche Wohl wird auf beiden Märkten bestens gesorgt sein und im Alibaba II der Stadt Kölleda, haben die Besucher die Möglichkeit - sich bei einer heißen Tasse Kaffee oder Tee - aufzuwärmen.

Die Taubenmärkte in Buttstädt finden jeden Donnerstag im Februar – zwischen Kirche und Rathaus - von 8 bis 13 Uhr und in Kölleda jeden Samstag im Februar – auf dem alten Rittergut – von 8 bis 12 Uhr statt.
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4 Kommentare
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Constanze Fuchs aus Gotha | 01.02.2012 | 19:53  
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Manuela Deutschland aus Sömmerda | 01.02.2012 | 19:55  
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Petra Seidel aus Weimar | 01.02.2012 | 20:16  
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Karin Jordanland aus Artern | 02.02.2012 | 09:37  
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