Klinische Weihnachten - Dienst zu den Feiertagen

Anita Tange wird Weihnachten im Sömmerdaer Krankenhaus feiern, da sie vor einigen Tagen eine Hüftoperation hatte. Von Schwester Diana wird sie an den Festtagen gut versorgt werden.
  Sömmerda: Krankenhaus | Von Weihnachtsstress ist im DRK-Krankenhaus nicht viel zu merken. Und die weihnachtliche Dekoration auf den einzelnen Stationen vermittelt auch dem letzten Patienten beschauliche Stimmung. Der routinierte Alltag im Haus wird allerdings Heiligabend unterbrochen.

Denn die Visite ist an diesem Tag nicht irgendeine. Seit 20 Jahren begleitet der Männergesangverein die etwa zweistündige Weihnachtsvisite und ebenfalls vor 20 Jahren schloss sich Landrat Rüdiger Dohndorf diesem Zug an. Gemeinsam geht es mit Ärzten, Schwestern und Krankenhauspersonal von Station zu Station, um den Patienten, frohe Weihnachten zu wünschen. Anschließend sitzt man gemütlich beieinander in die Caféteria. Aus Erfahrung weiß Pflegedienstleiterin Antje Rottorf, die auch von 1991 bis 2006 Schwester auf Station im Dreischichtsystem war, dass es Heiligabend viele Tränen geben wird. Der Männerchor verbreite eine besondere Atmosphäre und es herrsche eine sehr emotionale und familiäre Stimmung im Haus. Selbst die nicht diensthabenen Ärzte kommen und der weiße Kittel bleibt am Haken. Den Patienten soll gezeigt werden, dass sie nicht allein sind.

Die besondere Stimmung kann Schwester Diana von der Traumatologie-Station, die Weihnachten Dienst haben wird, nur bestätigen. "Es ist auch immer mehr Besuch da als sonst", sagt die 47-Jährige, die seit 30 Jahren im Sömmerdaer Krankenhaus arbeitet. Es ist nicht ihr erster Feiertagsdienst. "Man selbst und die Familie, weil sie damit groß wird, stellt sich einfach darauf ein", resümiert Diana Berg.

Die gesamte Personalfrage für die Weihnachtsfeiertage ist geklärt. Pflegedienstleiterin Antje Rottorf hat alle im Blick. "Jeder kann sich in die Pläne eintragen." Der Dienst wechselt dabei jährlich zwischen Silvester und Weihnachten. "Insgesamt schauen wir, dass die Mitarbeiterzufriedenheit nicht darunter leidet, denn nur mit zufriedenen Mitarbeitern kann man die Patienten gut versorgen", weiß Antje Rottorf.

Gut versorgt fühlt sich auch Anita Tange aus Kölleda. Die 75-Jährige muss auf Grund einer geplanten Hüftoperationen im Haus verbleiben. "Die elf Tage Beobachtungszeit enden erst am Sonntag", erzählt die Rentnerin. Zu Hause wäre sie Weihnachten allein gewesen, hätte aber mit guten Bekannten und Freunden gefeiert. Dass ihr Sohn bei diesen Witterungsbedingungen ins Auto steigt, um nach Thüringen zu kommen, wollte sie nicht. Per Mobiltelefon halten sie Kontakt. "Ich feiere Weihnachten zwar im Krankenhaus", betont Anita Tange, "aber schmerzfrei."

Der 24. Dezember ist auch im Krankenhaus ein besonderer Tag. Und ganz besonders wird es, wenn an diesem Tag ein Kind geboren wird. "Im Prinzip warten wir alle auf das Christkind", kommentiert Antje Rottorf die Situation mit einem Lächeln. Sie schaut in den Büchern nach: Von 1980 bis 2009 erblickten Heiligabend 41 Kinder im Sömmerdaer Krankenhaus das Licht der Welt. Vielleicht auch eines 2010?

Zahlen und Fakten

• Dienstplan Heiligabend: 30 Pflegekräfte haben Frühdienst. OP-Bereich,
Anästesie-Station und Radiologie sind jeweils mit einer 24-Stunden
Bereitschaft geplant. Im Notfallzentrum sind vier Pflegekräfte und eine
Bereitschaft eingeteilt. Im Spätdienst sind 18 und im Nachtdienst 11
Pflegekräfte im Einsatz. Hinzu kommen zwei Handwerker sowie drei
Mitarbeiter über 24 Stunden in der Patientenaufnahme.

• Ärzte: Aus jedem Fachbereich ist ein Arzt Dienst; ein weiterer in Bereitschaft.

• Das Haus in Kölleda wird über Weihnachten geschlossen. Die Patienten
werden nach Sömmerda gebracht.

22.12.2010
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