Was Stinkender Storchschnabel, Brennessel und Stiefmütterchen gemeinsam haben - Helfer aus der Natur

Bereits als Kind liebte Andrea Bachmann Streifzüge durch die Natur. Seit 20 Jahren beschäftigt sie sich mit Heilkräutern, hat Seminare besucht und eine Ausbildung als Phytotherapie– und Aromaexpertin absolviert. Fotos: Rosenkranz
 
Die Hagebutte. (Foto: Müller/pixelio)

Kräuterfrau Andrea Bachmann gibt Tipps, um den Körper mit den Pflanzen und Früchten aus Wald und Flur fit für den Winter zu machen

Ohne Korb geht Andrea Bachmann fast nie vor die Tür. „Es gibt am Wegesrand immer etwas, das ich mitnehmen kann“, sagt die zertifizierte„Kräuterfrau“. Und das nicht nur im Frühjahr und Sommer, sondern auch im Herbst. „Jetzt ist die richtige Zeit, um sich mit Kräutern, Früchten und Pflanzen fit für die kalte Jahreszeit zu machen, den Körper noch einmal richtig in Schwung zu bringen,“ weiß die 43-Jährige.Die Pflanzenauswahl ist groß und sie stehen wirklich gleich am Wegesrand. Man muss nur wissen, wie sie aussehen.

Weil das Lymphsystem wesentlicher Bestandteil des Immunsystems ist, stellt Andrea Bachmann es in den Vordergrund und gibt Tipps, mit welchen Heilkräutern und Waldfrüchten des Herbstes es auf Vordermann gebracht werden kann:

• Nichts geht in der Abwehr ohne Vitamin C. Das Männlein im Walde ist das richtige, denn die Hagebutte nenne ich die Vitaminrose unter den Wildfrüchten.

• Die Kraft des Löwenzahns, der durch jede Ritze wächst, müssen wir uns zunutze machen. Die Blätter, im Salat oder Spinat zubereitet, sind die idealen Helfer für die Niere. Die Wurzel ist das Bittermittel und reguliert beispielweise die Verdauung.

•Die Brennessel kann man ebenfalls vom Kopf bis zur Wurzel essen. Das Heilkraut ist sehr eisenhaltig und steckt generell voller Mineralien und Vitamine. Ein Brennesseltee regt wie kein anderer Tee den Stoffwechsel an und stimuliert mit seinen Vitalstoffen sämtliche Körperfunktionen. Selbst die Nesselsamen sind ein stärkendes Tonikum und im Winter vielseitig verwendbar.

• Die Kapuzinerkresse nenne ich das antibiotische Universalheilmittel. Die muss man fleißig essen in Salaten oder mit Frischkäse. Sie beugt dem Angriff von Viren, Bakterien und Pilzen vor und enthält auch viel Vitamin C.

•Selbst das Ackerstiefmütterchen, zum Beispiel als Tee aufgebrüht, unterstützt das Lymphsystem in seiner Funktion.

• Der Stinkende Storchschnabel klingt nicht ansprechend und riecht auch wie der Name es vermuten lässt. Er hat aber eine stoffwechselanregende Wirkung. Als Tee oder Pulver, die getrockneten Pflanzenteile werden zerrieben, lässt er sich verarbeiten.

• Während die Schlehenblüten die Frühjahrsmüdigkeit vertreiben, bieten die blauen Früchte Schutz fürs Immunsystem. Man kann aus ihnen Saft oder Gelee kochen. In getrockneter Form sind sie der Vitaminvorrat für den Winter. Doch: Sie wirken im Mund zusammenziehend. Erst nach Frösten, auch in der Gefriertruhe, entwickeln sie ein süßes Aroma.

• Ähnlich den Schlehenfrüchten hängen auch am Holunder Vitaminvorräte, die in verarbeiteter Form, wie Saft und Marmeladen, die Abwehrkräfte unterstützen.

• Abschlusstipp: Die Früchte an den Sanddornzweigen kann man beim Ernten schnell zerdrücken. Deshalb: Die Zweige ins Tiefkühlfach legen. Leicht gefroren lassen sich die Früchte problemlos pflücken und verarbeiten. Sie stärken die Abwehrkäfte.


KONTAKT
03 46 72 / 9 13 29;
Mobil: 01 73 / 3 61 58 18;
E-Mail: musa.bachman@t-online.de
Internet: www.allerleigrün.de

• Termin (nur mit Voranmeldung):
Herbstwanderung am 3. Oktober, 10 - 14 Uhr; Treff: Dorfstraße 38 in Langenroda


Rezepttipp - Wildkräuterspinat


Menge für vier Personen:
• Einen 5-Liter-Eimer locker füllen mit jungen Trieben von Giersch, Brennessel, Löwenzahn, Spitzwegerich und Schafgarbe.
• Eine große Zwiebel klein schneiden und anbraten. Die Kräuter waschen, grob zerkleinern und dazu geben. Alles kurz schwenken und mit 200 Milliliter Wasser aufgießen.
Mit geschlossenem Deckel 15 Minuten ziehen lassen. Mit Pfeffer, Salz, frisch gepresstem Knoblauch und – wer es mag – auch mit einem Klecks Schmand
abschmecken.
• Kartoffeln frisch vom Feld als Beilage schmecken dazu hervorragend.
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