Von wegen nur putzen

Sarah Rother nahm als einzige Thüringerin am Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende in der Hauswirtschaft teil. Lehrerinnen aus der Ausbildung und von der Berufsfachschule halfen bei der Vorbereitung.
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Krankenhaus | Sarah Rother absolviert eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin und nahm am Bundeswettbewerb teil.

"Hauswirtschaft schafft Lebensqualität - Markt mit Zukunft" - unter diesem Thema traten 20 Teilnehmerinnen und ein Teilnehmer aus elf Bundesländern im Bundesleistungswettbewerb für Auszubildende in der Hauswirtschaft an. Einzige Teilnehmerin aus Thüringen war Sarah Rother aus Bottendorf. Sie lässt sich im DRK-Manniske-Krankenhaus in Bad Frankenhausen, einem von zehn Ausbildungsbetrieben für Hauswirtschaft in der Region, zur Hauswirtschafterin ausbilden. Die 20-Jährige ist im dritten Lehrjahr und kam im Wettbewerb unter die ersten Zehn. Dort musste sie unter anderem im Team Tische eindecken, Büfetts nach Themen erstellen und das im Rahmen eine bestimmten Kostensumme planen.

Es galt anspruchsvolle Aufgaben zu erfüllen und doch leidet der Beruf unter Vorurteilen. Susanne Hebestreit, Ausbildungsberaterin der Agrarberufe im Landwirtschaftsamt Bad Frankenhausen, kämpft gegen die Vorurteile. "Viele denken, das ist nur putzen. Aber das ist es nicht", betont sie. In der Akzeptanz des Berufes, der ein moderner Dienstleistungsberuf ist, sieht sie ein Problem für die zukünftigen Ausbildungszahlen. "Derzeit gibt es durchschnittlich etwa 25 Auszubildende pro Jahr", weiß die Beraterin und ergänzt, "und die Chancen auf dem Arbeitsmarkt, ob Krankenhäuser, Privathaushalte oder Catering, sind gut. Allerdings nicht unbedingt in den östlichen Bundesländern."

Hauswirtschaft ist vielfältig. Die dreijährige Ausbildung, Grundlage ist mindestens ein Hauptschulabschluss, umfasst die Textilpflege, Nahrungszubereitung, Ernährung von gesund bis alternativ, Hausreinigung aber auch Catering. Kreativ und flexibel muss man sein. Speziell zu Sarahs Aufgaben im Krankenhaus zählen beispielsweise, die Zimmer zu reinigen, Essen auszuteilen, abzuräumen, Wochenpläne zu erstellen und auch Wäsche zu sammeln und auszuteilen. Ein nettes Kurzgespräch mit den Patienten oder Hilfestellungen sind dabei ganz selbstverständlich. Diese Leistungen gehören seit 1999 sogar offiziell zum Lehrplan.

Aber selbst bei Sarah Rother stand Hauswirtschafterin nicht auf der Wunschberufeliste. "Eigentlich wollte ich alles werden außer Hauswirtschafterin", sagt sie lachend. "Ich hatte keinen richtigen Berufswunsch. Aber nach dem Realschulabschluss an der Berufsfachschule in Artern war es eine Alternative." Was damals also zweite Wahl war, ist heute das Richtige. Der erfolgreiche Ausbildungsabschluss ist nun das nächste Ziel. Anschließend möchte sie die Ausbildereignung und den Meister in der Hauswirtschaft machen. Ihre Chancen für die Übernahme im Krankenhausen stehen gut. Den Antrag hat sie jedenfalls abgegeben und auch Ausbildungsleiterin Frau Seidel hofft, dass Sarah bleiben darf. "Sie ist sehr zuverlässig."
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