Futter für die Gefiederten

Der Stieglitz ist ein seltener Gast. ( Foto Manuela Deutschland)
 
Andreas Kesnter, stellvertretender Vorsitzender des Nabu Sömmerda.( Foto Manuela Deutschland)
von Manuela Deutschland

Wer fröhliches Gezwitscher mag - tut gut daran - eine Futterstelle einzurichten.


Vogelfreunde erfreuen sich an gut besuchten Futterstellen und wer Glück hat ,bekommt auf diese Weise auch mal einen eher seltenen Gast zu sehen. Wie beispielsweise den Stieglitz
(siehe Foto).
Kritiker behaupten, die Fütterung wäre ein Eingriff in die Natur. Diese Aussage lässt sich allerdings aufgrund stichhaltiger Faktoren widerlegen, denn die Lebensräume der Wildvögel haben sich maßgeblich verändert. Herbizide vernichten die natürlichen Nahrungsquellen, Hecken und Sträucher - die als Nahrungsquelle dienen - weichen in vielen Gärten mehr und mehr exotischen Pflanzen. Doch auch Landwirtschaftliche Monokulturen, Überdüngung und saurer Regen fördern die schwierigen Lebensumstände. Doch wann ist die richtige Zeit für die Fütterung und was sollte man unbedingt dabei beachten?
Andreas Kestner ist stellvertretender Vorsitzender des Nabu Sömmerda und hat sich unseren Fragen gestellt.

1. Warum ist die Vogelfütterung so wichtig?
Das gesamte Umfeld für Vögel hat sich zum Negativen verändert, so dass für die Vogelwelt gerade in der kalten Jahreshälfte schwere Zeiten anbrechen. Mit der Fütterung tut man etwas Gutes. Um den Winter zu überstehen benötigen die Vögel Nahrungsreserven. Gesunde Vögel bringen eine gestärkte Population im Frühjahr hervor. Die Jungaufzucht ist dadurch auch erfolgreicher. Durch eine kontinuierliche Fütterung ist es möglich den städtischen Innenbereich oder Parks und Gartenanlagen stabil zu gestalten. Für viele Leute ist die Fütterung eine beglückendes Betätigungsfeld. An Futterstellen lassen sich Vögel wunderbar beobachten. Die Fütterung an sich fördert das Verständnis und den Kontakt mit der Natur

2. Wann ist die richtige Zeit mit der Fütterung zu beginnen und wann endet sie?
Man sollte nicht erst auf den ersten Frost warten, sondern die Vögel so früh wie möglich an eine Futterstelle gewöhnen und diese kontinuierlich bedienen. Es ist auch kein Problem ganzjährig zu füttern, allerdings ist hier zu beachten das man in der wärmeren Jahreshälfte - auf Sparflamme füttert.


3. Was darf Vögeln gar nicht gefüttert werden?
Kein Brot - im Grunde alles was aus Sauerteig ist. Nichts salzhaltiges und keinen Speck.


4. Welches Futter eignet sich besonders gut? Vor allem dann, wenn ich eine größere Artenvielfalt an den Futterplatz locken möchte.
Waldvogelfutter - das ist eine Mischung aus bis zu 20 Sämereien. Sonnenblumenkerne sind hervorragende Energieträger. Ideal ist es ausschließlich mit Sonnenblumenkernen zu füttern.
Für besonders harte Wintertage eignet sich auch ungesalzenes Pflanzenfett.


5. Worauf ist bei der Wahl des Futterplatzes zu achten?
In erster Linie sollte das Futterhaus frei stehen, sodass der Vogel bemerkt, wenn sich seine natürlichen Feinde nähern. Man sollte aber auch daran denken, dass es auch Vögel gibt, die lieber am Boden fressen. Wie beispielsweise Amsel oder Rotkehlchen. Hier wäre es gut das Futter versteckt und trocken zu platzieren.
Zum Beispiel unter tiefhängenden Zweigen. Das können auch Äpfel oder Haferflocken sein. Zur Vermeidung von Krankheiten ist es wichtig die Futterstellen - insbesondere Futterhäuschen -öfter zu reinigen.


6. Welche Gartenpflanzen gelten als gute Futterlieferanten?
Die Vogelbeere, die Drosselbeere für alle Drosselarten, Schneeball und die Hechtrose. Letztere ist bei den Finkenarten sehr begehrt. Amseln lieben Wild- oder Zieräpfel.

7. Herr Kestner, was würden sie sich wünschen?
Einen milden Winter und das die Leute sich mehr für das Interessieren, was sie selbst beeinflussen können.
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2 Kommentare
12.763
Renate Jung aus Erfurt | 20.11.2013 | 21:54  
5.678
Gunter Linke aus Saalfeld | 20.11.2013 | 23:56  
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