Mehr Lebensqualität für Menschen mit Behinderung

Die Halle der Firma Rastenberger Firschemenü - künftige Heimstatt für den Förderbereich der Stiftung Finneck und damit auch für Heiko Wolf, Andreas Reif, Marcel Fischer und Thomas Schleider, die mit den Betreuern Ilka Langer und Sebastian Förster (r.) schon einmal vor Ort waren. (Foto: Ursula Tunze)
Buttstädt: Wohnheim Stiftung Finneck | Grundsteinlegung für Buttstädter Wohnheim am 28. September/Umbaubeginn für das Rastenberger Wohnheim auch noch in diesem Jahr.

Die Bodenplatte ist fertig und die Maurerarbeiten für das Haus „Noah“ der Stiftung Finneck in Buttstädt haben begonnen. Am 28. September, um 15 Uhr, ist feierliche Grundsteinlegung für das neue Wohnheim, das in der zweiten Jahreshälfte 2012 das neue Zuhause für 24 Erwachsene mit Behinderung werden wird. Diese ca. 1,6 Millionen Euro teure Baumaßnahme ist jedoch nicht die einzige, die die Stiftung in diesem Jahr in Angriff nimmt.

Vorbei ist auch der jahrelange „Dornröschenschlaf“ für das so genannte Schweizerhaus auf dem Stiftungsgelände im Mühltal von Rastenberg. Noch in diesem Jahr wird damit begonnen, das Gebäude in ein Wohnheim für Menschen mit Autismus inklusive eines Förderbereiches umzubauen. Rund 920.000 Euro setzt die Stiftung Finneck ein, um speziell für Menschen mit dieser Form der Behinderung mehr Lebensqualität zu schaffen. Immerhin haben etwa 17 Prozent der in der diakonischen Einrichtung betreuten Menschen autistische Störungen. Im Ober- und Dachgeschoss entsteht für acht erwachsene Menschen mit Autismus ein ihren Bedürfnissen entsprechendes altersgerechtes Wohnumfeld. Darüber hinaus stehen Therapieräume, ein Hauswirtschaftsraum und entsprechende Abstellräume zur Verfügung. Neben den vier Einzelzimmern auf jeder Etage sind barrierefreie Duschbäder, ein Gemeinschaftszimmer, Dienstzimmer und ein Time-Out-Raum geplant.

Die Fachwerkfassade des schon einmal als Wohnheim genutzten Objektes bleibt erhalten. Die bestehende Terrasse wird überbaut, um Platz für Therapieräume und den Time-Out-Raum zu schaffen. Einziehen werden hier Frauen und Männer, die durch das Zusammenleben in einer heterogenen Wohnform in einem der Wohnheime der Stiftung überfordert sind. So bleibt ihnen einerseits ihre vertraute, dann jedoch reizärmere und individuellere Umgebung im Mühltal erhalten. Andererseits ist durch die direkte Nähe die Anbindung an die anderen Wohnheime der Stiftung gegeben.

Das Erdgeschoss, bisher Stiftungsarchiv, wird zum Förderbereich für sechs der acht Bewohner umgestaltet. Ein separater Eingang gewährleistet, dass Wohn- und Arbeitsbereich strukturell voneinander getrennt und eigenständige Angebote sind. Geplant ist, dass mit dem Ende des Schuljahres 2011/2012 der Einzug ins Wohnheim und die Nutzung des Förderbereiches erfolgen kann.

Neue moderne Arbeits- und Lebensbedingungen bekommt auch der Förderbereich, der sich derzeit auf dem Stiftungsgelände in Rastenberg befindet. Als kostengünstigste und am schnellsten umzusetzende Variante ergab sich dafür die langfristige Anmietung einer Produktionshalle der Firma Rastenberger Frischemenü. „Wir freuen uns, dass wir so das Gewerbegebiet Rastenberg mit zusätzlichem Leben füllen und das leerstehende Gebäude wieder einer Nutzung zuführen können. Ebenso freuen wir uns auf die Zusammenarbeit mit den benachbarten Firmen und Kollegen“, so Joachim Stopp, Vorstand der Stiftung Finneck.

Mit einem Kostenaufwand von rund 180.000 Euro wird ebenfalls noch in diesem Jahr damit begonnen, die Halle räumlich und konzeptionell an die inhaltlichen Ziele der Förderung von schwermehrfachbehinderten Menschen und deren Bedürfnisse und Besonderheiten anzupassen. 18 Frauen und Männer mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen und komplexen Entwicklungsbeeinträchtigungen im kognitiven und/oder motorischen Bereich können dann hier unter modernen Bedingungen in drei Gruppen lebenspraktische Fähig- und Fertigkeiten erwerben, erweitern und erhalten. Ziel ist, ihre Selbstständigkeit, ihre Gemeinschaftsfähigkeit und ihre Persönlichkeit so zu entwickeln, dass ihnen eine Teilhabe an der Gemeinschaft möglich und individuelle Leistungsmöglichkeiten eröffnet werden können.


Insgesamt investiert die Stiftung Finneck in den kommenden Monaten rund 2,7 Millionen Euro in die weitere Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen mit Behinderung. (Ursula Tunze)
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige