Still-Leben

Marieta Kirasch zeigt anhand der drei Kugeln wie sich die Magengröße eines Neugeborenen entwickelt. Am ersten Tag ist der Magen so winzig wie die silberne Kugel mit einem Durchmesser von etwa einem Zentimeter. Die mittlere Kugel entspricht Tag drei. Am zehnten Tag ist der Babymagen etwa so groß wie ein Tischtennisball (rote Kugel).
 
Marieta Kirsch ist seit Februar 2012 ehrenamtliche Stillberaterin.
Jede Mutter kann Milch geben - Selbst die ersten Tröpfchen reichen.

Über das Stillen wird viel gesprochen, dennoch herrscht Unsicherheit. Mutter und Kind müssen das Stillen erst lernen und sich die Zeit dafür nehmen. Die 39-jährige Marieta Kirsch aus Ilmenau ist ehrenamtliche Stillberaterin und hilft den Müttern bei Stillproblemen, sieht im Stillen nur Vorteile und macht Mut. Aus unzähligen Fakten zum Stillen hebt die dreifache Mutter einige hervor.


1. Es gibt immer genug Muttermilch.
Der Magen der Neugeborenen nimmt am ersten Tag nur etwa fünf bis sieben Milliliter auf, sodass selbst die ersten Tropfen reichen. Das Baby darf so oft und lange trinken, wie es möchte. Kleinere Brüste haben nicht weniger Milch. Diese wird während des Stillens gebildet. Nur selten kann eine Frau aus anatomischen oder gesundheitlichen Gründen nicht genug Milch bilden. Wichtig ist, dass beim Stillen Ohr, Schulter und Hüfte des Kindes in einer Linie liegen.


2. Gutes Stillmanagement hilft.
Produziert die Brust zu viel Milch, kann die Mutter zunächst nur die eine Brust anbieten. Es gibt noch weitere Möglichkeiten bis zum Check des Hormonhaushaltes. Auf keinen Fall sollte die Mutter etwas einnehmen, was eine Bekannte empfiehlt, sondern sich individuell von Profis beraten lassen.


3. Stillen trainiert die Mundmuskulatur.
Durch das Stillen lernt das Baby die korrekte Zungen-Ruhe-Lage, das ­richtige ­Schlucken und Kauen. Logopädin Gabrielle Handschel aus Ilmenau betont den positiven Einfluss auf die Gaumengebiss- und Sprachentwicklung.


4. Muttermilch ist nicht gleich Muttermilch.
Die Muttermilch entspricht in ihrer Zusammensetzung dem Wachstum und den Bedürfnissen des eigenen Kindes. Sie ist nie gleich, selbst während des Stillens ändert sie sich. Die Säuglingsnahrung hat dagegen immer die gleiche Zusammensetzung.


5. Nach der Geburt im Krankenhaus nicht verrückt machen lassen.
Wir leben in einer technischen Gesellschaft, tagtäglich mit Normen konfrontiert. Auch für Kinder haben wir uns Normen ausgedacht, die die Kinder aber nicht kennen. Wenn diese Normen zum entsprechenden Zeitpunkt nicht passen, werden Mütter sehr verunsichert. Aber das Stillen ist die Norm – nicht der Messbecher und die Waage. Hier sollten Mütter der Natur mehr vertrauen.


6. Stillen können ­Mutter und Kind so lange sie ­wollen.
Das ist wie beim Tanzen, wenn einer nicht mehr möchte, ist es vorbei. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt, etwa sechs Monate voll zu stillen und danach bis zum zweiten Geburtstag und darüber hinaus, solange Mutter und Kind es wollen. Wenn das Kind beispielsweise den Löffel noch ablehnt, ist es für Beikost noch zu früh.


7. Muttermilch nicht ­wegschütten.
Mütter können die Milch ­abpumpen und auf Vorrat einfrieren, kosmetisch anwenden und ins Badewasser gießen oder spenden. Allerdings sollten sie die Milch nur dort abgeben, wo offizielle Spenden angenommen werden. Unkontrollierbare Internet­angebote mit 50 Euro für 180 Milliliter bei ebay dürfen kein Anreiz sein. Wegschütten muss man Muttermilch bei vorherigem Milchstau und der Pilzerkrankung Soor.


8. Stillen macht die Mütter in ihrem Alltag flexibel.
Die Milch ist immer dabei, wohl temperiert. Dabei muss man den Mut haben, das Kind überall zu stillen. Mit der App www.mamamap.ch/?home kann man stillfreundliche Orte finden.


9. Auch wenn man nicht stillen will oder kann, ist man keine Rabenmutter.
Jede Mutter muss für sich den richtigen Weg finden. Niemand wird zum Stillen seines Kindes gezwungen. Jeder kennt seine Situation am besten. Die Fürsorge für das Kind bleibt die Gleiche und die Liebe fließt nicht über die Muttermilch.

10. Schon während der Schwangerschaft übers Stillen informieren.
Bei Treffen mit erfahrenen Müttern kann man sich vieles abschauen. Zudem ist es wichtig, dass Papa und Familie die Mama unterstützen.



Kontakt Marieta Kirsch
marieta.kirsch@lalecheliga.de
Telefon: 03677/8749100
www.facebook.com/LllStillgruppeIlmenau



Eine Auswahl an Stilltreffs in Thüringen
• Eisenach: 6. Juni, von 9 bis 11 Uhr, im Familienzentrum „Stillen-Wissen-Entdecken“ (Katharinenstraße 27);

• Ilmenau: 11. Juni, von 14.30 bis 16 Uhr, (Anmeldung 03677/8749100)

• Apolda: dienstags und donnerstags, von 10 bis 12 Uhr, Stillcafé im Robert-Koch-Klinikum

• Greiz: 12. Juni, von 14 bis 15.30 Uhr, in der Hebammenpraxis in der Carolinenstraße 26


Internettipps
• www.lalecheliga.de
• www.stillen.de
• www.rund-ums-baby.de
• www.afs-akinternet.de oder www.afs-stillen.de (Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen Bundesverband e.V.)
• www.hebammenlandesverband-thueringen.de
• www.babynahrung.de
• www.bfr.bund.de/de/nationale_stillkommission-2404.html
• www.eltern.de
• www.rabeneltern.org
• www.milchbanken.de
• www.embryotox.de
• www.spiegel.de/thema/schwangerschaft/
• www.focus.de/gesundheit/baby/


Literaturtipps
• „Das Handbuch für die stillende Mutter“ von LLL
• "Wie, du stillst nicht? von Regina Masaracchia
• "Stillen neu entdeckt" von Chantal Schlatter




Die Leser haben gewählt: Mein Thema - "Stillen".



Weltstillwoche 2013:
30. September bis 6. Oktober mit dem Thema "Stillen unterstützen - Mütter in den Mittelpunkt"

Mehr Informationen: http://www.meinanzeiger.de/eisenach/ratgeber/flues...
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6 Kommentare
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Antje Hellmann aus Jena | 26.05.2013 | 12:56  
Sandra Rosenkranz aus Sömmerda | 26.05.2013 | 22:41  
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Silke Dokter aus Erfurt | 27.05.2013 | 09:40  
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Antje Hellmann aus Jena | 27.05.2013 | 11:27  
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Silke Dokter aus Erfurt | 27.05.2013 | 12:23  
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Hannelore Grünler aus Artern | 27.05.2013 | 21:00  
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