"Money Crashkurs": Im Vorfeld auf das Thema Schulden reagieren

Wie das Projekt „Money Crashkurs“ noch gezielter bei den Jugendlichen eingesetzt werden kann, wird mit allen involvierten Fachbereichen diskutiert und Verbesserungsvorschläge werden sofort eingebaut.
Die Verschuldung ist ein zunehmendes Problem in unserer Gesellschaft. Leider beginnt der Einstieg in diese immer öfter bereits in jungen Jahren.

Handyverträge, günstige Jahresangebote in Fitnesscentern und Solarien, Teilzahlungsangebote der Kataloge, das sind alles verlockende Sachen, die den Konsumenten versprechen, dass alles möglich ist und wenig kostet. Und wer ist für solche Lockangebote mehr sensibilisiert als Jugendliche, die zum ersten Mal Geld verdienen oder beziehen.

Oft überschätzen sich die Jugendlichen in finanzieller Hinsicht, sei es nun aus Unerfahrenheit oder weil sie in ihrem Umfeld Sorglosigkeit im Umgang mit Geld vorgelebt bekommen. Ist erst einmal das Konto gesperrt wachsen die Schulden über den Kopf und dann ist guter Rat gefragt.

Das wissen Frederike Unger und ihre Kolleginnen von der Schuldnerberatung in Sömmerda. Oft kommen die Jugendlichen erst spät, wissen nicht einmal, dass es eine Schuldnerberatung überhaupt gibt und dass diese Beratung kostenlos ist meist auch nicht.

Die Schuldner- und Verbraucherinsolvenzberatungsstelle des
„Thepra LV Thüringen" e.V. Sömmerda hat es sich deshalb mit dem Projekt „Money Crashkurs" zur Aufgabe gemacht, der Verschuldung der jungen Menschen aktiv entgegenzuwirken. Zielgruppe sind Jugendliche und junge Erwachsene ab der achten Klasse. Auf spielerische Art und Weise sollen sie den Umgang mit Geld und ein verantwortungsvolles Konsumverhalten erlernen. Die Jugendlichen wurden mit Problematiken konfrontiert, die ihnen in Kürze bevorstehen werden. Fragen, wie bekomme ich ein eigenes Girokonto, kann ich eine Wohnung finanzieren oder woher bekomme ich das Geld um mir diese einzurichten standen ebenso auf der Tagesordnung, wie was geschieht, wenn ich ein Konto überziehe oder was es für Möglichkeiten zum Sparen gibt. Aufgezeigt wurde auch, welche Verpflichtungen die Jugendlichen haben, wenn sie Sozialleistungen durch die ARGE erhalten. Denn diese Situation kann nicht nur durch Erwerbslosigkeit eintreten, sondern auch, wenn das Einkommen den Lebensunterhalt nicht ausreichend deckt.

Mit dem Aufbau eines lokalen Netzwerkes durch die WGS, die WOBAG, ARGE, SEV, Sparkasse, Schuldnerberatung und den Mobilfunkshop Maxxphone und der damit verbundenen Kooperation aller Beteiligten sollen Ressourcen gebündelt und Maßnahmen zur Prävention ausgebaut werden. Dieses Jahr nahmen bereits 180 Schüler im Alter von 13 bis 25 Jahren an dem Projekt teil. Festgestellt wurde, dass die Jugendlichen oftmals in Unkenntnis über Hilfsangebote sind aber auch, dass einige viel zu sorglos sind andere hingegen viele Fragen haben, die es gilt zu beantworten um ihnen damit einen möglichst schuldenfreien Einstieg in das Erwachsensein aufzuzeigen. Es fand eine Auswertung mit allen Beteiligten statt, in der auch die Lehrerinnen ihre Erfahrungen mitteilten. Die Konzepte wurden überarbeitet, neue Vorschläge aufgegriffen und andere wiederum verworfen. Einig waren sich die Netzwerkpartner darüber, dass dieses Projekt, bisher als ESF-Programm „Stärken vor Ort" gefördert, im kommenden Jahr ohne Fördermittel weitergeführt werden soll.
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