Noch kein Glück - Beschluss zur Stadtmöblierung verschoben

Dieses Kunstensemble soll auf dem Obermarkt errichtet werden.
Sömmerda: Obermarkt | Erst Pomona, dann Fortuna und schließlich Justizia - dies sind die Namen aus der Mythologie für die drei Stadtmöblierungen, die im Marktensemble der Kreisstadt nach und nach ihren Platz finden sollen. Das Kunstwerk "Pomona" empfängt die Besucher bereits am ehemaligen Wenigensömmerschen Tor.

Die Umsetzung des Projektes und die Kreation der Objekte liegen in den Händen von Professor Wolfgang Dreysse. Kürzlich stellte er dem Sömmerdaer Stadtrat das Kunstobjekt "Fortuna" vor, dass auf dem neu gestalteten Obermarkt errichtet werden soll. Der Beschluss dazu wurde allerdings zu Beginn der Sitzung auf Antrag der Opposition von der Tagesordnung genommen (Grund finanzielle Situation der Stadt). Laut Stadt wird die Stadtmöblierung zu zwei Dritteln mit Fördermitteln und zu einem Drittel aus dem Treuhandsanierungskonto Altstadt finanziert. "Mit dem Auftrag zu einer sozial-kulturellen Wertsteigerung der Innenstadt ist Sömmerda an mich herangetreten", beginnt Dreysse seinen Vortrag. Dem will er mit den drei Werken gerecht werden. Sömmerda hat eine interessante Entwicklung gemacht von der Ackerbürgerstadt über die industrielle Prägung bis zur heutigen Demokratie.

Das Ensemble "Pomona", sie ist die Göttin der Feldfrüchte und des Obstes, verdeutlicht die landwirtschaftliche Entwicklung. Mit dem Objekt "Fortuna", der Glücksgöttin, wird die industrielle Entwicklung versinnbildlicht und Justizia, dessen Platz vor dem Rathaus sein wird, steht für die Regionalpolitik, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit heute. Mit einer identitätstiftenden Wirkung und durch das Vereinen unter anderem von historischen Ereignissen mit städtischen Persönlichkeiten will Dreysse die Besucher leiten. "Eine übergreifende Formensprache gehört zu meinem Handwerk", so der Künstler.

In "Fortuna" werden Bronze - gilt als edel - und Granit - kommt in fast jeder Stadt vor- verarbeitet. Darüber hinaus sind Dreysses Erkennungsmerkmale bei den Werken das Kugelsegment, quadratische Flächen und Gittersegmente. Letzere bilden den Rahmen, in dem die Figuren ihre Geschichte erzählen. So wird Fortuna von guten (als Engel gestaltet) und schlechten Geistern (kleine Teufelchen) umringt. "Sömmerda erlebte Frieden als auch Krieg", begründet Professor Dreysse die Gestaltung. Weiterhin sitzen an einem großen Schachspiel der Kriegsgott Mars mit einer Granate und eine Mutter mit Kind. Mit dem Rücken zum Ganzen sitzt, Nikolaus von Dreyse, der als Erfinder des Zündnadelgewehres nichts davon wusste und ahnte und als Unternehmer und Handwerker sein Leben lebte. Die im Ensemble dargestellten Menschenmassen stehen für die Massenproduktion in Rheinmetall und Büromaschinenwerk.

29.12.2010
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