Tiere als Seelentröster

Gegenüber einem Tier ist es leichter seine Sorgen loszulassen.
 
Anika Jahn-Büchner, psychologische Beraterin in Sömmerda.
von Manuela Deutschland

Wenn die Seele krankt - Tiere können helfen


Tiere bereichern unser Leben und das Zusammenleben mit ihnen gilt als Selbstverständlichkeit. Wir sehen sie als besten Freund, Begleiter und Zuhörer - sie werden zu Familienmitgliedern und engsten Vertrauten. Der Umgang mit ihnen kann viel bewirken denn Tiere vermögen es unser Seelenleben positiv zu beeinflussen und genau das, kann für psychisch Kranke von Nutzen sein. Selbst Hildegard von Bingen soll einst gesagt haben: "Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund."
Stimmt das? Können Tiere auch Medikamente ersetzen und sind Tiere für jeden psychisch Kranken geeignet? Anika Jahn - Büchner, ist psychologische Beraterin in Sömmerda und hat sich unseren Fragen gestellt.

1. Mit welcher Problematik und welcher Erwartung kommen Menschen zu Ihnen?
"Aus unterschiedlichen Gründen. Es kommen Klienten, die ihren Stress in den Griff bekommen wollen, Menschen mit Burn-out, anhaltendem Stimmungstief und existenziellen Ängsten in Bezug aufs Sterben. Ich führe autogenes Training und Paarberatung durch und bin Begleiter für Menschen in Trauerphasen. Für Klienten - die bereits in therapeutischer Behandlung sind, bin ich begleitend - psychologisch - beratend tätig. Mein Ansatz ist lösungsorientiert.

2. Psychisch kranke Menschen beklagen oft, das zu schnell zum Rezeptblock gegriffen wird. Sie fühlen sich mit ihrem eigentlichen Problem - den Alltag zu meistern - allein gelassen. Welche Therapien kann man begleitend zur Medikation anbieten oder gibt es tatsächlich nur die Alternative - die Dosis zu erhöhen?
" Medikamente sind in vielen Bereichen nützlich und helfen. Es ist aber auch immer gut, wenn man therapeutisch begleitend etwas macht. Das sage ich dann auch meinen Klienten. Im Allgemeinen sollten Gesprächstherapien immer ein Thema sein. Bei meinen Beratungen achte ich ganz besonders auf die Beziehung zwischen dem Klient und mir. Der Klient sollte sich zunächst einmal wohlfühlen.

3. Können Tiere seelisch Kranken helfen?
"Das stimmt natürlich. Tiere bedeuten Erdung, Dasein, Kraft und Stärke. Durch sie nehmen Betroffene wieder aktiv am Leben teil."

4. Nennen Sie mir Gründe, weshalb Tiere seelisch Kranken gut tun.
"Tiere strukturieren den Tag, sie trösten, sorgen für Bewegung, wirken beruhigend, verschaffen Aufmerksamkeit und Nähe. Für Menschen, die keine menschliche Nähe zulassen können, reicht manchmal schon ein Häschen aus. Weil Tiere immer ein gutes Thema sind, tragen sie zur Kommunikation bei. Tiere steigern das Selbstwertgefühl. Die erzieherische Komponente darf man durchaus aufwerten, denn diese Qualität ist auf viele Lebensbereiche umsetzbar. Gegenüber einem Tier ist es leichter seine Sorgen loszulassen. Sie lieben bedingungslos und man schenkt sich gegenseitig Zuwendung. "


5. Tiere als therapeutischer Begleiter. Was ist dabei zu beachten?
"Man sollte zunächst abklären ob Allergien vorhanden sind und der Bezug zu Tieren sollte auf jeden Fall gegeben sein. Was sich während der Gespräche herauskristallisiert. "


6. Welche Tiere eignen sich am besten?
" Das hängt vom Menschen und seinen Vorlieben ab. Dazu zählen auch die Erfahrungswerte, die der Klient mitbringt.

7. Würden Sie Ihren Klienten zuraten, wenn Sie der Auffassung sind, ein Tier wäre hier genau richtig?
"Natürlich, ich rate immer zu dem, was gut tut. Immer zu dem, was Stärke und Genuss bringt und Freude unterstützt."
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6 Kommentare
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Jürgen Reinhardt aus Sömmerda | 30.10.2013 | 07:41  
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Hannelore Grünler aus Artern | 30.10.2013 | 13:47  
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Renate Jung aus Erfurt | 01.11.2013 | 00:04  
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Renate Jung aus Erfurt | 03.11.2013 | 23:15  
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Jürgen Reinhardt aus Sömmerda | 12.02.2014 | 22:27  
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Renate Jung aus Erfurt | 13.02.2014 | 15:03  
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