Mein autofreier Tag

Im Gegensatz dazu, muss ich hinnehmen das ich für "Jetzt - auf - gleich- Aktionen" nicht der richtige Ansprechpartner bin. Aber das ist das kleinere Übel. Schlimmer ist es, auf einen minimalistisch und schlecht durchdachten Wetterschutz angewiesen zu sein, wenn ein Gewitter bedrohlich herangrollt. Foto: Nancy Weisheit
"Sicherlich stelle ich mir manchmal auch die Frage, ob ich mit einem eigenen PKW denn wirklich mehr Zeit zur Verfügung hätte, weil ich dann schneller und flexibler wäre? Meine Antwort lautet: Nein, denn so wie ich mich kenne, würde ich die Zeitersparnis dafür verwenden einfach noch mehr Arbeit an den ohnehin schon verplanten Tag zu hängen ... "


Eine geregelte Woche gibt es bei mir nicht, denn jeder Tag gestaltet sich aufgrund meiner umfangreichen Tätigkeiten anders.
Nun habe ich versprochen einen meiner autofreien Tage zu beschreiben und habe mir einen Mittwoch herausgepickt:

Mein Wecker wirft mich - unter der Woche - zwischen fünf und sechs Uhr aus dem Bett. Ich bin Frühaufsteher und genieße die Ruhe am Morgen. Nachdem meine Stubentiger versorgt sind, bin ich dran, denn Frühstücken ist bei mir Pflicht.Während meiner ersten Tasse Kaffee muss ich Wissen, was in der Welt passiert ist, und brauche dazu meine Nachrichten. Spätestens gegen 6.30 Uhr sitze ich schon im heimischen Arbeitszimmer und beantworte meine E-Mails.
Ein letzter Blick auf wetter.com verrät mir, ob ich den Schirm tatsächlich mitschleppen muss, denn heute sind einige Außentermine angesagt.

1. Termin: 8.00 Uhr in Sömmerda.
Ich nehme den Bus kurz vor halb acht und bin pünktlich. Meine Besprechung dauert nicht lange und so stehe ich wieder rechtzeitig am Sömmerdaer Bahnhof. Für 9.30 Uhr ist in Buttstädt ein Fototermin angesagt. Wenn mein Zug pünktlich ist, dann komme ich 9.08 Uhr in Buttstädt an und habe noch genügend Zeit den Ort des Treffpunkts zu erkunden, denn bislang habe ich keine Ahnung an welcher Ecke Buttstädts sich diese Adresse befindet.
Aber da ich nicht gerade auf den Mund gefallen bin, sollte das kein Problem sein.
In Buttstädt klappt alles wie geplant, sogar das Wetter hält durch und die dunklen Wolken haben sich - zum Glück - verzogen. Auf der Rückfahrt nach Kölleda fällt mir mein Handy ein, das ich stumm geschaltet habe und sehe zehn Anrufe in Abwesenheit, darunter eine Nummer die es schon mehrfach versucht hat. Ich rufe zurück.
Mein Gesprächspartner muss einen Termin vorziehen. Es geht diesmal um die Ausgestaltung eines Kindergeburtstages - in Kölleda. Ein Besichtigungstermin der Logation ist zur Planung einiger Vorhaben nötig.
Ich verspreche kurz nach 13 Uhr da zu sein, warne aber gleich vor, dass es wirklich schnell gehen muss, denn 15 Uhr muss ich wieder in Sömmerda sein.

Zurück in Kölleda. Ich muss mich beeilen und nehme den kürzesten Weg zu meinem Termin und wünschte - ich hätte jetzt mein Fahrrad dabei.
Es ist fast 14 Uhr und ich muss nun wirklich drängeln. Meine Kreistagsunterlagen liegen noch Zuhause und der Bus fährt kurz vor halb drei.
Ich brauche fast zehn Minuten - im Scharfschritt - bis nach Hause. Kamera in den Schrank, die Tasche mit den Unterlagen geschnappt, Katze nochmal schnell gefüttert und ab zum Bus, den ich gerade so schaffe ...

14.50 Uhr Ankunft in Sömmerda - laut Fahrplan.
Wann ich heute nach Hause komme? Keine Ahnung. Ich muss mich überraschen lassen. Zumindest liegen heute keine weiteren Termine mehr an.
Allerdings habe ich noch Arbeit auf dem Schreibtisch liegen, die heute noch erledigt werden muss.
Ab 15 Uhr ist mein Handy wieder "stumm" geschaltet ...

Es ist halb sechs, mein Kreistagskollege Klaus Hoffmann hat eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Einer unserer Mitstreiter muss ohnhin durch Kölleda fahren, also nehme ich dankend an und freue mich auf all die Dinge, die in meinem Kühlschrank auf mich warten. Zum Esssen kam ich ja heute noch nicht und die Banane für unterwegs, die zählt nicht wirklich ...

Ich bin kurz nach 18 Uhr wieder in Kölleda. Nein, ich lasse mich nicht direkt vor die Tür fahren. Am Ortseingang steige ich - mit Klaus zusammen aus. Mein Schritt ist langsamer geworden und ich kann es mir leisten, unterwegs auch mal einen Plausch zu halten.
Mein Anrufbeantworter verrät mir, dass heute noch jemand bei mir vorbei kommt. Die Person benötigt meine Hilfe. Die Kurzfassung auf dem AB klingt sehr verworren, ich verstehe nur Bahnhof. Also doch noch ein Termin heute. Aber diesmal bei mir ...
Meine Schreibtischarbeit wird gegen 20 Uhr unterbrochen. Die Frau, die sich bei mir angekündigt hat, ist völlig aufgelöst. Ich koche uns einen Tee, lasse sie erzählen und kümmere mich schließlich um ihr Problem.

Es ist spät geworden ...
Gegen 23.30 Uhr schaue ich das letzte Mal auf die Uhr.


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4 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 18.09.2013 | 13:43  
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Manuela Deutschland aus Sömmerda | 18.09.2013 | 14:22  
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Hannelore Grünler aus Artern | 18.09.2013 | 20:37  
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Renate Jung aus Erfurt | 19.09.2013 | 00:35  
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