Endlich eine PV-Anlage auf dem Dach

Die dunkel angepasste Photovoltaikanlage fällt auf dem Schieferdach des Kirchenschiffes kaum auf.
Hemleben: Kirche | Der Evangelischen Regionalgemeinde Kindelbrück ist es gelungen, die Genehmigung zur Installation einer Photovoltaikanlage auf einem Kirchenschiffdach zu bekommen. Darüber informiert Pfarrer Jens Bechtloff.

Seit fünf Jahren gibt es in der Regionalgemeinde Überlegungen und Planungen zur Installation von Photovoltaik-Anlagen (PV) auf den Kirchendächern. "Die besondere Verantwortung, die wir mit unseren denkmalgeschützten Gebäuden haben, ist vielseits in unseren Gemeinden diskutiert worden - auch kontrovers", erzählt Pfarrer Jens Bechtloff und fasst das Ergebnis zusammen. "Am Ende dieses Diskussionsprozesses wurde ich als Vorsitzender der Evangelischen Regionalgemeinde beauftragt, alle Kirchendächer unserer Gemeinden auf eine mögliche Installation einer Photovoltaik-Anlage hin zu prüfen und gegebenenfalls, eine Antragstellung vorzubereiten. Wir sind uns darin einig geworden, dass Schöpfungsverantwortung und Nachhaltigkeit weiter gehen muss als der formale Blick auf ein Gebäude."

Nach fast einem Jahr Planung- und Genehmigungsverfahren hat die Kirchengemeinde Hemleben jetzt eine 12 kW-Photovoltaik-Anlage auf ihrem Kirchenschiffdach installieren lassen. "Unterstützung fanden wir in der landeskirchlichen Kampagne „Klimawandel-Lebenswandel“, in der es darum geht, eigene Beiträge gegen den Klimawandel zu leisten. Wir können nicht nur von anderen fordern, sondern müssen beispielhaft vorangehen", so Pfarrer Bechtloff. "Auch wenn sich das Bewusstsein in unseren Köpfen dafür nur langsam ändert, es ist nie zu spät neu anzufangen." Pfarrer Jens Bechtloff weist in diesem Zusammengang auf die nötige Mithilfe der Denkmalpflege hin und sieht hier ein vorsichtiges Umdenken.

Der Aufwand für eine Beantragung zur Genehmigung einer Anlage auf eine denkmalgeschützte Kirche ist enorm groß. Da werden Brandschutz- und Fluchtwegepläne gefordert, spezielle Brandschutzschalter, zusätzliche Versicherungen, Anmeldungen zum Netzanschluss, Datenblätter zur Einspeisevergütung, Zählernummern, Grundbuchauszüge. Dagegen ist das Statikgutachten noch einfach, wenn auch nicht preiswert. Letztlich sind noch Farbe und Formen der Photovoltaikmodule dem Dach anzupassen.

Die Anlage wird innerhalb von 3,2 Jahren soviel Energie erwirtschaftet habe, wie für deren Herstellung benötigt wurde. In Zahlen belegt Pfarrer Bechtloff die Wirtschaftlichkeit und die Bedeutung für den Klimawandel. "Die Anlage erspart der Umwelt ca. 8.540 Kilogramm Kohendioxid (CO2) pro Jahr. Das sind in 20 Jahren 170,80 Tonnen CO2 und entspricht einer Fahrleistung von 61.000 Kilometer für ein Auto. Oder es müssten jährlich 85 Bäume gepflanzt werden, um der Atmosphäre ebensoviel CO2 zu entziehen. Die überdurchschnittlichen Investitionskosten von insgesamt 53.000 Euro wurden durch denkmalgerechte Anpassungen notwendig. Trotzdem wird die Anlage unter Berücksichtigung der Fördermittel die Investitionen in etwa zehn Jahren wieder erwirtschaftet haben.

Nun wartet die Kirchengemeinde Kannawurf auf die Genehmigung ihrer Photovoltaik-Anlage.
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Siegfried Fuchs aus Ilmenau | 14.09.2011 | 21:35  
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