Lob und Tadel wirken: Lachende und schmollende Gesichter sollen Verkehrsteilnehmer mahnen

Hier ist der Smiley mit der Geschwindigkeit nicht ganz zufrieden. (Foto: Sandra Rosenkranz)
 
Cornelius Blanke vom ADAC. (Foto: ADAC)

Mit Aktionen wie "Achtung Auto", "Blitz für Kids" oder Fahrsicherheitstrainings will der ADAC Hessen-Thüringen die Straßen des Freistaates sicherer machen. Schon 2013 engagierte sich der Automobilclub für die Aktion "Dialog Display". Die lachenden oder schmollenden Gesichter sollen Verkehrsteilnehmer für Geschwindigkeit und Rücksichtnahme sensibilisieren. AA-Autorin Jana Scheiding sprach mit Cornelius Blanke, Leiter Unternehmenskommunikation des ADAC Hessen-Thüringen e.V., über Sinn und Nutzen der Smiley-Aktion.



Wer kam auf die Idee und was war der Anlass für diese Aktion?
2013 rief das damalige Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, jetzt Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, die Kampagne mit Unterstützung des ADAC Hessen-Thüringen ins Leben, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Mit den Dialog-Displays nach dem Lob- und Tadel-Prinzip sollen die Geschwindigkeiten innerhalb von Ortschaften gezielt reduziert werden. Schützen wollen die Initiatoren vor allem schwächere Verkehrsteilnehmer wie Kinder, Ältere, Rollstuhlfahrer, Fußgänger und Radfahrer. Es wird grundsätzlich die vor Ort zulässige Höchstgeschwindigkeit nach der Straßenverkehrs-Ordnung zugrunde gelegt.

Wie lange sollen die Displays betrieben werden?
Laut Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft ist die Aktion zunächst auf zwei Jahre ausgelegt.

Sind die Autofahrer umsichtiger geworden? Wie lauten Ihre Erfahrungen?
Wenn wir von den Ergebnissen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft und der großen Nachfrage durch die Kommunen ausgehen, können wir die Kampagne nur positiv bewerten. Wissenschaftliche Studien des Gesamtverbands belegen, dass die Displays wirksam sind. Das Ministerium hatte vor zwei Jahren die Bauhaus-Universität Weimar beauftragt, Einsatzkriterien als Grundlage für die Fördermittelvergabe zu erarbeiten.

Nicht alle Dialogdisplays werden fortwährend betrieben...
Wenn ein Display nicht leuchtet, kann das auch technische Ursachen haben. Wie lange solch ein Akku hält, hängt von den jeweiligen Schildern ab. Wichtig ist, dass dies nachgehalten wird und die Betreiber dies regelmäßig überprüfen.

Gibt es Städte und Gemeinden, die die Displays ablehnen oder sich nicht leisten können?
Thüringens Städte und Gemeinden haben die Förderung für die Dialogdisplays auch in diesem Jahr rege genutzt. Insgesamt gingen beim Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft 70 Anträge ein. Damit ist das Fördervolumen ausgeschöpft. Uns ist nicht bekannt, dass Kommunen das Dialogdisplay ablehnen oder nicht finanzieren können, zumal ein Anteil an den Anschaffungskosten vom Förderungsbetrag abgedeckt ist.

Was kostet die Kampagne den Freistaat Thüringen?
In den Jahren 2013, 2014 und 2015 wurden jeweils 100 000 Euro zur Verfügung gestellt. Jedes Dialogdisplay, das mit einem Lob-Tadel-Prinzip Autofahrer mahnt, die Höchstgeschwindigkeit in Ortschaften einzuhalten, fördert das Ministerium 2015 mit maximal 1750 Euro. Der Betrag wurde von 2000 Euro abgesenkt, deshalb können dieses Jahr mehr Displays finanziert werden. Sie sollen unter anderem an Schulen, Altenheimen, touristischen Zielen, Ärztehäusern und Kliniken eingesetzt werden, um alle Verkehrsteilnehmer zu schützen.

Die die Förderung begleitende Aktion "Heute schon gelächelt?“ ist vergangenen Sonntag ausgelaufen. Was passiert jetzt?
Die Thüringerinnen und Thüringer waren aufgerufen, Fotos von ihrem schönsten Lächeln einzusenden. Nun wird eine Jury das schönste Lächeln in der Gruppen- und Einzelkategorie küren. Dabei gibt es stets zwei Sieger, denn neben der Jury kann auch das Publikum seinen Favoriten wählen. Der Hauptpreis ist, eines der Gesichter einer Plakataktion zu sein. Es gibt aber noch weitere Preise. Zum Beispiel Fahrsicherheitstrainings, die der ADAC zur Verfügung stellt, und die direkt der Verkehrssicherheit in Thüringen zugute kommen.
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1 Kommentar
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Renate Jung aus Erfurt | 21.09.2015 | 22:01  
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