Kinderkonferenz als neuer Weg: Kinder wünschen Veränderungen im Freizeitangebot und planen mit

Mit Luftballons ließen die Kinder ihre Wünsche in den Himmel steigen. (Foto: Torsten Koning)
Sömmerda: Bürgerzentrum | Ab jetzt gemeinsam!
Das Freizeitangebot für die Kinder aber auch mit den Kindern zu gestalten und sie an den Planungs- und Entscheidungsprozessen teilhaben lassen, ist der Grund für die erste Kinderkonferenz in der Kreisstadt. Mit den Entscheidungsträgern der Stadt suchen die Kinder nach einem Weg ihre Wünsche umzusetzen.

Ausgangspunkt war die Sozialraumkonferenz vor einem Jahr mit der Feststellung, dass die Freizeitangebote für Kinder in Sömmerda nicht ausreichend genutzt werden. Die Mitglieder des Runden Tisches der Stadt unter Leitung von Katrin Hauer und Kerstin Noa vom Quartiersmanagement Sömmerda testeten daraufhin mit Schülern aus den Klassen zwei bis sechs die verschiedenen Angebote. Kinderpartizipation war das Stichwort. So entwarfen die "Kiko-Kids" ihren Fragebogen selbst. Die umfangreichen Ergebnisse der Tests wurden auf der Kinderkonferenz vorgestellt.

Die Kinderkonferenz verlief entsprechend lebhaft. Christiane Brandt, Mitarbeiterin der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde hatte eigens für die Veranstaltung ein Lied geschrieben. Stefan Werner vom Paritätischen Wohlfahrtsverband interviewte die Testkinder, so dass ihre Wünsche nach und nach ins Gespräch kamen. So wünschen sich die Kinder unter anderem längere Öffnungszeiten und mehr Farbe an den Wänden.

Auf die Frage welche Wünsche man tatsächlich verwirklichen könne, meinte der stellvertretende Bürgermeister Ralf Hauboldt, dass man für einen geplanten Spielplatz bereits nach Fördermitteln suche, anderseits Angelegenheiten, wie ein Kino nur schwer zu verwirklichen seien, da Sömmerda einfach zu nahe an Erfurt liege. "Ich gehe aber davon aus, dass eine Veranstaltung wie diese nicht die letzte war", so Hauboldt. Er und die Bundestagsabgeordnete Kersten Steinke diskutierten in einer Gesprächsrunde auch allgemeine Wünsche für die Stadt Sömmerda. Als Stichworte fielen dabei unter anderem Gesamtschule, Spaßbad und Sport ohne Druck. Ein Ergebnis: Ralf Hauboldt lud die Kinder demnächst zum Gespräch ins Bauamt ein, um zukünftige Planungen auf die Kinder zuzuschneiden.

Die Kinderkonferenz wurde als Erfolg gewertet. Heidrun Saalfeld, die Direktorin der Diesterweg-Grundschule - deren Arbeitsgemeinschaften ebenfalls getestet wurden - gab an, dass vieles von den Finanzen abhänge. "Aber ich bin stolz auf die Kinder, dass sie sich so sehr einbringen", lobte sie. Frank Hofmann von BLITZ e.V. in Hütten, der zusammen mit seiner Kollegin Karin Schreibeis den Runden Tisch auf die Kinderkonferenz vorbereitet hatte, unterstrich: " Es ist wichtig, dass man sich zusammen mit den Kindern in 99 Tagen erkundigt, ob es erste Fortschritte gibt, denn 99 Tage sind für ein Kind eine Ewigkeit." Um etwa 20 Wünsche wollen sich die Erwachsenen in den kommenden Wochen kümmern.

Abschließend ließen die Kinder, die in der Konferenz genannten und private Wünsche an Luftballons gen Himmel steigen, in der Hoffnung, dass sie sich bald erfüllen. (Torsten Koning)
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