Veganer verzichten nicht

Steffi ­Nieschler bäckt gern – und seit einem ­halben Jahr ­vegane ­Kuchen. Links kann man ihren ­Zupfkuchen sehen, den sie auf dem ­Nikolausmarkt in Kölleda zum Kosten anbot. Foto: Rosenkranz
 
Die Zutaten für den veganen Zupfkuchen.
Steffi Nieschler isst seit einem halben Jahr nicht nur kein Fleisch mehr, sondern auch keine Eier und keine ­Milchprodukte – sie engagiert sich zudem für den Tierschutz

Sie liebt Käse, Joghurt, Pizza und besonders gefüllte Paprikaschoten – aber alles vegan zubereitet, ohne Milch, Eier und Fleisch. Steffi Nieschler aus Kölleda ist seit zwei Jahren Vegetarierin und seit einem halben Jahr sogar Veganerin und somit eine der wohl wenigen Thüringer, denen die Bratwurst egal ist. „Ich habe schon immer wenig Fleisch gegessen. Es hat mir nicht geschmeckt. Vor den Fettklümpchen habe ich mich sogar geekelt“, beschreibt die 27-Jährige ihre Abneigung. Nudeln mit Tomatensoße, die Wienerstücke enthält, und Hähnchenschnitzel – ihre beiden ehemaligen ­Lieblingsgerichte – vermisst sie nicht.

Jetzt verzichtet sie auf alle tierischen Produkte. Selbst der Honig fällt aus dem Speiseplan. Agavendicksaft heißt die Alternative. Bei der Milch ist sie auf Hafermilch umgeschwenkt. Doch für die Bankkauffrau ist dies kein Verzicht. „Alle sagen, dass wir auf etwas verzichten. Nein, wir essen als Veganer nur andere leckere Dinge“, sagt die Kölledaerin.

Waren ihre Eltern anfangs ein wenig erschrocken, haben sie doch mittlerweile ihre veganen Gerichte probiert. Ihrem Vater hat auch ein vegan zubereiteter Zupfkuchen geschmeckt. „Und meine Mutter lade ich beim Einkaufsbummel auch zum veganen Burger-Essen ein.“ Ihre Ernährungsweise stößt nicht auf Abneigung. Auch für ihre Gäste wird nur vegan gekocht. „Einen Burger von mir hätte selbst mein Onkel als Koch geschmacklich nicht in die Kategorie vegan gesteckt“, erzählt die Kölledaerin.

Der Schritt zur Veganerin fiel Steffi Nieschler nicht ganz leicht. „Von Käse und Joghurt konnte ich mich lange nicht trennen“, gesteht sie. „Doch dann habe ich von einem Tag auf den anderen beschlossen, es auch noch wegzulassen.“ Für sie ist es eine Frage des Willens. Man müsse sich nur mit den Alternativen beschäftigen. Sie weiß: „Aus Linsen, Couscous, Reis, Kartoffeln, Nudeln, Gemüse und Getreide lassen sich leckere Sachen machen.“

Bei ihrer bewussten Ernährung spielt das Mitleid für die geschlachteten Tiere eine sehr große Rolle. Der ethische Hintergrund ist in den Vordergrund gerückt. „Ich habe viele Berichte gelesen, wie die Tiere gehalten und geschlachtet werden. Umso mehr ich mich mit dem Thema beschäftigte, umso größer wurde mein schlechtes Gewissen“, erzählt Steffi Nieschler. Für sie gibt es zwischen Hund und Schwein keinen Unterschied. „Man möge sich bewusst sein, dass das Tier für diesen kurzen Genuss sein Leben gelassen hat.“ Sie will aber nicht bekehren. „Ich glaube, dass es einfach Klick machen muss.“

Steffi Nieschler engagiert sich deshalb für den Tierschutz, hilft im Tierheim Gehofen und möchte das Thema mehr in die Öffentlichkeit tragen. „2014 will ich eine Tierschutzlehrer-Ausbildung absolvieren, die mich fit macht, mit Schulen und Vereinen zusammenzuarbeiten. Ich wünsche mir zum Wohle der Tiere, des Klimaschutzes und der Gesundheit mehr Interesse in der Bevölkerung. Wir Verbaucher haben mehr Macht als wir denken, wir müssen sie nur einsetzen.“
Um die Kölledaer auf dem Nikolausmarkt auf den Geschmack zu bringen, bot Steffi Nieschler einen veganen Zupfkuchen, mit Sojajoghurt gebacken, zur Verkostung an. „Ich glaube, dass der Geschmack durch den Vanillepudding bestimmt wird und es egal ist, ob Jog­hurt oder Quark genommen wird. Allerdings verfeinere ich die Creme mit Zitronensaft“, verrät die Veganerin. (Meinungen dazu stehen rechts.)

Weihnachten ohne Fleisch und Milchprodukte sind für Steffi Nieschler kein Problem. Doch wie wird Ostern ohne Eier werden? „Das weiß ich noch nicht.“


Rezept: Veganer Zupfkuchen

Zutaten
(für eine Springform 26cm)
Teig
200g Mehl
100g Zucker
120g Margarine (z.B. von Alsan)
1 Pck. Vanillezucke
40g Kakao
ein Schluck Hafer- oder Sojamilch

Creme
1000g Sojajoghurt natur
100g Margarine
2 Pck. Vanillezucker
2 Pck. Vanillepuddingpulver
140g Zucker
etwas Zitronensaft

Zubereitung
1. Alle Teigzutaten mischen. Wenn er noch zu trocken ist, dann etwas Sojamilch dazugeben.
2. 2/3 des Teigs in die Springform geben: einen Boden und einen Rand andrücken. Eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
3. Nach 50 Minuten den Ofen auf 160 Grad vorheizen und die Creme anrühren. Dazu die Margarine zuvor schmelzen lassen und alle Zutaten vermengen. Mit Zitronensaft abschmecken.
4. Die Creme in die Springform füllen und den restlichen Teig als Streusel über die Masse geben.
5. 60 Minuten im Ofen backen.



Mehr Fotos vom Geschmackstest:
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8 Kommentare
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Steffi Nieschler aus Sömmerda | 11.12.2013 | 20:43  
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Steffi Nieschler aus Sömmerda | 12.12.2013 | 07:25  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 12.12.2013 | 13:30  
9
Steffi Nieschler aus Sömmerda | 14.12.2013 | 16:09  
9.688
Hannelore Grünler aus Artern | 14.01.2014 | 20:03  
9
Steffi Nieschler aus Sömmerda | 16.01.2014 | 06:35  
Wolfgang Rewicki aus Eisenach | 29.01.2014 | 13:00  
9
Steffi Nieschler aus Sömmerda | 30.01.2014 | 20:41  
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