Ausstellung „’Arisierung’ in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht.“ mit Begleitprogramm

Wann? 20.09.2011 bis 05.10.2011

Wo? Rathaus, Marktplatz 1, 99628 Buttstädt DE
(Foto: Veranstalter)
Buttstädt: Rathaus | Die Ausstellung „Arisierung“ in Thüringen – Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht. kann bis zum 22. September im Rathaus der Stadt Buttstädt (Marktplatz 1; dienstags 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung 036373/40977) und vom 26. September bis 1. November in Sömmerda, im Foyer des Landratsamtes (Wielandstraße 4) besucht werden.

Das Projekt wurde von einer Gruppe engagierter Geschichtsstudenten des Historischen Instituts der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter Leitung von Frau Dr. Monika Gibas in enger Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, den Thüringischen Staatsarchiven und der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen erarbeitet.

Die Ausstellung dokumentiert an ausgewählten Thüringer Beispielen, wie von 1933 an die organisierte Verdrängung der jüdischen Minderheit aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erfolgte. Das Hauptaugenmerk gilt dabei
Wirtschaftsunternehmen, die ihren jüdischen Inhabern entrissen wurden.
Dargestellt werden Fallbeispiele aus verschiedenen Städten Thüringens.

Auch jüdische Geschäftsinhaber und Unternehmer, die in der Stadt Buttstädt, im heutigen Landkreis Sömmerda lebten, wurden Opfer der sogenannten „Arisierung“, der „Entjudung“ der Wirtschaft. Das betraf unter anderen den Buttstädter Möbelfabrikanten Gustav Wachtel, den erfolgreichen Buttstädter
Pferdehändler Arthur Friedmann und seinen jüngeren Bruder, den Kaufmann Louis Friedmann, der in Buttstädt einen kleinen Textilwarenladen betrieb. Alle drei Buttstädter mussten ihre Unternehmen unter Zwang verkaufen. Über den Verkaufserlös konnten die Familien nicht verfügen. Das Geld landete auf sogenannten „Sicherungskonten“ und bei Verlassen des Landes in der Staatskasse des NS-Regimes. Während Gustav Wachtel und Arthur Friedmann mit ihren Familien ins rettende Exil gelangten, wurden Louis Friedmann und seine Frau Else 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet.

Bürgerinnen und Bürger des Landkreises forschen nach Lebensspuren dieser jüdischen Familien. Im Rahmen des Begleitprogramms zur Ausstellung stellt das Projekt „Stolpersteine für Buttstädt“ am 14. September um 18 Uhr im Rathaus Buttstädt seine Rechercheergebnisse vor. Die Verlegung der
ersten Stolpersteine zum Gedenken an Buttstädter Opfer der NS-Herrschaft werden auf Initiative des Projektes vom Künstler Gunter Demnig am 15. Oktober ab 16 Uhr verlegt.


Begleitprogramm zur Ausstellung

Mittwoch, 7. September 2011, 15 Uhr
Öffentliche Führung
Ort: Buttstädt, Rathaus, Marktplatz 1

Mittwoch, 14. September 2011, 18 Uhr
Vortrag: Das Projekt „Stolpersteine“ Buttstädt stellt sich vor
Ort: Buttstädt, Rathaus, Marktplatz 1

Dienstag, 27. September 2011, 18 Uhr
Vortrag zum Thema: Zur Rolle der Juristen bei der Ausgrenzung der jüdischen Bürger aus dem gesellschaftlichen Leben
Referent: René Wieser (Uni Jena)
Ort: Sömmerda, Sparkassentreff 1a

Dienstag, 4. Oktober 2011, 15 Uhr
Öffentliche Führung durch die Ausstellung
Ort: Sömmerda, Landratsamt, Wielandstaße 4

Samstag, 15. Oktober, 16 Uhr
Stolpersteinverlegung in Buttstädt mit dem Künstler Gunter Demnig
Treffpunkt: Buttstädt, Rathaus, Markt 1

Donnerstag, 20. Oktober 2011, 18 Uhr
Vortrag: „Arisierung“ - die wirtschaftliche Existenzvernichtung als Bestandteil der Judenverfolgung im Dritten Reich
Referentin: Dr. Monika Gibas (Uni Jena)
Ort: Sömmerda, Landratsamt, Wielandstraße 4

Mittwoch, 9. November 2011, 18 Uhr
Stilles Gedenken an die Pogromnacht 1938
Ort: Buttstädt, St. Michaelis-Kirche
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